Wird Google Chrome verkauft? Yahoo, DuckDuckGo & Co interessiert

OpenAI ist nicht die einzige Firma, die mit Vergnügen zuschlagen würde, sollte Google in Folge des Monopolverfahrens der US-Regie­rung wirklich zum Verkauf seines Web-Browsers Chrome gezwungen werden. Sogar Yahoo würde Chrome gern kaufen.
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Reihenweise Übernahmeinteressenten

Dass Google Chrome unter Umständen zum Verkauf kommen könnte, steht noch lange nicht fest. Zwar laufen im Wettbewerbsverfahren gegen Google derzeit die Verhandlungen um mögliche Gegenmaßnahmen, mit denen der Internetgigant, der Teil des Mutterkonzerns Alphabet ist, die Forderungen der US-Regierung zur Erfüllung der Auflagen wegen seiner Verstöße erfüllen könnte, doch ist längst nichts entschieden.

Dennoch wächst die Zahl der Unternehmen, die Interesse daran bekunden, den Browser Chrome von Google zu übernehmen. Zuletzt hatte das von Microsoft mitfinanzierte Startup-Unternehmen OpenAI verlauten lassen, dass man offen dafür wäre, Chrome zu erwerben. Mittlerweile hat auch die Firma hinter der alternativen Suchmaschine DuckDuckGo ihren Hut in den Ring geworfen. Sollte der Preis keine Rolle spielen, wäre man natürlich bereit Chrome zu erwerben, hieß es.

Laut dem US-Wirtschaftsdienst Bloomberg ist auch der Portalbetreiber und Publisher Yahoo am Kauf von Chrome interessiert. Zwar wäre Chrome nach Meinung des Chefs von DuckDuckGo und dem für das Geschäft mit der Internetsuche zuständigen Yahoo-Manager rund 50 Milliarden Dollar wert, doch stellt der Browser wohl auch den "strategisch gesehen wichtigsten Player im Web" dar, hieß es.

Mit dem Kauf von Chrome könnte Yahoo seinen Marktanteil bei der Websuche wohl von derzeit drei Prozent auf einen zweistelligen Wert steigern, schließlich gehen rund 60 Prozent aller Suchanfragen im Web aktuell von Nutzern des Browsers aus. In den meisten Fällen ist dabei die Such- bzw. Adressleiste des Browsers der Ursprung der Suchmaschinenzugriffe. Wie die Finanzierung einer Chrome-Übernahme letztlich aussehen könnte, ist derweil vollkommen unklar.

Bei all den Gerüchten oder öffentlichen Interessensbekundungen rund um einen möglichen Verkauf von Chrome ist zu bedenken, dass es hier um die "kommerzielle" Version des Browsers geht, die von Google vermarktet wird. Sollte tatsächlich eine Abspaltung erzwungen werden, müsste Google sich auch von der Chromium-Plattform verabschieden müssen, deren Open-Source-Basis auch die Grundlage für diverse andere Browser wie Opera, Edge und Vivaldi bildet.

Geht es nach dem US-Justizministerium, wäre der Verkauf von Chrome ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Monopolstellung von Google. Für den Internetgiganten kommt eine Trennung von einem Browser natürlich nicht infrage, hat die Software doch einen enormen Anteil daran, dass Google heute eine derart dominierende Stellung in der Vermarktung von Werbung im Internet innehat und der führende Suchmaschinenbetreiber ist.

Zusammenfassung
  • US-Regierung erwägt Zwangsverkauf von Google Chrome im Monopolverfahren
  • OpenAI, DuckDuckGo und Yahoo zeigen Interesse am Kauf von Chrome
  • Yahoo sieht Potenzial zur Steigerung des Marktanteils bei der Websuche
  • Chrome gilt als 'strategisch wichtigster Player im Web' mit hohem Wert
  • Verkauf könnte auch Open-Source-Basis Chromium betreffen
  • US-Justizministerium sieht Verkauf als Schritt gegen Googles Monopol
  • Google lehnt Trennung vom Browser aufgrund seiner Bedeutung strikt ab

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