Marsstaub wäre für Astronauten giftiger und gefährlicher als gedacht
Eine aktuelle Studie zeigt, dass der allgegenwärtige Mars-Staub ein erhebliches Gesundheitsrisiko für künftige Astronauten darstellen dürfte. Die mikroskopisch kleinen Partikel enthalten toxische Substanzen und können die Lunge nachhaltig schädigen.
Die feinen Staubpartikel enthalten verschiedene gesundheitsgefährdende Substanzen. Besonders kritisch sind Perchlorate, die bereits in geringen Mengen die Hormonregulation stören können. Auch Eisenoxide, Silika und Gips wurden nachgewiesen. Das enthaltene Silika kann wie bei Bergarbeitern auf der Erde zu Lungenkrankheiten wie Silikose führen. Die ebenfalls gefundenen Spuren von Arsen, Chrom und Beryllium liegen in Konzentrationen vor, deren gesundheitliche Auswirkungen bisher nicht abschließend geklärt sind.
Eine neue Studie im Fachjournal GeoHealth zeigt, dass die elektrostatische Aufladung den Mars-Staub besonders gefährlich macht. Ähnlich wie beim Mondstaub während der Apollo-Missionen haftet er hartnäckig an Raumanzügen und kann in Habitate eindringen. Die Kombination aus Staubbelastung und erhöhter Strahlenexposition macht Astronauten besonders anfällig für Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose.
Als zusätzliche Schutzmaßnahmen empfehlen die Forscher Vitamin C gegen Chrombelastung und Jod zur Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen durch Perchlorate. Diese Nahrungsergänzungsmittel erfordern jedoch eine sorgfältige Dosierung: Eine übermäßige Vitamin-C-Zufuhr kann das Risiko für Nierensteine erhöhen - ein Problem, das durch die Schwerelosigkeit bereits verstärkt wird.
Siehe auch:
Gesundheitsrisiken durch toxischen Mars-Staub
Die Erforschung des Mars, die irgendwann einmal in Zukunft wohl kommen wird, stellt die Raumfahrt vor diverse Herausforderungen. Neben den bekannten Gefahren durch kosmische Strahlung und Schwerelosigkeit erweist sich der allgegenwärtige Mars-Staub als bislang unterschätztes Gesundheitsrisiko für Astronauten. Mit einem Durchmesser von durchschnittlich drei Mikrometern - etwa vier Prozent der Breite eines menschlichen Haares - können die Partikel nämlich tief in die Lunge eindringen und in den Blutkreislauf gelangen.Die feinen Staubpartikel enthalten verschiedene gesundheitsgefährdende Substanzen. Besonders kritisch sind Perchlorate, die bereits in geringen Mengen die Hormonregulation stören können. Auch Eisenoxide, Silika und Gips wurden nachgewiesen. Das enthaltene Silika kann wie bei Bergarbeitern auf der Erde zu Lungenkrankheiten wie Silikose führen. Die ebenfalls gefundenen Spuren von Arsen, Chrom und Beryllium liegen in Konzentrationen vor, deren gesundheitliche Auswirkungen bisher nicht abschließend geklärt sind.
NASA erklärt in einer Minute, wie eine Marsreise funktionieren würde
Eine neue Studie im Fachjournal GeoHealth zeigt, dass die elektrostatische Aufladung den Mars-Staub besonders gefährlich macht. Ähnlich wie beim Mondstaub während der Apollo-Missionen haftet er hartnäckig an Raumanzügen und kann in Habitate eindringen. Die Kombination aus Staubbelastung und erhöhter Strahlenexposition macht Astronauten besonders anfällig für Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose.
Prävention als oberste Priorität
Eine Mars-Mission erlaubt keine schnelle Rückkehr zur Erde für medizinische Behandlungen, warnen die Autoren der Studie. Die Kommunikationsverzögerung von bis zu 40 Minuten erschwert zudem die medizinische Fernbetreuung vom Kontrollzentrum aus. Die Experten setzen daher auf Prävention: Eine Kombination aus Luftfiltern, selbstreinigenden Raumanzügen und elektrostatischen Abweisungssystemen soll die Staubexposition minimieren.Als zusätzliche Schutzmaßnahmen empfehlen die Forscher Vitamin C gegen Chrombelastung und Jod zur Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen durch Perchlorate. Diese Nahrungsergänzungsmittel erfordern jedoch eine sorgfältige Dosierung: Eine übermäßige Vitamin-C-Zufuhr kann das Risiko für Nierensteine erhöhen - ein Problem, das durch die Schwerelosigkeit bereits verstärkt wird.
Zusammenfassung
- Mars-Staub stellt erhebliches Gesundheitsrisiko für Astronauten dar
- Mikroskopisch kleine Partikel enthalten giftige Substanzen
- Elektrostatische Aufladung macht Mars-Staub besonders gefährlich
- Staubbelastung und Strahlung erhöhen Risiko für Lungenerkrankungen
- Prävention durch Luftfilter und selbstreinigende Raumanzüge geplant
- Nahrungsergänzungsmittel als zusätzliche Schutzmaßnahme empfohlen
- Schnelle medizinische Hilfe bei Mars-Missionen nicht möglich
Siehe auch:
- Curiosity findet längste organische Moleküle seit der Mars-Erforschung
- ESA-Sonde Hera: Spektakuläre Bilder des Mars-Mondes Deimos
- Rückzugsort für Marsleben? Neu interpretierte Daten lassen aufhorchen
- Strand statt Staubwüste: Rover deckt weitere Mars-Geheimnisse auf
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