X startet Nutzernamen-Verkauf für teils siebenstellige Beträge

X startet einen Marktplatz für inaktive Nutzernamen, um mehr Um­satz zu generieren. Zahlende Premium-Abonnenten können be­gehr­te Handles für bis zu siebenstellige Beträge kaufen. Kündigt man sein Abo, ist man teils aber auch den Nutzernamen wieder los.
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X macht Nutzernamen zu digitaler Ware

Elon Musks möchte mit X gerne mehr Geld verdienen. Dafür lässt sich das Team des Kurznachrichtendienstes immer wieder etwas Neues einfallen. Von X Money über ein Bezahl-Abonnement bis hin zu kostenpflichtigen Verifizierungshaken wurde schon einiges versucht, um den Umsatz anzukurbeln. Jetzt hat man eine weitere Idee und startet einen Marktplatz, über den zahlungswillige Kunden Nutzernamen anfordern und kaufen können.

Seltene Handles könnten dabei zwischen 2500 US-Dollar (etwa 2144 Euro) und über einer Million US-Dollar (etwa 857.000 Euro) kosten. Das System funktioniert dabei über zwei verschiedene Kategorien, die unterschiedliche Preismodelle und Verfügbarkeitsregeln haben.


Wie X mitteilte, soll der Marktplatz eine "faire und sichere Verteilung durch einen kontrollierten Prozess" ermöglichen und Bot-Spam oder Missbrauch verhindern. Die Initiative ist zunächst nur für Premium+ und Premium Business-Kunden zugänglich.

Priority und Rare

Sogenannte "Priority"-Handles umfassen oft vollständige Namen, Mehrwort-Phrasen oder alphanumerische Kombinationen und sind 'kostenlos' für Nutzer, die 40 Dollar im Monat für Premium+ oder 1000 Dollar für Premium Business zahlen. Beispiele für solche Handles sind @GabrielJones, @PizzaEater oder @ParadoxAI.

Allerdings gibt es einen Haken. Denn wenn Nutzer ihr Abonnement kündigen oder herabstufen, verlieren sie den Handle wieder. Diese Bindung an kostenpflichtige Abonnements macht deutlich, dass X langfristige Kundenbindung anstrebt.

Anders verhält es sich bei den sogenannten "Rare"-Handles. Diese umfassen kurze, generische oder kulturell bedeutsame Namen wie @Pizza, @Tom oder @One. Sie werden nicht über Standardanfragen verfügbar sein, sondern nur durch sogenannte öffentliche "Drops" und direkte Käufe auf Einladung angeboten.

Millionen für einen Nutzernamen

Bei öffentlichen Drops können mehrere Personen einen Handle beantragen, wobei X die Auswahl basierend auf den bisherigen Beiträgen der Nutzer zur Plattform und ihrer beabsichtigten Nutzung trifft. Bei direkten Käufen basiert die Preisgestaltung auf Faktoren wie Popularität des Wortes, Zeichenlänge und kultureller Bedeutung.

Im Gegensatz zu den Priority-Handles, können Nutzer Rare-Handles auch dann behalten, wenn ihr Premium-Abonnement endet. Die Plattform suchte bereits 2023 privat Käufer für bestimmte Nutzernamen mit einem Pauschalpreis von 50.000 US-Dollar (etwa 42.900 Euro).


Kritik an der Kommerzialisierung

Kritiker sehen in dem System jedoch eine problematische Entwicklung. Andrew Allemann (via Engadget), Herausgeber von Domain Name Wire, sieht zwar Ähnlichkeiten zwischen Xs Plan und seinem Marktplatz für abgelaufene Domains, warnt aber vor den Geschäftsbedingungen. Die Plattform von Elon Musk hatte bereits in der Vergangenheit begehrte Handles von aktiven Nutzern übernommen, ohne sie zu entschädigen.

Besonders umstritten war 2023 der Fall des Handles @X, das X ohne Entschädigung von einem langjährigen Nutzer übernahm. Ähnliche Fälle gab es auch bei anderen einprägsamen Handles, was Fragen zur Rechtssicherheit digitaler Identitäten in sozialen Netzwerken aufwirft.

In einem separaten "Handle Transfer Agreement" beschreibt X sein Handle-Kaufsystem als "sich entwickelnde Initiative", die andere Social-Media-Unternehmen übernehmen sollen. "Wir etablieren einen neuen Standard für Social-Media-Handles - ein Framework, das hoffentlich die breitere Industrie übernimmt, ähnlich wie Community Notes die Online-Transparenz beeinflusst haben", schreibt das Unternehmen.

Was haltet ihr von Xs neuem Handle-Marktplatz? Seht ihr darin eine faire Lösung für die Vergabe inaktiver Nutzernamen oder eine bedenkliche Kommerzialisierung digitaler Identitäten? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit.

Zusammenfassung
  • X startet Marktplatz für inaktive Nutzernamen mit Preisen bis zu Millionenhöhe
  • Premium-Abonnenten können zwischen Priority- und Rare-Handles wählen
  • Priority-Handles sind an Abonnements gebunden und gehen bei Kündigung verloren
  • Rare-Handles wie @Pizza oder @Tom werden als Direktkäufe angeboten
  • Vergabekriterien berücksichtigen bisherige Plattformaktivität der Nutzer
  • Das Unternehmen sieht darin einen neuen Industriestandard für Social-Media-Handles
  • X hatte 2023 begehrte Handles ohne Entschädigung von Nutzern übernommen

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