Musk und Trump sei Dank: Tesla muss nicht mehr alle Unfälle melden

Die Trump-Regierung lockert die Meldepflicht für Unfälle mit teil­autonomen Fahrzeugen. Tesla, dessen Fahrzeuge bisher 86 Prozent aller gemeldeten Vorfälle ausmachten, profitiert besonders davon. Kritiker befürchten weniger Transparenz bei der Sicherheit.

Tesla profitiert von gelockerten Unfallmeldepflichten

Die US-Regierung unter Präsident Trump hat die Regeln für die Meldung von Unfällen mit teilautonomen Fahrzeugen deutlich gelockert. Laut den neuen Bestimmungen müssen Hersteller bestimmte Unfälle mit Level-2-Fahrassistenzsystemen nicht mehr an die Nationale Behörde für Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) melden - konkret solche, die zwar ein Abschleppen des Fahrzeugs erfordern, aber keine Verletzten, Toten, gefährdeten Verkehrsteilnehmer oder ausgelöste Airbags zur Folge haben.

Tesla steht an der Spitze der Hersteller von Level-2-Systemen und war bisher für den Großteil der gemeldeten Unfälle verantwortlich. Von insgesamt 2359 Unfällen mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen seit Einführung der Meldepflicht im Juli 2021 entfielen etwa 2030 - also rund 86 Prozent - auf Teslas. Nach Analysen der Gruppe "Advocates for Highway and Auto Safety" fallen etwa 240 Tesla-Unfälle unter die neue Ausnahmeregelung, was einer Reduzierung der gemeldeten Vorfälle um 12 Prozent entspricht.

Wie The Verge berichtet, stand Tesla der Meldepflicht für Unfälle kritisch gegenüber. Das Unternehmen vertrat die Ansicht, dass die NHTSA die Daten in einer Weise präsentiere, die Verbraucher über die Sicherheit der Tesla-Fahrzeuge täusche.


Level-2-Fahrassistenzsysteme, wie Teslas Autopilot, übernehmen sowohl die Längs- als auch die Querführung des Fahrzeugs, erfordern jedoch ständige Aufmerksamkeit des Fahrers. Im Gegensatz dazu können Level-3-Systeme unter bestimmten Bedingungen die Fahraufgabe vollständig übernehmen, während Level-4- und Level-5-Systeme zunehmend autonomer agieren.

Kritik von Sicherheitsexperten

Sicherheitsexperten sehen die Regeländerung mit Sorge: "Obwohl diese Unfälle möglicherweise weniger schwerwiegend sind, könnten sie für die frühzeitige Erkennung von Sicherheitsbedenken (...) sehr wichtig sein", erklärt Michael Brooks, Geschäftsführer des Center for Auto Safety.

Die Lockerung der Meldepflicht erfolgte zeitnah zu Musks Ankündigung, ab Juni selbstfahrende Tesla-Taxis in Austin, Texas, einzuführen. Dort betreibt bereits Waymo, ein Tochterunternehmen der Google-Muttergesellschaft Alphabet, autonome Fahrdienste. Im Gegensatz zu Tesla muss Waymo weiterhin alle Unfälle melden, da seine Fahrzeuge mit vollautonomen Systemen ausgestattet sind. Verkehrsminister Sean Duffy begründete die Änderungen mit dem Ziel, "Bürokratie abzubauen und uns näher an einen einheitlichen nationalen Standard zu bringen, der Innovation fördert und Sicherheit priorisiert".

Was haltet ihr von dieser Regeländerung? Glaubt ihr, dass weniger Meldepflichten zu mehr Innovation führen oder seht ihr Risiken für die Verkehrssicherheit? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • US-Regierung lockert Meldepflicht für Unfälle mit Level-2-Systemen
  • Tesla profitiert besonders, da 86 % der gemeldeten Vorfälle von ihnen
  • Etwa 240 Tesla-Unfälle fallen unter die neue Ausnahmeregelung
  • Sicherheitsexperten befürchten weniger Transparenz bei der Sicherheit
  • Waymo muss weiterhin alle Unfälle melden wegen Vollautonomie
  • Verkehrsminister: Ziel ist Bürokratieabbau und Innovationsförderung
  • Musk kündigt selbstfahrende Tesla-Taxis in Austin für Juni an

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