Unterseekabel beschädigt: Taiwan verurteilt Chinesen zu 3 Jahren Haft

In Taiwan ist der aus China stammende Kapitän eines Frachtschiffes wegen der mutwilligen Beschädigung eines wichtigen Untersee­kabels zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sein Schiff hatte Ende im Februar ein Kabel durchtrennt.
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Taiwan Coast Guard

Schiff trieb tagelang mit herabgelassenen Ankerketten umher

Wie das taiwanische Portal LTN berichtet, hat das Bezirksgericht der Stadt Tainan den chinesischen Kapitän Wang Yuliang heute zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt, weil das unter seiner Führung fahrende Schiff "Hong Tai 58" am 25. Februar 2025 ein wichtiges Unterseekabel durchtrennt hat.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Wang einige Tage zuvor bewusst entschied, das unter der Flagge des Togo fahrende Schiff in den Bereich nahe dem Unterseekabel zwischen Taiwan und der zu dem südostasiatischen Land gehörenden Insel Penghu zu bewegen. Dort veranlasste er, dass seine Crew sechs Ankerketten mit einer Länge von jeweils rund 160 Metern herabließ und das Schiff in einem Zickzack-Kurs über dem Verlauf des Kabels treiben konnte.


Gericht: Kapitän wusste vom Verlauf des Kabels

Der Kapitän nahm laut dem Gericht in Kauf, dass das Schiff und seine Anker über dem Kommunikationskabel umhertrieb, ohne tatsächlich mit dem Meeresboden verbunden zu sein. Als dann am 25. Februar 2025 die taiwanische Küstenwache das Einholen der Anker der "Hong Tai 58" veranlasste, um so dafür zu sorgen, dass das Schiff den Bereich um des Kabels verließ, kam es zu einer schweren Beschädigung des Kabels.

Der Verlauf des Kabels sei dem Kapitän des heruntergekommenen Frachters, der keine eindeutige Identifikation zuließ, durchaus bewusst gewesen. Als das Kabel dann durchtrennt wurde, wurde die Kommunikation zwischen der Hauptinsel Taiwans und der außen liegenden Insel Penghu vollständig unterbrochen. Der Betreiber des Kabels, der staatliche taiwanische Netzbetreiber Chungwha Telecom musste umgerechnet etwa 500.000 Euro investieren, um die Funktion wiederherzustellen.

Der Kapitän gab während einer Befragung an, nicht absichtlich gehandelt zu haben. Die Verurteilung des Chinesen erfolgte dem Bericht zufolge unter Anwendung des Gesetzes für Telekommunikationsmanagement, das Haftstrafen für die Beschädigung von Kommunikationsanlagen vorsieht. Es wird davon ausgegangen, dass die "Hong Tai 58" Teil der sogenannten "Schattenflotte" ist, also zu einer Vielzahl von Schiffen gehört, die im Auftrag chinesischer Stellen fahren, aber nicht offiziell dem Land zuzuordnen sind.

Es kommt immer wieder zur Beschädigung von Unterseekabeln rund um Taiwan. Zwar lassen sich die Vorfälle selten eindeutig China anlasten, doch gelten die "Angriffe" auf taiwanische Internet-Infrastruktur als Teil diverser Maßnahmen, mit denen die Chinesen seit Jahren versuchen, das nach Meinung der Kommunistischen Partei Chinas als "abtrünnige Provinz" zu betrachtende Land zu "belästigen".

Zusammenfassung
  • Chinesischer Kapitän erhält drei Jahre Haft für Kabelzerstörung
  • Schiff 'Hong Tai 58' durchtrennte strategisches Unterseekabel im Februar
  • Vorsätzliches Manövrieren mit Ankerketten in Zickzack-Kurs über Kabelweg
  • Kommunikationsunterbrechung zwischen Taiwan und Penghu-Insel verursacht
  • Reparaturkosten von etwa 500.000 Euro für Chungwha Telecom
  • Verdacht auf Zugehörigkeit des Schiffes zur chinesischen 'Schattenflotte'
  • Teil mutmaßlicher chinesischer Maßnahmen zur Belästigung Taiwans

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