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Planet Neun wird dank eines neuen Suchverfahrens greifbar

Astronomen haben einen neuen Ansatz für die Suche nach einem neunten Planeten in unserem Sonnensystem, der sich weit jenseits des Neptuns befinden soll. Und dieser hat tatsächlich bereits erste Ergebnisse gebracht.

Spuren im Infrarot

Seit Jahrzehnten fasziniert Astronomen die Suche nach weiteren, bislang unentdeckten Planeten im äußeren Sonnensystem. Nachdem Pluto 2006 den Status eines Planeten verloren hatte, schlugen die Astronomen Konstantin Batygin und Mike Brown 2016 die Existenz eines hypothetischen "Planet Neun" vor. Hinweise auf dessen Existenz liefern ungewöhnliche Bahnen von Objekten jenseits des Neptun, die auf die gravitative Wirkung eines bislang unsichtbaren Himmelskörpers hindeuten.

Direkte Beobachtungen blieben jedoch bisher aus. Und das hat durchaus gute Gründe. Denn ein Objekt, das so weit von der Sonne entfernt ist, reflektiert kaum noch Licht. Mit herkömmlichen Teleskopen ist es somit schwer auszumachen. Und auch die indirekte Standortbestimmung durch Gravitations-Wechselwirkungen mit anderen Objekten brachte bisher wenig Konkretes.


Ein Forschungsteam unter Leitung von Terry Long Phan nutzte nun zwei umfassende Infrarot-Himmelsdurchmusterungen - IRAS und AKARI -, um potenzielle Planet-Neun-Kandidaten aufzuspüren. Der 23-jährige Abstand zwischen den beiden Datensätzen ermöglicht es, die langsame Bewegung eines fernen Planeten, die lediglich etwa 3 Bogenminuten pro Jahr beträgt, zu erkennen. Besonders die AKARI-MUSL-Daten, die schwache, bewegliche Quellen besser erfassen als frühere Kataloge, spielten dabei eine zentrale Rolle.

Ein Kandidat bleibt

Die Forscher identifizierten so auch 13 Kandidatenpaare, deren Eigenschaften zu einem massereichen Objekt in 500 bis 700 Astronomischen Einheiten Entfernung und mit 7 bis 17 Erdmassen passen könnten. Nach einer intensiven Überprüfung blieb ein besonders vielversprechender Kandidat übrig: Die Quellen zeigten die erwartete Positionsverschiebung zwischen den beiden Beobachtungen und ließen sich nicht als stationäre Objekte erklären.

Allerdings reichen die bisherigen Daten noch nicht aus, um eine eindeutige Umlaufbahn zu bestimmen. Weitere Beobachtungen, etwa mit der leistungsfähigen Dark Energy Camera (DECam), sollen folgen. Die Suche nach Planet Neun geht damit in eine neue Phase. Sollte der Planet tatsächlich entdeckt werden, wäre dies ein bedeutender Meilenstein für das Verständnis der Struktur und Entstehung unseres Sonnensystems.

Zusammenfassung
  • Neuer Ansatz zur Suche nach hypothetischem neunten Planeten
  • Ungewöhnliche Bahnen von Objekten jenseits des Neptun als Hinweis
  • Nutzung von zwei Infrarot-Himmelsdurchmusterungen zur Aufspürung
  • Identifizierung von 13 Kandidatenpaaren für Planet Neun
  • Ein vielversprechender Kandidat nach intensiver Überprüfung
  • Weitere Beobachtungen mit leistungsfähiger Dark Energy Camera geplant
  • Entdeckung wäre Meilenstein für Verständnis des Sonnensystems

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