Freies Tool ArduPilot bei Angriffen auf russische Bomber entscheidend
Bei der lange geplanten und großangelegten "Aktion Spinnennetz", mit der der ukrainische Geheimdienst gestern in großem Stil Drohnenangriffe auf russische Langstreckenbomber und andere Ziele durchgeführt hat, spielte die Open-Source-Software ArduPilot offenbar eine entscheidende Rolle.
ArduPilot wurde schon vor fast 20 Jahren geschaffen und geht auf den früheren Chefredakteur des US-Technikmagazins Wired Chris Anderson zurück. Entsprechend beeindruckt war Anderson auch, als er mitbekam, dass ArduPilot von der Ukraine für die Angriffe auf die russischen Bomber verwendet wurde. In einem LinkedIn-Beitrag, aus dem 404Media zitiert, erklärte Anderson: "das ist ArduPilot, das vor 18 Jahren aus meinem Keller startete."
Auf X/Twitter erklärte Jason Short, der ebenfalls an der Entwicklung der ersten Versionen von ArduPilot beteiligt war, dazu, dass er "diese Entwicklung in einer Million Jahre nicht erwartet" habe. "Mit ArduPilot betriebene Drohnen habe gerade die Hälfte der Flotte von strategischen Bombern Russlands ausgeschaltet", kommentierte Short weiter.
Das Tool kann von Drohnenpiloten auf verschiedene Weisen verwendet werden. Unter anderem kann man damit Drohnen entlang bestimmter Koordinaten automatisiert fliegen lassen. Das Ganze funktioniert auch dann, wenn kein GPS-Signal mehr gegeben ist, wie es gerade in Russland häufig der Fall ist, wo das Militär die Satellitensignale oft stört.
Der Grund für die Verwendung von ArduPilot könnte unter anderem darin bestehen, dass das Tool die Drohnen im Notfall auch autonom fliegen lassen kann, sollte die Verbindung zum jeweiligen Piloten abreißen oder mit hohen Latenzen kämpfen. Weil die Steuerung der Drohnen nach aktuellem Kenntnisstand über einfache Modems und russische Mobilfunknetze erfolgte, dürften die Fähigkeiten von ArduPilot in dieser Hinsicht von großem Nutzen gewesen sein, vermuten die Kollegen bei 404Media.
Das Team hinter ArduPilot hat sich unterdessen nur spärlich zur Verwendung ihres Programms durch das ukrainische Militär geäußert. In einem Reddit-Beitrag bestätigte das Team lediglich, dass man sich bewusst sei, wie ArduPilot von der Ukraine für die Angriffe auf russische Flugzeuge verwendet wurde. Man sei nicht bereit, das Thema weiter zu vertiefen. Stattdessen verwiesen die Entwickler auf die Nutzungsrichtlinien für das Tool, in denen man zusichert, die "Verwendung von Systemen mit ArduPilot als Waffe nicht wissentlich zu unterstützen oder zu erleichtern".
Siehe auch:
Ukrainischer Geheimdienst zeigt Aufnahmen mit ArduPilot
Wie diverse Videoclips, die unter anderem der ukrainische Geheimdienst SBU seit der nach seinen Angaben äußerst erfolgreichen Aktion "Spinnennetz" im Internet verbreitet, zeigen, nutzte die Ukraine für ihre über 1,5 Jahre vorbereitete Serie von Drohnenattacken die freie Software ArduPilot. Das Open-Source-Programm wird von einer breiten Community entwickelt und dient eigentlich dazu, Drohnenpiloten bei der Bedienung ihrer Flugmaschinen zu unterstützen.ArduPilot wurde schon vor fast 20 Jahren geschaffen und geht auf den früheren Chefredakteur des US-Technikmagazins Wired Chris Anderson zurück. Entsprechend beeindruckt war Anderson auch, als er mitbekam, dass ArduPilot von der Ukraine für die Angriffe auf die russischen Bomber verwendet wurde. In einem LinkedIn-Beitrag, aus dem 404Media zitiert, erklärte Anderson: "das ist ArduPilot, das vor 18 Jahren aus meinem Keller startete."
Auf X/Twitter erklärte Jason Short, der ebenfalls an der Entwicklung der ersten Versionen von ArduPilot beteiligt war, dazu, dass er "diese Entwicklung in einer Million Jahre nicht erwartet" habe. "Mit ArduPilot betriebene Drohnen habe gerade die Hälfte der Flotte von strategischen Bombern Russlands ausgeschaltet", kommentierte Short weiter.
ArduPilot entstand aus Hobbyprojekt
Das Projekt hinter ArduPilot wurde 2007 erstmals begonnen, als Anderson ein Autopilot-System für UAVs aus einem Lego Mindstorms-Set bastelte. Das Tool wurde über die Website DIYDrones.com veröffentlicht, die sich seitdem zu einem Tummelplatz für Drohnen-Enthusiasten entwickelt hat. Seit 2009 ist ArduPilot frei verfügbar und hat sich seitdem ständig weiterentwickelt.Das Tool kann von Drohnenpiloten auf verschiedene Weisen verwendet werden. Unter anderem kann man damit Drohnen entlang bestimmter Koordinaten automatisiert fliegen lassen. Das Ganze funktioniert auch dann, wenn kein GPS-Signal mehr gegeben ist, wie es gerade in Russland häufig der Fall ist, wo das Militär die Satellitensignale oft stört.
Der Grund für die Verwendung von ArduPilot könnte unter anderem darin bestehen, dass das Tool die Drohnen im Notfall auch autonom fliegen lassen kann, sollte die Verbindung zum jeweiligen Piloten abreißen oder mit hohen Latenzen kämpfen. Weil die Steuerung der Drohnen nach aktuellem Kenntnisstand über einfache Modems und russische Mobilfunknetze erfolgte, dürften die Fähigkeiten von ArduPilot in dieser Hinsicht von großem Nutzen gewesen sein, vermuten die Kollegen bei 404Media.
Das Team hinter ArduPilot hat sich unterdessen nur spärlich zur Verwendung ihres Programms durch das ukrainische Militär geäußert. In einem Reddit-Beitrag bestätigte das Team lediglich, dass man sich bewusst sei, wie ArduPilot von der Ukraine für die Angriffe auf russische Flugzeuge verwendet wurde. Man sei nicht bereit, das Thema weiter zu vertiefen. Stattdessen verwiesen die Entwickler auf die Nutzungsrichtlinien für das Tool, in denen man zusichert, die "Verwendung von Systemen mit ArduPilot als Waffe nicht wissentlich zu unterstützen oder zu erleichtern".
Zusammenfassung
- ArduPilot spielte entscheidende Rolle bei 'Aktion Spinnennetz'
- Open-Source-Software ermöglichte Drohnenangriffe auf russische Bomber
- Das Tool wurde vor 18 Jahren von Chris Anderson ursprünglich entwickelt
- Drohnen können durch ArduPilot auch ohne GPS-Signal autonom fliegen
- Ukrainische Angriffe erfolgten über Mobilfunknetze mit ArduPilot-Steuerung
- Entwicklerteam distanziert sich von militärischer Nutzung ihrer Software
Siehe auch:
- In Lkws versteckte Drohnen: Ukraine trifft Russlands Bomber-Herz
- Ukraine: Abgeschossene russische Drohne ist voller West-Technologie
- Ukraine findet Starlink-Antenne auf abgeschossener russischer Drohne
- Ukraine nutzt Mikrofon-Netzwerk, um Kamikaze-Drohnen aufzuspüren
- Bei Alibaba gekauft: Ukraine nutzt chinesische Drohnen gegen Russland
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