Entführter Krypto-Influencer wieder freigelassen, weil er kein Geld hatte

Lügen haben kurze Beine - und in diesem Fall auch (glücklicher­weise) leere Bankkonten. Denn ein französischer TikTok-Influencer hatte kürzlich Glück im Unglück - die Entführer ließen ihn wieder frei, als sie sein leeres Krypto-Wallet sahen.
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Entführungswelle in Frankreich

Eine Welle brutaler Entführungen erschüttert dieser Tage Frankreichs Krypto-Szene. Nicht nur dort: In den vergangenen zwölf Monaten gab es weltweit 50 gewaltsame Übergriffe auf Menschen aus der Krypto-Branche - allerdings ereigneten sich allein 14 davon in Frankreich. Die Täter haben es dabei gezielt auf Unternehmer und Influencer abgesehen, die mit Kryptowährungen in Verbindung stehen.

Der jüngste Fall ereignete sich laut Europe 1 am vergangenen Wochenende in Juvisy-sur-Orge, einem Vorort von Paris (via derStandard). Ein 26-jähriger TikTok-Influencer wurde von vier Männern in ein gestohlenes Auto gezwungen. Die Entführer schlugen und folterten ihr Opfer und forderten 50.000 Euro in Kryptowährung für seine Freilassung - vermutlich wegen seiner 40.000 Follower auf TikTok, die dort Tipps für schnellen Reichtum suchten. Das Opfer hatte jedoch Glück im Unglück oder besser gesagt Inkompetenz hinsichtlich seiner Investments: Als die Täter feststellten, dass der Influencer kaum Geld auf seinem Konto hatte, ließen sie ihn wieder frei.


Behörden verhafteten 25 Verdächtige

Die französischen Behörden haben inzwischen mit einer Verhaftungswelle reagiert und 25 Verdächtige festgenommen, darunter sechs Minderjährige. Die mutmaßlichen Täter sind zwischen 16 und 23 Jahre alt, also überwiegend sehr junge Menschen, die vom Geld angelockt wurden.


Als Reaktion auf die Entführungswelle hat der französische Abgeordnete Paul Midy einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Privatsphäre von Unternehmensführern schützen soll. Anders als bisherige Vorschläge sieht dieser eine automatische Löschung persönlicher Adressen aus öffentlich zugänglichen Firmenregistern vor. Das betrifft besonders Start-up-Gründer und Krypto-Unternehmer, die oft ihre Privatadresse als Firmenadresse nutzen.

Die Krypto-Branche in Frankreich hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Die französische Regierung unter Präsident Emmanuel Macron hat sich bewusst als kryptofreundlich positioniert und will das Land zu einem europäischen Zentrum für Blockchain-Technologie machen. Diese Sichtbarkeit hat aber auch ihre Schattenseiten, denn sie macht französische Krypto-Unternehmer jedoch auch zu attraktiven Zielen für Kriminelle.

Die Entführungen zeigen ein neues Muster der Cyberkriminalität auf: Während früher hauptsächlich digitale Angriffe wie Ransomware-Attacken oder Börsen-Hacks im Fokus standen, gehen Kriminelle nun zunehmend zu physischer Gewalt über. Diese Masche wird in der Szene als "5 Dollar Wrench Attack" bezeichnet.

Was haltet ihr von den geplanten Schutzmaßnahmen für Krypto-Unternehmer? Sind die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen der richtige Weg, oder braucht es andere Lösungen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • Französischer TikTok-Influencer nach Entführung freigelassen
  • Entführer ließen Opfer frei, nachdem sie sein leeres Krypto-Wallet sahen
  • In den letzten zwölf Monaten 50 gewaltsame Übergriffe auf Krypto-Akteure
  • Französische Behörden nahmen 25 Verdächtige im Alter von 16 bis 23 Jahren fest
  • Der Gesetzentwurf soll persönliche Adressen aus öffentlichen Firmenregistern löschen
  • Frankreich positioniert sich als kryptofreundliches europäisches Zentrum
  • Kriminelle wechseln von digitalen Angriffen zu physischer Gewalt über

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