Google: Verkauf würde das Ende von Chrome in aktueller Form bedeuten

Im US-Verfahren gegen Google geht es darum, inwie­fern ein Ver­kauf des Browsers Chrome die Forderungen der Wettbe­werbshüter befriedigen könnte. Chrome-Chefin Parisa Tabriz beteu­er­te dazu, dass nur Google Chrome zu dem mache, was der Browser heute ist.
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Chrome-Chefin: Features sind von Google abhängig

Geht es nach Googles General Manager of Chrome, Paria Tabriz, kann nur der Internetkonzern selbst dafür sorgen, dass Chrome in seiner heute existierenden Form bestehen kann. Grund dafür sind die vielen Verbindungen, die der Chrome-Browser zu anderen Diensten aus Googles Ökosystem hat. Ohne diese Verbindungen sei es nicht möglich, das "Niveau an Features und Funktionalität zu bieten, das der populäre Chrome-Browser heute hat", so Tabriz laut Bloomberg.

Google sei schlicht das einzige Unternehmen, das in der Lage sei, ein derartiges Paket zu bieten. Chrome stelle heute das Ergebnis von 17 Jahren der Kooperation zwischen den Entwicklern dar. Es habe noch nie ein Beispiel gegeben, in dem man versucht habe, ein derart eng verwobenes Geflecht aufzudröseln, so Tabriz Tenor.


Grundlegende Chrome-Features wie das Safe Browsing oder die Warnfunktion für gestohlene Passwörter seien zudem von der gemeinsam Google-Infrastruktur von Chrome und anderen Diensten abhängig und könnten deshalb nicht von anderen Betreibern realisiert werden, sagte die Managerin bei einem Auftritt vor Gericht am letzten Freitag weiter.

90% des Chromium-Codes kommt seit 2015 von Google

Chrome basiere zwar auf dem quelloffenen Chromium-Projekt, so Tabriz, Google habe aber mehr als 90 Prozent des seit 2015 eingeflossenen Chromium-Codes beigesteuert und hunderte Millionen von Dollar in das Open-Source-Projekt gesteckt. Aktuell hat Chrome einen Marktanteil von über 66 Prozent weltweit und damit alle anderen Browser-Anbieter weit hinter sich gelassen.

Die Google-Managerin versucht mit ihrer Argumentation vor Gericht zu verhindern, dass die US-Behörden das Unternehmen dazu zwingen, Chrome an Dritte zu veräußern. Bisher haben unter anderem die KI-Firmen OpenAI und Perplexity sowie die Suchmaschinenanbieter und Portalbetreiber DuckDuckGo und Yahoo Interesse an einer Übernahme von Chrome bekundet.

Bei einem möglichen Verkaufspreis von rund 50 Milliarden Dollar dürfte ein Verkauf von Chrome für die meisten Interessenten nur schwer zu stemmen sein. Hintergrund ist das Verfahren der US-Behörden wegen des Missbrauchs der Marktmacht von Chrome durch Google.

Zusammenfassung
  • Google-Managerin: Nur Google kann Chrome in aktueller Form erhalten
  • Chrome eng mit Google-Diensten verwoben, schwer von Dritten zu betreiben
  • Wichtige Features wie Safe Browsing hängen von Google-Infrastruktur ab
  • Google steuerte über 90 Prozent des Chromium-Codes seit 2015 bei
  • Chrome hat weltweit einen Marktanteil von über 66 Prozent
  • Verkaufspreis von Chrome wird auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt
  • US-Behörden prüfen möglichen Verkauf wegen Marktmachtmissbrauchs

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