Fachwelt lacht: US Army lobt ihre Drohnen, die Granaten fallen lassen

Die US Army feierte stolz in einem Video ihren "ersten" Drohnen-Granatenabwurf - und erntete dafür viel Spott. Mi­li­tär­ex­per­ten und Internetuser zeigen sich amüsiert über eine Technologie, die bereits seit über einem Jahrzehnt etabliert ist.
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US Army photo/Sgt. Collin Mackall

Spott für Video mit Drohnen-Granatenabwurf

Die US-Army hat mit einem Video für Aufsehen gesorgt, das stolz den angeblich ersten Granatenabwurf von einer Drohne bewirbt - doch die Reaktionen fielen anders aus als erhofft. "Haben Sie jemals gesehen, wie eine Drohne eine Granate abwirft?", fragte die Army in einem mittlerweile gelöschten Social-Media-Post. Die Antwort von Experten und den Social-Media-Nutzern war eindeutig und trocken: Ja, schon, und das bereits seit über einem Jahrzehnt.

Die Tests fanden bereits am 25. Juni im deutschen Grafenwöhr statt, wurden aber erst jetzt öffentlich gezeigt. Soldaten der 173. Airborne Brigade verwendeten damals eine Skydio X10D-Drohne mit einem speziellen "Audible"-Abwurfmechanismus, um M67-Splittergranaten auf Ziele zu werfen.

Technologie bereits seit Jahren etabliert

Wie The War Zone berichtet, zeigt das Army-Video, dass der Abwurfmechanismus automatisch den Sicherungsstift während des Flugs zieht und die Granate über dem Ziel fallen lässt - eine Technologie, die wie erwähnt alles andere als neu ist.


Bereits 2016 und 2017 setzten Terroristen des Islamischen Staats diese Taktik prominent während der Schlacht um Mossul im Irak ein. Seither haben verschiedene Streitkräfte und nicht staatliche Kämpfer weltweit kleine bewaffnete Drohnen eingesetzt. Die Technik des Granatenabwurfs von kommerziellen Drohnen wurde in den vergangenen Jahren in zahlreichen Konflikten entsprechend dokumentiert und auch verfeinert.

Parallelen zur Ukraine

Besonders ironisch ist die Situation angesichts der Tatsache, dass die beteiligten Einheiten mit der Joint Multinational Training Group-Ukraine zusammenarbeiten, die seit 2015 ukrainische Streitkräfte ausbildet. Diese nutzen Drohnen in allen nur erdenklichen Varianten - und teils mit spektakulärer Cleverness - bereits seit Jahren täglich im Kampf gegen Russland. Ukrainische Soldaten haben diese Taktik zu einer Kunstform entwickelt und setzen dabei sowohl kommerzielle als auch modifizierte Drohnen ein.

Kritiker merkten spöttisch an, dass Amerika Granatenabwürfe von Drohnen drei Jahre nach deren täglichem Einsatz in der Ukraine "entdecke". Die ukrainischen Streitkräfte haben übrigens nicht nur einfache Granatenabwürfe perfektioniert, sondern auch komplexere Systeme entwickelt, die mehrere Munitionstypen transportieren und präzise abwerfen können.

Die Army betont aber immerhin, dass die Soldaten 3D-gedruckte Versionen des Abwurfmechanismus im Feld herstellen können sollen. Dies würde die Nahunterstützung für künftige Kampfeinheiten verbessern und die Reichweite über die vorderste Linie hinaus erweitern. Die Skydio X10D-Drohne, die für die Tests verwendet wurde, ist eine kommerzielle Plattform, die für militärische Anwendungen modifiziert wurde.

Die M67-Splittergranate, die bei den Tests verwendet wurde, ist übrigens seit den 1960er Jahren im Einsatz und wiegt etwa 400 Gramm. Ihre Anpassung für Drohnen-Abwürfe erfordert lediglich einen einfachen Mechanismus, der den Sicherungsstift zieht - eine Modifikation, die in Konfliktgebieten bereits tausendfach improvisiert wurde.

Was meint ihr zu diesem verspäteten Durchbruch der US-Army? Teilt eure Gedanken zu militärischen Innovationen und deren Umsetzung in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • US-Army präsentierte stolz vermeintlich ersten Drohnen-Granatenabwurf
  • Das Video erntete Spott, da diese Technik seit über zehn Jahren bekannt ist
  • Tests mit Skydio X10D-Drohne und M67-Splittergranaten in Grafenwöhr
  • Besonders ironisch wegen Zusammenarbeit mit ukrainischen Streitkräften
  • Ukraine nutzt Drohnen-Granatentechnik seit Jahren täglich im Kampf
  • Soldaten sollen 3D-gedruckte Abwurfmechanismen im Feld herstellen können
  • M67-Splittergranate wird seit den 1960er Jahren militärisch genutzt

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