Starbucks stoppt Korea-Chaos:
Lasst eure PCs und Drucker zu Hause

Starbucks verbietet Desktop-Computer und Drucker in seinen Fi­lia­len, nachdem Kunden die koreanischen Cafés in vollwertige Büros verwandelt haben. Die neue Richtlinie soll alle Gäste glei­chermaßen berücksichtigen und das "Cagongjok"-Phänomen eindämmen.
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Starbucks sagt "Nein" zu Desktop-PCs

Starbucks hat in Südkorea eine neue Richtlinie eingeführt, die Kunden daran hindern soll, sperrige Gegenstände wie Desktop-Computer und Drucker in die Filialen zu bringen. Das Unternehmen reagiert damit auf Kunden, die die Cafés in vollwertige Büros verwandelt haben - samt Trennwänden und Co.

Ein Sprecher von Starbucks erklärte, dass die Richtlinie aktualisiert wurde, "da­mit alle Kunden eine angenehme und zugängliche Filialerfahrung haben können."

Das Phänomen der "Cagongjok"

Die neue Regelung zielt auf die sogenannte "Cagongjok" ab - ein Begriff, der sich auf Personen bezieht, die über längere Zeit in Cafés arbeiten oder studieren. Das Wort setzt sich aus "Café" und "Gongbu" (dt. studieren) zusammen und beschreibt eine wachsende Gruppe von Menschen, die öffentliche Räume als Arbeitsplatz nutzen. Infografik Arbeitswelt: Homeoffice ist gekommen, um zu bleibenArbeitswelt: Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben Laut Jo Elfving-Hwang (via Fortune), Professorin für koreanische Gesellschaft und Kultur an der Curtin University in Australien, entstanden diese Gruppen sowohl durch den pandemiebedingten Homeoffice-Boom als auch durch den Anstieg befristeter Arbeitsverträge nach der asiatischen Finanzkrise von 1997. Die unsichere Arbeitssituation vieler Südkoreaner verstärkt den Trend, günstige Alternativen zu teuren Co-Working-Spaces zu suchen.

Büroraum-Mangel treibt Trend

In Südkorea ist Büroraum knapp und teuer, weshalb Remote-Arbeiter Cafés als günstige Alternative nutzen. Der Korea Herald berichtete, dass die Anzahl der Cafés im Land von etwa 51.500 im Jahr 2015 auf über 100.000 im Jahr 2024 gestiegen ist - fast das Doppelte der kombinierten Filialen der vier größten Convenience-Store-Ketten des Landes.


Südkorea hat mit 2050 Starbucks-Filialen sogar Japan mit 2040 Standorten überholt, obwohl es weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat. Diese hohe Dichte macht Starbucks zu einer attraktiven Option für Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen. Gleichzeitig spiegelt sie die südkoreanische Café-Kultur wider, die sich seit den 1990er Jahren stark entwickelt hat.

Wirtschaftliche Herausforderungen

Die langen Aufenthalte sind für Café-Besitzer jedoch problematisch. Das Korea Foodservice Industry Research Institute schätzte 2019, dass ein 4.100 Won (etwa 2,40 Euro) teurer Kaffee nur eine Stunde und 42 Minuten Sitzzeit abdeckt, bevor er unrentabel wird. 2024 sank diese Zeit auf nur noch eine Stunde und 31 Minuten - ein Zeichen für steigende Betriebskosten.

Nicht alle Café-Besitzer zeigen Verständnis für die veränderte Arbeitskultur. Manche bezeichnen die Dauergäste als "Stromdiebe", die stundenlang an einem einzigen Kaffee nippen, während sie die Infrastruktur nutzen. Andere Ketten haben bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen oder Zeitlimits für die Nutzung von Steckdosen eingeführt.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Sollten Cafés als Arbeitsplätze genutzt werden dürfen, oder geht das zu weit? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.

Zusammenfassung
  • Starbucks Korea verbietet Desktop-PCs und Drucker in seinen Filialen
  • Die Maßnahme richtet sich gegen das 'Cagongjok'-Phänomen in Südkorea
  • Menschen nutzen Cafés zunehmend als günstige Alternative zu Büroräumen
  • Südkorea hat mehr Starbucks-Filialen als Japan, trotz weniger Bevölkerung
  • Café-Betreiber bezeichnen Langzeitgäste teilweise als 'Stromdiebe'
  • Ein 2,40 Euro teurer Kaffee deckt nur etwa 1,5 Stunden Sitzzeit ab

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