X-Exodus in Europa: Millionen Nutzer kehren Musk-Plattform den Rücken

X laufen die Nutzer in der EU in Scharen davon. Laut neuem Zahlen ist die Plattform auf unter 95 Millionen monatlich aktive Nutzer geschrumpft - weniger als vor Musks Übernahme. Die wirklichen Zahlen dürften zudem noch weit geringer ausfallen.
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X verliert in der EU weiter Nutzer

Ähnlich wie Tesla, das ein miserables Quartal hingelegt hat, geht es auch Musks Social-Media-Plattform X nicht gut - zumindest was die Nutzerzahlen angeht. Denn das Portal verzeichnet einen dramatischen Nutzerschwund in der Europäischen Union. Laut dem aktuellen Transparenzbericht, den das Unternehmen gemäß den Anforderungen des Digital Services Act (DSA) veröffentlichen muss, ist die Zahl auf 94,8 Millionen monatlich aktive Nutzer gesunken. Damit liegt die Plattform unter den mehr als 100 Millionen Nutzern, die Twitter - wie X damals noch hieß - vor der Übernahme durch Elon Musk im Jahr 2022 in Europa hatte.

Die Zahlen zeigen einen Rückgang von etwa elf Millionen europäischen Nutzern seit dem letzten Transparenzbericht vor nur sechs Monaten. Die größten absoluten Verluste verzeichnet die Plattform in Frankreich mit einem Minus von 2,7 Millionen Nutzern, Polen mit 1,8 Millionen und Deutschland mit 1,3 Millionen. In kleineren Ländern wie Litauen und Luxemburg hat X sogar ein Viertel seiner Nutzerschaft verloren.


Tatsächliche Nutzerzahlen vermutlich noch niedriger

Wie Heise zu bedenken gibt, dürften die tatsächlichen Nutzerzahlen noch deutlich niedriger sein. Der Grund dafür ist, dass X jeden Nutzer neu zählt, wenn dieser innerhalb des Beobachtungszeitraums von einem weiteren EU-Land aus auf die Plattform zugreift. Diese Mehrfachzählung führt zu erheblich überhöhten Statistiken. Frühere Berichte des Unternehmens zeigten, dass die reale Zahl der einzelnen Nutzer nur etwa zwei Drittel der offiziell berichteten Summe beträgt.

Hinzu kommt, dass X den Zugriff für nicht eingeloggte Nutzer stark eingeschränkt hat, um mehr Personen zum Anlegen eines Kontos zu bewegen. Diese Strategie zeigte teilweise Wirkung. Denn während die Gesamtzahl der Tweet-Leser in der EU im Jahresvergleich um 13 Prozent gesunken ist, beträgt der Rückgang bei nicht eingeloggten Nutzern sogar 26 Prozent. Bei eingeloggten Anwendern fällt das Minus mit vier Prozent deutlich geringer aus. Auch die Anzahl an Bots darf nicht unterschätzt werden. Zudem ist nicht klar, wie Nutzer mit mehreren Konten in die Zahlen eingehen.

Der Musk-Effekt

Die sinkenden Nutzerzahlen fallen mit Elon Musks zunehmend kontroversen politischen Aktivitäten zusammen. Der Unternehmer hat sich als prominenter Unterstützer von US-Präsident Donald Trump positioniert und wurde auch mit rechtsgerichteten Bewegungen wie der AfD in Europa in Verbindung gebracht. Diese Entwicklungen dürften maßgeblich am Nutzer-Exodus beteiligt sein.

Trotz des Nutzerrückgangs versucht Musk, ein positives Bild zu zeichnen. Im Mai 2024 behauptete er, X habe weltweit 600 Millionen aktive Nutzer und gewinne in einigen Regionen an Popularität. Die transparenten EU-Zahlen lassen jedoch erhebliche Zweifel an diesen Behauptungen aufkommen.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen vom allgemeinen Abwärtstrend. In Finnland verzeichnet X einen Anstieg der Gesamtnutzerzahl um beachtliche 22 Prozent. Damit ist das Land jedoch das einzige in Europa, in dem der Kurznachrichtendienst zulegen konnte.

Was haltet ihr von der Entwicklung bei X? Seid ihr selbst noch auf der Plattform aktiv oder habt ihr sie bereits verlassen? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • X verzeichnet starken Nutzerrückgang in der EU auf unter 95 Millionen
  • Reale Nutzerzahlen vermutlich noch niedriger durch Mehrfachzählungen
  • Größte absolute Verluste in Frankreich, Polen und Deutschland zu verzeichnen
  • Einschränkungen für nicht eingeloggte Nutzer zeigen teilweise Wirkung
  • Musks kontroverse politische Aktivitäten als möglicher Grund für Exodus
  • Finnland als einziges Land mit Nutzerzuwachs von 22 Prozent
  • Musks Behauptung von 600 Millionen weltweiten Nutzern zweifelhaft

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