Taiwan blockiert Huawei-Exporte - China droht nun offen mit Vergeltung

China droht mit "energischen Maßnahmen", nachdem Taiwan Huawei und SMIC auf die schwarze Liste gesetzt hat. Die eingeführten Export­be­schrän­kun­gen könnten den Zugang der Unternehmen zu taiwanesischen Chip-Tech­no­lo­gien einschränken.
Chip, China, Politik, Sanktionen, Handelskrieg, Embargo, Taiwan, Handelsstreit, Konflikt

Peking droht Taiwan mit Vergeltung

Taiwan hatte in jüngster Vergangenheit erstmals eine umfassende Exportkontrolle für chinesische Technologieunternehmen eingeführt und damit den Zorn Pekings auf sich gezogen. Die Regierung in Taipeh setzte am 15. Juni 601 chinesische Unternehmen auf ihre Liste für strategische Hochtechnologie-Exporte, darunter auch Huawei und den Chiphersteller SMIC. Die Maßnahme trat bereits am zehnten Juni in Kraft.

Die neuen Beschränkungen verlangen von taiwanesischen Unternehmen, eine Exportlizenz von der International Trade Administration (ITA) einzuholen, bevor sie Geschäfte mit den gelisteten Unternehmen tätigen können. Die Zollbehörden wurden angewiesen, Grenzkontrollen durchzuführen und Lieferungen ohne gültige Lizenz zu blockieren. Dieser Umstand schränkt den Zugang von Huawei und SMIC zu taiwanesischen Materialien und Ausrüstungen, die für die Herstellung von KI-Chips unerlässlich sind, zumindest teilweise ein.


China reagierte jetzt mit scharfer Kritik auf die Entscheidung Taiwans. Wie Bloomberg berichtet, kündigte die Sprecherin des Büros für Taiwan-Angelegenheiten, Zhu Fenglian, am Mittwoch "energische Maßnahmen" an, um "entschlossen die normale Ordnung des wirtschaftlichen und handelspolitischen Austauschs" zwischen den Ländern zu schützen. Sie bezeichnete Taiwans Entscheidung als "verachtenswert" und behauptete, sie zeige die Loyalität des taiwanesischen Präsidenten Lai Ching-te gegenüber der US-Regierung.

Technologische Blockade als geopolitisches Instrument

Die Aufnahme von Huawei und SMIC in die schwarze Liste erfolgte nach einer behördenübergreifenden Überprüfung und steht im Einklang mit Sanktionen und Kontrolllisten des UN-Sicherheitsrats und verbündeter Nationen. Taiwan schließt sich damit der jahrelangen US-Kampagne an, Chinas technologischen Aufstieg zu bremsen. Die Beschränkungen könnten insbesondere den Zugang zu Technologien von TSMC einschränken.

TSMC gilt als weltweit führender Auftragsfertiger für Halbleiter und produziert die modernsten Chips für Unternehmen wie Apple, Nvidia und AMD. Das Unternehmen kontrolliert etwa 54 Prozent des globalen Foundry-Marktes und ist praktisch der einzige Hersteller der fortschrittlichsten Drei-Nanometer-Chips. Diese technologische Dominanz macht Taiwan zu einem strategisch wichtigen Akteur im globalen Technologiesektor.

Zhu betonte, dass "Versuche der Entkopplung den Fortschritt der industriellen Modernisierung auf dem Festland nicht verzögern werden" und fügte hinzu, dass solche Maßnahmen "nur die Wettbewerbsfähigkeit taiwanesischer Unternehmen und die Wirtschaft der Insel schädigen" würden. Die genaue Art der angedrohten Vergeltungsmaßnahmen ließ sie jedoch offen.

Auswirkungen auf die Lieferketten

Die Umsetzung der neuen Vorschriften erfolgte rasch und überraschte einige Branchenvertreter. Allerdings haben wichtige taiwanesische Zulieferer von Komponenten für Huawei-Smartphones und -Tablets darauf hingewiesen, dass die meisten Lieferungen, die derzeit von Produktionsstandorten in China erfüllt werden, von den neuen Kontrollen nicht betroffen sind.

Branchenquellen deuten darauf hin, dass sich Huawei bereits zunehmend auf chinesische Anbieter stützt. Dies hat die Rolle einiger taiwanesischer Firmen allmählich verringert. Dennoch bleibt Huawei ein wichtiger Kunde für taiwanesische Komponentenhersteller.

Was meint ihr zu diesem technologischen Kräftemessen zwischen China und Taiwan? Könnte diese Eskalation weitreichendere wirtschaftliche Folgen haben? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Taiwan setzt 601 chinesische Technologieunternehmen auf Exportkontrollliste
  • Huawei und Chipfertiger SMIC unter betroffenen Unternehmen seit 10. Juni
  • Maßnahme schränkt Zugang zu taiwanesischen Materialien für KI-Chips ein
  • China kündigt als Reaktion darauf energische Gegenmaßnahmen an
  • Peking bezeichnet die Entscheidung Taiwans als verachtenswert
  • Taiwan folgt damit der US-Strategie zur Bremsung von Chinas Technologieaufstieg
  • TSMC als globaler Chipfertiger mit 54 Prozent Marktanteil spielt Schlüsselrolle

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!