Shein verletzt Verbraucherrechte:
EU baut Druck auf China-Händler aus

Die EU-Kommission hat dem chinesischen Online-Händler Shein am Montag offiziell vorgeworfen, gegen geltendes EU-Verbraucherrecht zu verstoßen. Werden die Mängel nicht abgestellt, drohen hohe Strafen und andere Maßnahmen.
Eu, Europa, EU-Kommission, Europäische Union, Flagge, Europäische Kommission, Fahne, EU-Flagge, Europaflagge, Europaparlament, Europazentrale

Falsche Rabatte mit Fake-Ablaufdatum

Gemeinsam mit dem Netzwerk für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz CPC, dem nationale Behörden aus allen EU-Staaten angehören, wurden mehrere problematische Geschäftspraktiken aufgedeckt. Im Zentrum der Kritik stehen unter anderem irreführende Rabattaktionen. Shein habe Preisnachlässe beworben, die sich nicht auf tatsächlich vorherige Verkaufspreise beziehen. Zudem werde durch künstlich erzeugten Zeitdruck, wie angeblich bald auslaufende Angebote, gezielt Kaufdruck auf Verbraucher ausgeübt.

Auch bei Rückgabe- und Erstattungsrechten hapere es: Informationen hierzu seien oft unvollständig, fehlerhaft oder schlichtweg irreführend. Rücksendungen und Rückerstattungen würden vielfach nicht entsprechend der gesetzlichen Vorgaben abgewickelt. Ebenso bemängeln die Behörden die Verwendung irreführender Produktkennzeichnungen sowie falsche oder übertriebene Nachhaltigkeitsversprechen. Kritisiert wurde außerdem, dass Kontaktinformationen schwer auffindbar seien, was die Kommunikation mit dem Anbieter erheblich erschwere.


Shein wurde aufgefordert, innerhalb eines Monats zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und darzulegen, wie das Unternehmen künftig EU-Vorgaben einhalten will. Andernfalls drohen Strafen durch die Aufsichtsbehörden der einzelnen Mitgliedstaaten. Auch andere Maßnahmen zur Einschränkung der Geschäftstätigkeit sind möglich, wenn Shein seine Praxis nicht verändert.

Druck aus den USA

Die Vorwürfe kommen zu einem heiklen Zeitpunkt: In den USA steht Shein ebenfalls unter Druck - unter anderem durch neue Importzölle und strengere Kontrollen von Lieferketten. Zudem sieht sich der Konzern anhaltender Kritik wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen bei Zulieferern, mangelhafter Produktqualität und ökologischer Belastung durch sein Geschäftsmodell der "Ultra-Fast-Fashion" ausgesetzt.

Für China hat Shein jedoch strategische Bedeutung. Die Regierung in Peking unterstützt den Konzern aktiv, da grenzüberschreitender Onlinehandel als zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung gilt. Mit geschätzten 38 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Jahr trägt Shein erheblich zu den chinesischen Exporten bei.

Zusammenfassung
  • EU-Kommission wirft Shein Verstöße gegen Verbraucherrecht vor
  • Irreführende Rabattaktionen und künstlicher Zeitdruck erzeugen Kaufdruck
  • Mängel bei Rückgabe- und Erstattungsrechten sowie bei Produktkennzeichnung
  • Shein muss binnen eines Monats reagieren oder riskiert Strafen der EU
  • Vorwürfe treffen Shein zu kritischem Zeitpunkt, mit Druck auch in den USA
  • China unterstützt Shein aktiv als strategisch wichtigen Onlinehändler

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!