Sicherheitslücke bei Millionen von Druckern wird jetzt aktiv ausgenutzt

Vor einem Monat entdeckte Sicherheitslücken in Millionen von Dru­ckern werden aktiv ausgenutzt. Experten beobachten seit Juli eine Angriffswelle auf potenziell fast 750 Modelle von Brother, Fujifilm, Toshiba und anderen Herstellern.
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Angriffe auf Druckerschwachstellen nehmen zu

Vor knapp einem Monat wurden mehrere Sicherheitslücken bei Millionen von Druckern bekannt gegeben. Jetzt sind Hinweise aufgetaucht, dass mindestens eine davon aktiv ausgenutzt wird. Besitzer betroffener Geräte sollten daher dringend ihre Firmware aktualisieren.

Die Sicherheitslücken CVE-2024-51977 und CVE-2024-51978 wurden im Juni 2025 von Sicherheitsforschern von Rapid7 entdeckt. Betroffen sind insgesamt 748 Druckermodelle von fünf Herstellern: 689 Modelle von Brother, 46 von Fujifilm, sechs von Konica Minolta, fünf von Ricoh und zwei von Toshiba. Die Liste der konkret betroffenen Drucker ist über die Links der obigen CVE-Einträge einsehbar.


Seit dem 4. Juni 2025 beobachten die Sicherheitsexperten von CrowdSec jetzt eine Welle von Angriffsversuchen auf die Schwachstelle CVE-2024-51977. Die Angriffe haben sich seit Mitte Juli intensiviert. Dabei handelt es sich wohl um gezielte sowie willkürliche Attacken.

Gefährliches Zusammenspiel zweier Schwachstellen

Die beiden Sicherheitslücken funktionieren in einem gefährlichen Zusammenspiel: CVE-2024-51977 ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, die Seriennummer des Zielgeräts zusammen mit mehreren anderen sensiblen Informationen auszuspähen. Angreifer können diese Daten über HTTP-, HTTPS- und IPP-Dienste ausspähen, aber auch über PJL- oder SNMP-Abfragen.

CVE-2024-51978 erlaubt es anschließend, das Standard-Administratorpasswort des Druckers zu generieren, das während der Herstellung aus der eindeutigen Seriennummer abgeleitet wird. Wenn das Administrator-Passwort nicht geändert wurde und noch das Standardpasswort verwendet wird, kann ein Angreifer diesen Umstand nutzen, um das Gerät neu zu konfigurieren oder auf Funktionen zuzugreifen, die nur für authentifizierte Nutzer bestimmt sind.

Firmware-Updates nur teilweise wirksam

Brother hat mitgeteilt, dass die Schwachstelle CVE-2024-51978 nicht vollständig durch Firmware-Updates behoben werden kann und eine Änderung des Herstellungsprozesses erforderlich ist. Nur Geräte, die mit einem neuen Verfahren produziert wurden, sind vollständig geschützt. Die Schwachstelle ist in der Passwort-Generierungslogik verwurzelt, und alle vor der Entdeckung produzierten Geräte haben vorhersagbare Passwörter.

Brother rät Besitzern gefährdeter Geräte daher zu einer Behelfslösung. So sollen Nutzer das Standard-Administratorpasswort in der Druckerkonfiguration ändern und die neuesten Firmware-Updates installieren. Diese Maßnahme ist besonders wichtig, da die grundlegende Schwachstelle in der Hardware-Architektur liegt.

Drucker als Einfallstor ins Netzwerk

Die Gefahr geht jedoch über einzelne Drucker hinaus. Denn kompromittierte Geräte können als Sprungbrett für weitere Angriffe im Netzwerk dienen oder in Botnets eingegliedert werden. Mit Admin-Zugriff können Angreifer weitere Schwachstellen ausnutzen, etwa CVE-2024-51979 für Remote-Code-Execution oder die SSRF-Lücken für Netzwerkverbindungen.

Drucker werden oft als weniger kritische Geräte betrachtet und entsprechend nachlässig abgesichert. Dabei haben sie häufig Zugang zu sensiblen Netzwerkbereichen und können vertrauliche Dokumente verarbeiten. Ein kompromittierter Drucker kann daher erheblichen Schaden anrichten.

Empfohlene Schutzmaßnahmen

Sieben der acht Schwachstellen können durch Firmware-Updates behoben werden, die von den betroffenen Herstellern bereits zur Verfügung gestellt wurden. Für die kritische Schwachstelle CVE-2024-51978, die nicht vollständig durch Firmware-Updates behoben werden kann, empfiehlt Brother als Übergangslösung, das Standard-Administratorpasswort auf allen betroffenen Geräten zu ändern.

Administratoren sollten betroffene Drucker bestmöglich im Netzwerk isolieren und den Zugriff von außen unterbinden. Generell wird empfohlen, den Zugriff auf die Admin-Schnittstellen der Drucker über ungesicherte Protokolle und externe Netzwerke zu beschränken.

Ändert ihr das Standardpasswort bei eurem Drucker und installiert regelmäßig Firmware-Updates? Oder besitzt ihr schon gar keinen eigenen Drucker mehr? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Sicherheitslücken in 748 Druckermodellen werden seit Juli 2025 aktiv ausgenutzt
  • Betroffen sind Geräte von Brother, Fujifilm, Konica Minolta, Ricoh und Toshiba
  • CVE-2024-51977 ermöglicht das Ausspähen der Drucker-Seriennummer
  • Mit CVE-2024-51978 kann das Standard-Administratorpasswort generiert werden
  • Brother kann die Schwachstelle nicht vollständig durch Firmware-Updates beheben
  • Nutzer sollten dringend Passwörter ändern und Firmware aktualisieren
  • Kompromittierte Drucker sind Einstiegspunkt für weitere Netzwerkangriffe

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