Drohnenjagd: Ukraine stattet Landwirtschaftsflieger mit Raketen aus

Ukrainisches Agrarflugzeug überrascht mit R-73-Raketen: Ein Zlin Z-137T Agro Turbo wurde mit Luft-Luft-Lenkwaffen ausgerüstet. Das langsame Propellerflugzeug soll russische Drohnen abfangen - eine unkonventionelle, aber wie so oft kreative Lösung im Krieg.
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  • Ukrainisches Agrarflugzeug Zlin Z-137T mit R-73-Raketen aufgerüstet
  • Langsames Propellerflugzeug soll russische Drohnen abfangen
  • Agrarflugzeug mit 210 km/h erreicht ausreichende Höhen für Drohneneinsätze
  • R-73 'Archer' Raketen können Ziele bis zu 40 Kilometer Entfernung erfassen
  • Kreative Lösung zielt auf den Abschuss der langsamen russischen Geran-Drohnen
  • Das ursprünglich tschechoslowakische Flugzeug kann 600 Kilogramm Last tragen

Agrarflugzeug wird zum Drohnenjäger

Ein Video, das in sozialen Medien kursiert und dessen Echtheit derzeit nicht bestätigt werden kann, zeigt erstmals ein modifiziertes Zlin Z-137T Agro Turbo Flugzeug, das mit Raketen ausgerüstet ist. Das in Polen gebaute Agrarflugzeug wurde mit sowjetischen R-73 "Archer" Kurzstrecken-Infrarot-Lenkraketen ausgestattet. Diese ungewöhnliche Kombination aus ziviler Landwirtschaftsmaschine und modernster Waffentechnik zeigt, wie kreativ die Ukraine bei der Improvisation militärischer Ausrüstung vorgeht.

Die Zlin Z-137 Agro Turbo ist ursprünglich ein tschechoslowakisches Agrarflugzeug. Es wurde erstmals 1981 entwickelt und basiert auf der bewährten Zlin Z-37 Cmelák-Serie, die seit den 1960er Jahren produziert wird. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 210 km/h ist es weit von einem Kampfjet entfernt. Dennoch machen die niedrigen Betriebskosten, die kurzen Start- und Landefähigkeiten sowie die einfache Modifikation das Flugzeug zu einer praktischen Plattform für Patrouillen gegen langsame Drohnen.

Wie Defense Blog berichtet, haben die Ingenieure unter den Flügeln zwei AKU-73 Pylone montiert, die es dem Turboprop-Flugzeug ermöglichen, die hoch manövrierfähigen R-73 zu feuern. Das Flugzeug kann so von bodengestützten Luftverteidigungscontrollern zu feindlichen Drohnen geleitet werden, die Radardaten übermitteln und Kurs sowie Höhe während der Mission anpassen können.

Alte Raketen gegen moderne Drohnen

Die R-73, von der NATO als AA-11 "Archer" bezeichnet, ist eine Kurzstrecken-Luft-Luft-Rakete der dritten Generation mit einer Reichweite von 20 bis 40 Kilometern. Die R-73 verfügt über einen hochsensiblen Infrarotsuchkopf und kann Ziele in einem Winkel von bis zu 60 Grad zur Flugrichtung erfassen - eine bemerkenswerte Fähigkeit für eine Rakete aus den 1980er Jahren.

Das ursprünglich für die Feldbesprühung konzipierte Flugzeug wird von einem Walter M601Z Turboprop-Motor angetrieben und kann bis zu 600 Kilogramm Nutzlast tragen. Der tschechische Motor leistet 560 PS und ermöglicht dem Flugzeug eine Dienstgipfelhöhe von 4000 Metern - ausreichend für die meisten Drohneneinsätze.

Gegen Shahed-Drohnen

Die Anpassung zielt darauf ab, russische Geran-Angriffsdrohnen abzuschießen, die extensiv zum Angriff auf die ukrainische Infrastruktur eingesetzt wurden. Diese iranischen Shahed-136-Drohnen, die von Russland als Geran-2 bezeichnet werden, fliegen mit etwa 180 km/h und sind damit langsamer als das modifizierte Agrarflugzeug.

Was haltet ihr von dieser unkonventionellen Lösung? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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