Ursprung unbekannt: Geheimnisvoller "Schädelhügel" verblüfft NASA

Ein ungewöhnlich dunkler Gesteinsbrocken auf dem Mars sorgt für Aufmerksamkeit: Das Objekt namens "Skull Hill" unterscheidet sich deutlich von seiner Umgebung - sowohl in Farbe als auch in Form. Der Ursprung: Unbekannt.
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Mars mit Rätsel: NASA wundert sich über dunklen Felsen

Bei einer Erkundungstour des Marsrovers Perseverance am 11. April 2025 fiel ein einzelner, kantiger Fels ins Auge, der auf den Namen "Skull Hill" getauft wurde. Das auffällig dunkle Gestein liegt auf hellerem Marsboden und wirkt aufgrund seiner glatten Oberfläche und den kleinen Vertiefungen wie ein Fremdkörper in der Landschaft. Die Aufnahme stammt von der hochauflösenden Farbkamera Mastcam-Z an Bord des Rovers und zeigt die Gesteinsstruktur in hohem Detailgrad.

"Skull Hill" liegt nicht in einem sichtbaren Gesteinsverband, sondern frei auf dem Boden - die NASA spricht von einem "Float". Solche Gesteine wurden von ihrem Ursprungsort fortbewegt, zum Beispiel durch Einschläge oder Erosion. Sie sind geologisch besonders spannend, weil sie Hinweise auf weiter entfernte Regionen oder tiefere Schichten liefern können. Kleine, kugelförmige Strukturen im umliegenden Sand - sogenannte "Sphärulen" - könnten zusätzlich Aufschluss über frühere Schock- oder Schmelzprozesse geben. Mars 2020 RoverSkull Hill: Der ungewöhnlich Mars-Stein
Wenn das Team die Zusammensetzung der dunklen Fragmente versteht, lässt sich auch ihr Ursprung besser einordnen.
Margaret Deahn, Doktorandin Purdue University
Zunächst erinnerte die dunkle Färbung von "Skull Hill" an Meteoritenfunde, wie sie auch schon in einer anderen Mars-Region - dem Gale-Krater - beobachtet wurden. Diese bestehen oft aus Metallverbindungen wie Eisen und Nickel. Die chemische Analyse mit dem Instrument "SuperCam", das Laserimpulse zur Materialuntersuchung nutzt, zeigte jedoch, dass bei "Skull Hill" diese typischen Metallanteile fehlen.

Technische Ausrüstung des Perseverance-Rovers:
  • Mastcam-Z - Zoomfähige Stereokamera für geologische Untersuchungen und Navigation.
  • SuperCam - Fernerkundung per Laser, Kamera und Spektrometer zur Analyse von Gestein und Atmosphäre.
  • PIXL - Röntgenfluoreszenz-Spektrometer zur hochauflösenden chemischen Analyse von Gesteinsoberflächen.
  • SHERLOC - UV-Raman-Spektrometer zur Suche nach organischen Stoffen und Mineralien.
  • MOXIE - Experiment zur Gewinnung von Sauerstoff aus dem atmosphärischen CO₂ des Mars.
  • MEDA - Wetterstation zur Messung von Temperatur, Wind, Druck, Feuchtigkeit und Staub.
  • RIMFAX - Bodenradar zur Untersuchung unterirdischer Strukturen bis zu 10 Meter Tiefe.

Einige Theorie

Laut dem Beitrag der NASA kommen deshalb andere Ursprünge infrage. Das Gestein könnte vulkanischen Ursprungs sein, also durch die Abkühlung flüssigen Gesteinsmaterials entstanden sein. Solche "magmatischen Gesteine" enthalten oft dunkle Minerale wie Olivin oder Pyroxen, die auch auf dem Mars verbreitet sind.

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Noch ist unklar, ob "Skull Hill" durch einen Meteoriteneinschlag aus tieferen Schichten herausgeschleudert wurde oder aus einem anderen Gebiet in den Jezero-Krater gelangte. Doch die Kombination aus Bilddaten und chemischer Analyse liefert wichtige Puzzlestücke für ein besseres Verständnis der geologischen Vergangenheit des Mars.

Was kann Perseverance messen?
Der Rover Perseverance verfügt über sieben Hauptinstrumente, die zusammen ein breites Spektrum an Messungen ermöglichen. Mit SHERLOC und PIXL kann er die chemische Zusammensetzung von Gestein analysieren, während SuperCam aus der Ferne Gesteinsproben untersuchen kann.

MEDA misst kontinuierlich Wetterbedingungen wie Temperatur, Luftdruck und Staubpartikel. RIMFAX scannt den Untergrund mittels Radarwellen, während die Mastcam-Z hochauflösende Panoramabilder liefert. Das MOXIE-Experiment demonstriert sogar die Sauerstoffproduktion aus der Marsatmosphäre.
Wie sammelt er Proben?
Perseverance verfügt über ein komplexes Probenahmesystem mit robotischem Arm, Bohrer und mehreren Spezialkameras. Der Rover bohrt in ausgewählte Gesteine, entnimmt zylindrische Proben und versiegelt diese in speziellen Titanröhrchen für die spätere Rücksendung zur Erde.

Das System kann bis zu 43 Probenröhrchen füllen, wobei einige als "Witness Tubes" dienen, um mögliche Kontaminationen zu erfassen. Die gesammelten Proben werden an vordefinierten Stellen abgelegt, wo sie später von einer zukünftigen Mission aufgenommen und zur Erde zurückgebracht werden sollen.
Was macht der Mars-Helikopter?
Der Marshelikopter Ingenuity dient als technologische Demonstration und ist das erste Fluggerät, das auf einem anderen Planeten kontrollierte Flüge durchführt. Er wiegt nur 1,8 kg und verfügt über Zwillingsrotoren, die sich mit etwa 2.400 Umdrehungen pro Minute drehen - fünfmal schneller als bei Helikoptern auf der Erde.

Ingenuity ist mit Solarzellen zur Energieversorgung, Navigationskameras und einer Kommunikationsantenne ausgestattet. Er kommuniziert nicht direkt mit der Erde, sondern nutzt den Perseverance Rover als Relaisstation. Ursprünglich für nur fünf Testflüge konzipiert, hat er diese Erwartungen weit übertroffen.
Wie erzeugt MOXIE Sauerstoff?
MOXIE (Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment) demonstriert die Technologie zur Sauerstoffgewinnung aus der Marsatmosphäre. Es entnimmt Kohlendioxid (CO₂), das 96% der Marsatmosphäre ausmacht, und spaltet es durch einen elektrochemischen Prozess in Sauerstoff und Kohlenmonoxid.

Das Gerät arbeitet wie eine umgekehrte Brennstoffzelle: Es erhitzt das CO₂ auf etwa 800°C und leitet es durch spezielle Materialien, die Sauerstoffionen extrahieren. MOXIE kann etwa 10 Gramm Sauerstoff pro Stunde produzieren - ein wichtiger Schritt für zukünftige bemannte Marsmissionen, die sowohl Atemluft als auch Raketentreibstoff benötigen würden.
Wie kommuniziert der Rover?
Perseverance kommuniziert über ein zweistufiges System mit der Erde. Für die direkte Kommunikation nutzt er seine Hochgewinn-Antenne, die Daten mit bis zu 160 Bit pro Sekunde übertragen kann - ausreichend für einfache Kommandos und Statusmeldungen.

Für große Datenmengen wie Bilder und wissenschaftliche Daten nutzt der Rover Mars-Orbiter als Relaisstationen. Diese können Daten mit bis zu 2 Megabit pro Sekunde zur Erde senden. Hauptsächlich werden der Mars Reconnaissance Orbiter und MAVEN für diese Kommunikation genutzt, wodurch täglich mehrere Hundert Megabyte an Daten übertragen werden können.
Welche Kameras hat Perseverance?
Perseverance ist mit insgesamt 23 Kameras ausgestattet - mehr als jede frühere Marsmission. Die Mastcam-Z auf dem "Kopf" des Rovers kann hochauflösende, farbige Panoramabilder und 3D-Aufnahmen erstellen sowie Videosequenzen aufnehmen.

Weitere spezialisierte Kameras umfassen die SuperCam für Fernanalysen, sechs Navigationskameras für autonomes Fahren, WATSON für Mikroskopaufnahmen von Gestein, und die SHERLOC-Kamera für UV-Spektroskopie. Hinzu kommen die spektakuläre Landekamera und der "Entry, Descent, and Landing"-Kamerasatz, der die historischen Aufnahmen der Landung lieferte.
Wie bewegt sich der Rover fort?
Perseverance bewegt sich auf sechs speziell entwickelten Aluminiumrädern mit einem Durchmesser von 52,5 cm fort, die verbessert wurden gegenüber dem Vorgängermodell Curiosity. Jedes Rad verfügt über eigene Motoren und die vorderen und hinteren Räder können unabhängig gelenkt werden.

Der Rover kann bis zu 200 Meter pro Tag zurücklegen und Hindernisse von bis zu 40 cm Höhe überwinden. Er nutzt ein autonomes Navigationssystem mit stereoskopischen Kameras und spezieller Software, die Gefahren erkennt und eigenständig Routen planen kann, wodurch er weniger auf direkte Steuerung von der Erde angewiesen ist.
Wie lange hält der Rover durch?
Perseverance wird durch einen radioisotopen Thermoelektrischen Generator (RTG) mit Energie versorgt, der Wärme aus dem radioaktiven Zerfall von Plutonium-238 in Elektrizität umwandelt. Dieses System liefert konstant etwa 110 Watt Leistung, unabhängig von Tageszeit, Jahreszeit oder Staubstürmen.

Die Primärmission war auf mindestens ein Marsjahr (etwa zwei Erdjahre) ausgelegt, aber der RTG wird voraussichtlich für mindestens 14 Jahre ausreichend Energie liefern. Die tatsächliche Lebensdauer hängt jedoch von mechanischen Komponenten ab, die Verschleiß unterliegen. Frühere Mars-Rover haben ihre geplante Lebensdauer deutlich übertroffen.
Zusammenfassung
  • Marsrover Perseverance entdeckt dunklen Gesteinsbrocken 'Skull Hill'
  • Auffälliger Fels unterscheidet sich in Farbe und Form von Umgebung
  • Ursprung unbekannt, könnte Hinweise auf andere Regionen liefern
  • Chemische Analyse schließt meteoritischen Ursprung weitgehend aus
  • Vermutlich vulkanisches Gestein mit dunklen Mineralen wie Olivin
  • Genaue Herkunft noch unklar, möglicherweise durch Einschlag freigelegt
  • Fund liefert wichtige Erkenntnisse zur geologischen Mars-Geschichte

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