Ukraine: Abgeschossene russische Drohne ist voller West-Technologie
Eine abgestürzte russische Kampfdrohne offenbart die anhaltende Abhängigkeit Russlands von westlicher Technologie. Der Fund wirft aber auch Fragen zur Wirksamkeit der seit bereits Jahren bestehenden Sanktionen und Exportkontrollen auf.
Die S-70 Ochotnik-B gilt als eines der fortschrittlichsten unbemannten Kampfflugzeuge Russlands. Mit ihrer Tarnkappentechnik und künstlicher Intelligenz soll sie als autonomer Begleiter für bemannte Kampfjets wie die Su-57 dienen. Umso bemerkenswerter ist die Entdeckung, dass dieses Hightech-Waffensystem offenbar in hohem Maße auf westliche Elektronikkomponenten angewiesen ist.
Screenshot der Drohne aus einem Bericht des russischen Staatssenders Swesda
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Der Fund zeigt die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Sanktionen und Exportkontrollen. Trotz verschärfter Maßnahmen seit Beginn des Ukraine-Krieges scheint es Russland weiterhin zu gelingen, an wichtige westliche Technologie für sein Militär zu gelangen. Eine direkte Schuld trifft die westlichen Technologieunternehmen aber nicht: Experten vermuten komplexe Beschaffungsnetzwerke und Umgehungsstrategien, etwa über Drittländer oder den Schwarzmarkt.
Die betroffenen Unternehmen selbst betonen, dass sie die Sanktionen strikt einhalten und keine Produkte nach Russland liefern. So erklärte STMicroelectronics, dass man mit über 200.000 Kunden weltweit zusammenarbeitet. Das Unternehmen betonte, dass man die Verwendung der Produkte außerhalb ihres vorgesehenen Zwecks weder autorisiert noch duldet. Ähnlich äußerte sich Infineon Technologies und verwies auf umfangreiche Maßnahmen zur Verhinderung von Lieferungen nach Russland.
Russland findet aber offenbar dennoch genügend Wege: Der ukrainische Geheimdienst GUR hat nach eigenen Angaben bereits über 4000 ausländische Komponenten in fast 150 erbeuteten russischen Waffensystemen gefunden. Auch in iranischen und nordkoreanischen Waffen, die Russland einsetzt, wurden westliche Bauteile entdeckt. Überraschend ist auch das nicht: Russland verfügt über jahrelange Erfahrung im Umgehen von Exportkontrollen und nutzt entsprechend ausgeklügelte Verschleierungstaktiken.
Siehe auch:
Westliche Komponenten in russischer Militärtechnik
Der Abschuss einer russischen Kampfdrohne vom Typ Suchoi S-70 Ochotnik-B über ukrainischem Gebiet hat überraschende Erkenntnisse zutage gefördert. Experten des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR fanden in den Trümmern der hochmodernen Drohne zahlreiche Bauteile westlicher Hersteller - trotz der eigentlich strengen Sanktionen, die seit Kriegsbeginn gegen Russland aufrecht sind.Die S-70 Ochotnik-B gilt als eines der fortschrittlichsten unbemannten Kampfflugzeuge Russlands. Mit ihrer Tarnkappentechnik und künstlicher Intelligenz soll sie als autonomer Begleiter für bemannte Kampfjets wie die Su-57 dienen. Umso bemerkenswerter ist die Entdeckung, dass dieses Hightech-Waffensystem offenbar in hohem Maße auf westliche Elektronikkomponenten angewiesen ist.
Screenshot der Drohne aus einem Bericht des russischen Staatssenders Swesda
Identifizierte westliche Bauteile
Wie The Warzone berichtet (via Toms Hardware), identifizierten die ukrainischen Experten mindestens 30 Bauteile bekannter Unternehmen wie Analog Devices, Fairchild Semiconductor, Infineon, Marvell, Maxim, Micron, ON Semiconductor, STMicroelectronics, Texas Instruments und Xilinx. Darunter befanden sich Mikroelektronik, Prozessoren, Transistoren und andere technologische Schlüsselkomponenten. Die meisten dieser Firmen haben ihren Sitz in den USA sowie in EU-Ländern und unterliegen in Bezug auf Russland strengen Exportbeschränkungen.
Auf YouTube ansehenDer Fund zeigt die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Sanktionen und Exportkontrollen. Trotz verschärfter Maßnahmen seit Beginn des Ukraine-Krieges scheint es Russland weiterhin zu gelingen, an wichtige westliche Technologie für sein Militär zu gelangen. Eine direkte Schuld trifft die westlichen Technologieunternehmen aber nicht: Experten vermuten komplexe Beschaffungsnetzwerke und Umgehungsstrategien, etwa über Drittländer oder den Schwarzmarkt.
Die betroffenen Unternehmen selbst betonen, dass sie die Sanktionen strikt einhalten und keine Produkte nach Russland liefern. So erklärte STMicroelectronics, dass man mit über 200.000 Kunden weltweit zusammenarbeitet. Das Unternehmen betonte, dass man die Verwendung der Produkte außerhalb ihres vorgesehenen Zwecks weder autorisiert noch duldet. Ähnlich äußerte sich Infineon Technologies und verwies auf umfangreiche Maßnahmen zur Verhinderung von Lieferungen nach Russland.
Russland findet aber offenbar dennoch genügend Wege: Der ukrainische Geheimdienst GUR hat nach eigenen Angaben bereits über 4000 ausländische Komponenten in fast 150 erbeuteten russischen Waffensystemen gefunden. Auch in iranischen und nordkoreanischen Waffen, die Russland einsetzt, wurden westliche Bauteile entdeckt. Überraschend ist auch das nicht: Russland verfügt über jahrelange Erfahrung im Umgehen von Exportkontrollen und nutzt entsprechend ausgeklügelte Verschleierungstaktiken.
Zusammenfassung
- Russische Kampfdrohne S-70 mit westlicher Technologie abgeschossen
- Trotz Sanktionen enthält Drohne Bauteile von US- und EU-Unternehmen
- Fund zeigt Russlands anhaltende Abhängigkeit von westlicher Elektronik
- Mindestens 30 Komponenten namhafter Technologiefirmen identifiziert
- Unternehmen beteuern strikte Einhaltung der Exportbeschränkungen
- Komplexe Beschaffungsnetzwerke umgehen offenbar Sanktionen
- Ukrainischer Geheimdienst entdeckte ausländische Teile in vielen Waffen
Siehe auch:
- Entwickler im Krieg: Doku über die ukrainischen Macher von Stalker 2
- Ukraine findet Starlink-Antenne auf abgeschossener russischer Drohne
- Ukraine verbietet Nutzung von Telegram auf offiziellen Geräten
- Ukraine zerschießt russisches Weltraum-Kommunikationszentrum
- Ukraine erobert erstmals den kuriosen russischen "Schildkrötenpanzer"
Thema:
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