Zehn Stunden scharfes Sehen:
Neue Augentropfen ersetzen Lesebrille
35 Millionen Deutsche sind von Alterssichtigkeit betroffen, einer bestimmten Form von Weitsichtigkeit. Neue Augentropfen versprechen jetzt zehn Stunden brillenfreies Lesen. In den USA wurden die Tropfen bereits zugelassen.
Presbyopie bzw. Alterssichtigkeit ist eine Form von Weitsichtigkeit, die durch den natürlichen Alterungsprozess des Auges bedingt ist und damit praktisch jeden Menschen betrifft. In Deutschland tragen bereits 63,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren eine Brille, bei der Generation über 55 Jahren liegt der Anteil sogar bei 92 Prozent. Die Presbyopie zeigt sich typischerweise ab Mitte 40, wenn die Augenlinse an Elastizität verliert und das Fokussieren auf nahe Objekte zunehmend schwerfällt.
Die FDA-Zulassung basiert laut der Pressemitteilung von Lenz Therapeutics auf drei randomisierten Phase-III-Studien mit insgesamt 683 Teilnehmern. In den Clarity-1- und Clarity-2-Studien erhielten 466 Probanden 42 Tage lang täglich eine Dosis, während die Clarity-3-Studie mit 217 Personen die Langzeitsicherheit über sechs Monate untersuchte. Verbesserungen der Nahsicht zeigten sich bereits nach 30 Minuten und hielten bis zu zehn Stunden an.
Im Gegensatz zu bereits verfügbaren Augentropfen mit anderen Wirkstoffen beeinflusst Aceclidin nicht die Fokussiermuskulatur des Auges. Dadurch bleibt das Sehen in die Ferne unbeeinträchtigt und typische Nebenwirkungen wie ein sogenannter "Zoom-Effekt" oder ein Schweregefühl über den Augenbrauen werden vermieden.
Die FDA warnt allerdings vor temporär eingeschränktem Sehen nach der Anwendung und rät vom Autofahren oder Bedienen schwerer Maschinen bei verschwommenem Sehen ab. Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen kann die verengte Pupille das Sehen beeinträchtigen, da weniger Licht ins Auge gelangt.
Der Markt für Presbyopie-Behandlungen wächst stetig. Allein in Deutschland sind schätzungsweise 35 Millionen Menschen von Alterssichtigkeit betroffen. Neben Augentropfen gibt es bereits andere Behandlungsoptionen wie Multifokallinsen, Monovision-Kontaktlinsen oder chirurgische Eingriffe. Die neuen Tropfen könnten aber besonders für Menschen interessant sein, die nur gelegentlich eine Lesehilfe benötigen oder Brillen als störend empfinden.
Was haltet ihr von dieser neuen Behandlungsoption? Würdet ihr die Augentropfen einer Brille vorziehen, oder schrecken euch die potenziellen Nebenwirkungen ab?
Siehe auch:
Neue Augentropfen gegen Alterssichtigkeit
Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat mit Vizz die ersten Augentropfen auf Basis des Wirkstoffs Aceclidin für die Behandlung einer Form von Weitsichtigkeit zugelassen. Die von der Firma Lenz Therapeutics entwickelten Tropfen sollen Menschen mit Presbyopie bis zu zehn Stunden lang das Lesen ohne Brille ermöglichen.Presbyopie bzw. Alterssichtigkeit ist eine Form von Weitsichtigkeit, die durch den natürlichen Alterungsprozess des Auges bedingt ist und damit praktisch jeden Menschen betrifft. In Deutschland tragen bereits 63,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren eine Brille, bei der Generation über 55 Jahren liegt der Anteil sogar bei 92 Prozent. Die Presbyopie zeigt sich typischerweise ab Mitte 40, wenn die Augenlinse an Elastizität verliert und das Fokussieren auf nahe Objekte zunehmend schwerfällt.
Die FDA-Zulassung basiert laut der Pressemitteilung von Lenz Therapeutics auf drei randomisierten Phase-III-Studien mit insgesamt 683 Teilnehmern. In den Clarity-1- und Clarity-2-Studien erhielten 466 Probanden 42 Tage lang täglich eine Dosis, während die Clarity-3-Studie mit 217 Personen die Langzeitsicherheit über sechs Monate untersuchte. Verbesserungen der Nahsicht zeigten sich bereits nach 30 Minuten und hielten bis zu zehn Stunden an.
Wirkprinzip der Tropfen
Vizz nutzt den Wirkstoff Aceclidin in einer Konzentration von 1,44 Prozent. Dieser verengt gezielt die Pupille und erzeugt einen sogenannten Lochkamera-Effekt, der die Schärfentiefe erhöht und nahes Sehen verbessert. Das Prinzip ähnelt dem Zusammenkneifen der Augen beim Versuch, kleine Schrift zu lesen, jedoch kontrollierter und ohne Anstrengung.Im Gegensatz zu bereits verfügbaren Augentropfen mit anderen Wirkstoffen beeinflusst Aceclidin nicht die Fokussiermuskulatur des Auges. Dadurch bleibt das Sehen in die Ferne unbeeinträchtigt und typische Nebenwirkungen wie ein sogenannter "Zoom-Effekt" oder ein Schweregefühl über den Augenbrauen werden vermieden.
Nebenwirkungen bleiben überschaubar
Die häufigsten Nebenwirkungen umfassten Reizungen an der Eintropfstelle (20 Prozent), gedämpftes Sehen (16 Prozent) und Kopfschmerzen (13 Prozent). Auch Bindehautrötungen traten bei acht Prozent der Teilnehmer auf. Schwerwiegende behandlungsbedingte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.Die FDA warnt allerdings vor temporär eingeschränktem Sehen nach der Anwendung und rät vom Autofahren oder Bedienen schwerer Maschinen bei verschwommenem Sehen ab. Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen kann die verengte Pupille das Sehen beeinträchtigen, da weniger Licht ins Auge gelangt.
Verfügbarkeit und Markt
Vizz soll im vierten Quartal 2025 in den USA breit verfügbar werden. Für andere Märkte hat Lenz Therapeutics bereits eine exklusive Lizenz- und Vermarktungsvereinbarung mit dem europäischen Pharmaunternehmen Théa abgeschlossen, um das Produkt auch in Kanada und Europa einzuführen. Ein konkreter Zeitplan für Deutschland steht bisher jedoch nicht fest.Der Markt für Presbyopie-Behandlungen wächst stetig. Allein in Deutschland sind schätzungsweise 35 Millionen Menschen von Alterssichtigkeit betroffen. Neben Augentropfen gibt es bereits andere Behandlungsoptionen wie Multifokallinsen, Monovision-Kontaktlinsen oder chirurgische Eingriffe. Die neuen Tropfen könnten aber besonders für Menschen interessant sein, die nur gelegentlich eine Lesehilfe benötigen oder Brillen als störend empfinden.
Was haltet ihr von dieser neuen Behandlungsoption? Würdet ihr die Augentropfen einer Brille vorziehen, oder schrecken euch die potenziellen Nebenwirkungen ab?
Zusammenfassung
- FDA lässt Augentropfen Vizz mit Wirkstoff Aceclidin gegen Alterssichtigkeit zu
- Tropfen ermöglichen bis zu zehn Stunden brillenfreies Lesen bei Presbyopie
- Wirkstoff verengt gezielt die Pupille und erzeugt einen Lochkamera-Effekt
- Häufige Nebenwirkungen sind Reizungen, gedämpftes Sehen und Kopfschmerzen
- In Deutschland leiden etwa 35 Millionen Menschen an Alterssichtigkeit
- Verfügbarkeit in den USA ab dem vierten Quartal 2025 geplant
- Europäische Markteinführung durch Pharmaunternehmen Théa vorbereitet
Siehe auch:
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