Militante Gruppe will Wetterradars aus Verschwörungsglauben angreifen

Eine militante Gruppe in den USA glaubt, dass Wetterradars geheime Waffen seien - und plant offenbar deren Sabotage. Sicherheitsbehörden warnen offiziell: Die Bedrohung betrifft ein zentrales Element der Wettervorhersage-Infrastruktur.

Radikale Gruppe plant Angriff auf US-Wetterradars

Ein leiser Pfeifton, ein rotierender Teller auf einem Turm - für viele ist ein Wetterradar nichts weiter als ein technisches Hilfsmittel der Meteorologie. Doch für die Gruppierung Veterans on Patrol sind diese Anlagen mehr: Sie sehen darin angebliche "Wetterwaffen" - und rufen zur Zerstörung auf. Interne Sicherheitswarnungen der US-Wetterbehörde NOAA zeigen, wie ernst die Lage inzwischen ist.

Das Ziel der Gruppe sind sogenannte NEXRAD-Stationen. Dieses "Next Generation Radar"-System bildet seit den 1990er Jahren das Rückgrat der US-amerikanischen Wetterbeobachtung. Die Radarstationen senden Mikrowellen aus, die an Niederschlagspartikeln reflektiert werden. Aus Laufzeit und Intensität lässt sich präzise erkennen, wo Regen oder Sturm aufzieht - wichtig für die Vorhersage etwa von Tornados oder Hagelzellen. Auch der Flugverkehr nutzt diese Daten.


Diese Gruppe fordert jeden auf, sich ihnen anzuschließen, um sogenannte Penetrationstests an NEXRAD-Standorten durchzuführen, um Schwachstellen zu identifizieren, die letztlich zur Zerstörung der Anlagen genutzt werden können.
NOAA laut CNN in E-Mail-Warnung an Mitarbeiter
Laut einem internen Memo vom 5. Mai, das CNN vorliegt, fordert die Gruppe ihre Unterstützer aktiv dazu auf, Schwachstellen an den Anlagen zu erkunden. Sie spricht von "Penetration Drills" - Tests zur Sabotage. Die Radartürme würden als "Waffen" bezeichnet, deren Zerstörung angeblich legal sei. Es handelt sich dabei natürlich um eine vollkommen unbegründete und faktisch falsche Behauptung - ohne jede juristische oder technische Legitimation. Es ist unklar, was die Gruppe glaubt, was die Radaranlagen bewirken.

Die NOAA empfiehlt ihren Mitarbeitenden, Außeneinsätze nur im Team durchzuführen und bei verdächtigen Personen umgehend Polizei oder FBI zu informieren. Letztere sollen laut NOAA bereits involviert sein, eine unabhängige Bestätigung steht aber aus. Bereits Anfang Mai gab es erste unspezifische Warnungen, doch der Ton der aktuellen Hinweise ist deutlich ernster.

Treten Sie nicht mit verdächtigen Personen in Kontakt; informieren Sie stattdessen die örtlichen Behörden.
NOAA laut CNN in E-Mail-Warnung an Mitarbeiter

System überlastet

Zusätzlich belastet: Die Wetterbehörde ist durch ein massives Personaldefizit geschwächt. Über 90 Stellen für Radartechniker sind derzeit unbesetzt, eine direkte Folge von Entlassungen und einem aktuellen Einstellungsstopp. Sollte eine Station gezielt beschädigt werden, könnte sie länger ausfallen - mit erheblichen Auswirkungen auf Warnsysteme, etwa im bevorstehenden Hurrikansommer.

Ein anonymer NWS-Mitarbeiter schilderte gegenüber CNN: "Wir haben es natürlich gelegentlich mit Randgruppen zu tun - meistens rund um Chemtrails - gezielte Bedrohungen von Infrastruktur kommen eher selten vor. Aber in der aktuellen gesellschaftlichen Stimmungslage ist das besonders besorgniserregend."

Zusammenfassung
  • Militante US-Gruppe plant Sabotage von Wetterradars als 'Waffen'
  • NEXRAD-Stationen: Rückgrat der US-Wetterbeobachtung im Visier
  • Gruppe ruft zu 'Penetration Drills' an Radaranlagen auf
  • NOAA warnt Mitarbeiter und empfiehlt verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
  • Personaldefizit bei Wetterbehörde verschärft potenzielle Bedrohung
  • Gezielte Beschädigung könnte Warnsysteme erheblich beeinträchtigen
  • Behörden nehmen Bedrohung ernst: FBI und Polizei sind involviert

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