Größter Bitcoin-Raub jemals aufgedeckt - blieb 5 Jahre völlig unbemerkt

Vor fünf Jahren verschwanden 127.426 Bitcoins im Wert von heute 12,5 Milliarden Euro vom chinesischen Mining-Pool LuBian. Niemand in der Öffentlichkeit bemerkte den größten Krypto-Raub der Geschichte. Erst jetzt deckte eine Analyse den stillen Diebstahl auf.
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Der größte Krypto-Raub aller Zeiten

Bitcoin befindet sich weiterhin auf einem Höhenflug. Der hohe Wert der Kryptowährung zieht daher immer mehr Verbrecher an. Erst im Mai wurde ein Fall bekannt, bei dem Kriminelle einen Investor entführt und gefoltert hatten, um an sein Wallet-Passwort zu gelangen. Jetzt wurde zudem ein Fall aufgedeckt, der wohl den größten bekannten Einzelraub von Bitcoins in der Geschichte darstellt.

Wie die Blockchain-Analysefirma Arkham Intelligence berichtet, verschwanden am 28. Dezember 2020 ganze 127.426 Bitcoins vom chinesischen Mining-Pool LuBian. Weder LuBian noch der Hacker hatten den Vorfall jemals öffentlich gemacht, weshalb der gigantische Kryptowährungsraub bis jetzt völlig unbemerkt blieb.


In keinem anderen bekannten Fall wurden Bitcoins mit einem höheren Gesamtwert entwendet. Der Wert der erbeuteten Kryptowährung beläuft sich beim aktuellen Kurs auf etwa 12,5 Milliarden Euro. Zum Zeitpunkt des Raubes waren die Bitcoins etwa drei Milliarden Euro wert, was selbst den berühmten Mt.-Gox-Diebstahl von 2014 im Vergleich klein aussehen lässt.

LuBian war 2020 einer der größten Bitcoin-Mining-Pools weltweit und kontrollierte fast sechs Prozent der gesamten Hash-Rate des Bitcoin-Netzwerks. Mining-Pools sind Zusammenschlüsse von Minern, die ihre Rechenleistung bündeln, um gemeinsam Bitcoin zu schürfen und die Belohnungen zu teilen.

Blockchain-Detektive decken auf

Erst Arkham Intelligence brachte den Vorfall durch die Veröffentlichung ihrer Erkenntnisse Anfang August in einem Post auf X (Tom's Hardware) ans Licht. Arkham Intelligence spezialisiert sich auf die Verfolgung von Kryptowährungstransaktionen und die Identifizierung verdächtiger Aktivitäten in der Blockchain.


Arkham's Analyse zeigt, dass am 28. Dezember 2020 über 90 Prozent von LuBians Bitcoin-Reserven abgezogen wurden. Zwei Tage später wurden weitere sechs Millionen US-Dollar (etwa 5,2 Millionen Euro) in Bitcoin und USDT von einer verwandten Adresse auf der Bitcoin Omni-Schicht gestohlen. Die verbleibenden 11.886 Bitcoin wurden bis Ende Dezember 2020 in Recovery-Wallets verschoben. Der Mining-Pool verschwand im Februar 2021 aus dem öffentlichen Betrieb.

Schwache Sicherheit als Einfallstor

Arkham sah den Grund für den Vorfall in einer Sicherheitslücke, die auf LuBians Verwendung eines unzureichenden Algorithmus zur Generierung privater Schlüssel zurückgeht. So verwendete LuBian lediglich 32-Bit-Entropie, um die Schlüssel zu generieren. Durch dieses relativ niedrige Maß an Zufälligkeit wurde das System anfällig für Brute-Force-Angriffe.

Zum Vergleich: Moderne Sicherheitsstandards verwenden mindestens 128-Bit-Entropie. Diese Sicherheitslücke hätte theoretisch mit einem leistungsstarken Gaming-PC und ausreichend Zeit geknackt werden können, da die Anzahl möglicher Kombinationen bei 32-Bit-Entropie nur etwa 4,3 Milliarden beträgt.

Verzweifelte Hilferufe auf der Blockchain

LuBian versuchte nach dem Diebstahl, den Hacker über die Bitcoin-Blockchain zu kontaktieren. Der Mining-Pool gab 1,4 Bitcoin für über 1.500 Transaktionen aus und nutzte dabei OP_RETURN-Nachrichten, um den Dieb zur Rückgabe der gestohlenen Gelder aufzufordern.

OP_RETURN ist eine spezielle Bitcoin-Funktion, die es ermöglicht, kleine Datenmengen von bis zu 80 Bytes direkt in die Blockchain einzubetten - wie digitale Notizen, die für immer gespeichert bleiben. Diese Methode wird oft für Zeitstempel, Zertifikate oder in diesem Fall für Kommunikationsversuche genutzt. Arkham erklärt, dass die Authentizität dieser Nachrichten darauf hindeutet, dass sie vom legitimen Wallet-Besitzer stammten.

LuBian Krypto-Heist: Ablauf des Bitcoin-Raubs

  • 2020
    28. Dezember
    LuBian wird um mehr als 114.000 BTC erleichtert
  • 2020
    29. Dezember
    Weitere sechs Millionen Dollar in BTC und USDT werden von einer Omni-Layer-Adresse entwendet
  • 2020
    31. Dezember
    LuBian konsolidiert 11.886 BTC in ein "Recovery Wallet" und geht offline
  • 2021
    Frühjahr
    LuBian stellt alle Mining-Aktivitäten ein und verschwindet
  • 2024
    Juli
    Der Hacker konsolidiert seine Bestände, gibt aber kein Geld aus.
  • 2025
    2. August
    Arkham Intelligence identifiziert den Hack und markiert den Besitzer der Brieftasche als den Angreifer

Hacker bleibt im Schatten

Weder der Hacker noch LuBian hatten je öffentlich Stellung zum Diebstahl bezogen. Arkham hat Wallet-Tracker für beide Parteien veröffentlicht, aber die beteiligten Identitäten bleiben unbekannt. Die Tatsache, dass der Hacker die Bitcoin nicht verkauft hat, könnte darauf hindeuten, dass er entweder auf einen günstigeren Zeitpunkt wartet oder Schwierigkeiten beim Umtausch in traditionelle Währungen hat.

Der LuBian-Fall zeigt die Grenzen der Blockchain-Transparenz auf. Denn obwohl alle Transaktionen öffentlich sichtbar sind, bedarf es spezieller Expertise und Jahre der Analyse, um solche komplexen Vorgänge nachzuvollziehen.

Was haltet ihr von diesem jahrelang verborgenen Mega-Raub? Teilt eure Gedanken zu Krypto-Sicherheit und Mining-Pool-Risiken in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • 127.426 Bitcoins mit heutigem Wert von 12,5 Milliarden Euro wurden 2020 gestohlen
  • Der Diebstahl vom chinesischen Mining-Pool LuBian blieb fünf Jahre unbemerkt
  • Einfallstor war eine unzureichende 32-Bit-Entropie bei der Schlüsselgenerierung
  • LuBian versuchte, den Hacker mit Blockchain-Nachrichten zu kontaktieren
  • Weder der Hacker noch LuBian äußerten sich jemals öffentlich zum Vorfall
  • Die gestohlenen Bitcoins wurden vom Täter bis heute nicht verkauft
  • Der Fall zeigt die Grenzen der Blockchain-Transparenz trotz öffentlicher Daten

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