Rückzugsort für Marsleben? Neu interpretierte Daten lassen aufhorchen
Rückzugsort für Marsbewohner? Seismische Daten vom roten Planeten deuten auf flüssiges Wasser in Kilometern Tiefe hin. Die Entdeckung könnte die Suche nach mikrobiellem Leben auf unserem Nachbarplaneten in eine neue Richtung lenken.
Ikuo Katayama von der Universität Hiroshima und Yuya Akamatsu vom Forschungsinstitut für Marine Geodynamik haben diese Daten jetzt neu interpretiert - mit spektakulären Schlussfolgerungen. Sie entdeckten auffällige Grenzen in 10 und 20 Kilometern Tiefe, die sie als möglichen Übergang von trockenen zu wassergefüllten Gesteinsspalten deuten. "Wenn flüssiges Wasser auf dem Mars existiert", erklärt Katayama, "ist die Präsenz mikrobieller Aktivität möglich."
InSight liefert wertvolle Daten aus dem Marsuntergrund
Um ihre Theorie zu überprüfen, führten die Wissenschaftler Laborexperimente mit marsähnlichem Gestein durch. Sie maßen die Geschwindigkeit von P- und S-Wellen in trockenen, nassen und gefrorenen Gesteinsproben. Die Ergebnisse unterstützen ihre Hypothese: Die gemessenen Geschwindigkeitsunterschiede auf dem Mars könnten tatsächlich durch die Anwesenheit von Wasser erklärt werden.
Siehe auch:
Neue Sicht auf Insight-Daten
Die NASA-Sonde InSight, die 2018 auf dem Mars landete, nutzt den hochempfindlichen Seismometer SEIS (Seismic Experiment for the Interior Structure), um das Innere des Planeten zu erforschen. Dieses Instrument misst winzige Erschütterungen, die durch Marsbeben oder Meteoriteneinschläge verursacht werden. Die dabei entstehenden seismischen Wellen durchqueren den Planeten und liefern Informationen über dessen inneren Aufbau.Viele Studien lassen auf Wasser auf dem alten Mars vor Milliarden von Jahren schließen, aber unser Modell deutet auf flüssiges Wasser auf dem heutigen Mars hin.Zwei Arten von seismischen Wellen sind besonders aufschlussreich: P-Wellen (Primärwellen) und S-Wellen (Sekundärwellen). P-Wellen können sich durch feste Stoffe und Flüssigkeiten bewegen, während S-Wellen nur durch feste Materialien reisen. Die Geschwindigkeit dieser Wellen ändert sich je nach Beschaffenheit des durchquerten Materials.
Ikuo Katayama von der Universität Hiroshima und Yuya Akamatsu vom Forschungsinstitut für Marine Geodynamik haben diese Daten jetzt neu interpretiert - mit spektakulären Schlussfolgerungen. Sie entdeckten auffällige Grenzen in 10 und 20 Kilometern Tiefe, die sie als möglichen Übergang von trockenen zu wassergefüllten Gesteinsspalten deuten. "Wenn flüssiges Wasser auf dem Mars existiert", erklärt Katayama, "ist die Präsenz mikrobieller Aktivität möglich."
InSight liefert wertvolle Daten aus dem Marsuntergrund
Um ihre Theorie zu überprüfen, führten die Wissenschaftler Laborexperimente mit marsähnlichem Gestein durch. Sie maßen die Geschwindigkeit von P- und S-Wellen in trockenen, nassen und gefrorenen Gesteinsproben. Die Ergebnisse unterstützen ihre Hypothese: Die gemessenen Geschwindigkeitsunterschiede auf dem Mars könnten tatsächlich durch die Anwesenheit von Wasser erklärt werden.
Erst mal unerreichbar
Die letzten Jahre haben immer wieder spannende Hinweise auf Wasser auf dem Mars geliefert - vor allem auf Spuren aus der Vergangenheit. Diese neue Studie, veröffentlicht in Geology, gibt Hoffnung, dass Wasser nicht nur einst existierte, sondern auch heute noch flüssig im Untergrund zu finden ist. Doch der Zugang zu diesen Tiefen stellt enorme technische Herausforderungen dar. Um die vermuteten Wasser führenden Schichten in bis zu 20 Kilometern Tiefe direkt zu untersuchen, wäre Technologie erforderlich, die unsere derzeitigen Möglichkeiten bei Weitem übersteigt.Geschichte der Mars-Wasserforschung
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1971
Mariner 9: Der erste Orbiter, der den Mars vollständig kartierte und zahlreiche Flussbetten sowie erosive Strukturen entdeckte, was auf einst fließendes Wasser hindeutete
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1997
Mars Global Surveyor: Mit detaillierten topografischen Karten wurden ausgedehnte Flussbetten und Erosionsmuster identifiziert, die auf frühere Wasserflüsse schließen ließen
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2001
Mars Odyssey: Die Entdeckung großer Mengen an Wasserstoff im Oberflächenboden deutete auf subglaziales Wassereis hin
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2003
Mars Express (ESA): Diese Mission lieferte erste Belege für vergangene Wasseraktivität und wies auf das Vorhandensein von unterirdischem Eis hin
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2004
Opportunity Rover: Durch die Analyse von Mineralien, wie etwa Hämatit, wurden Hinweise auf wasserbedingte Prozesse in der Vergangenheit gefunden
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2008
Phoenix Lander: Durch direkte Bodenproben bestätigte der Lander die Existenz von Wassereis in der Marsnordpolregion
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2012
Curiosity Rover: Die Entdeckung von Sedimentschichten, alten Flussbetten und Seen deutet auf eine einst lebensfreundliche, wasserreiche Umgebung hin
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2015
Mars Reconnaissance Orbiter: Diese Mission identifizierte temporäre Feuchtigkeitsindikatoren und mögliche saisonale Flüssigkeitsaktivitäten, was weitere Hinweise auf Wasser im Marsboden liefert
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2021
Perseverance Rover: Im Jezero-Krater wird intensiv nach fossilen Spuren und Beweisen für vergangene Wasseraktivität gesucht, um die Geschichte eines ehemals feuchten Mars zu rekonstruieren
Zusammenfassung
- Seismische Daten deuten auf flüssiges Wasser in 10-20 km Tiefe auf Mars
- NASA-Sonde InSight liefert Daten über Marsinneres durch Seismometer SEIS
- Geschwindigkeitsunterschiede von P- und S-Wellen geben Hinweise auf Wasser
- Laborexperimente mit marsähnlichem Gestein unterstützen die Hypothese
- Mögliche Existenz von Wasser erhöht Chancen auf mikrobielle Aktivität
- Zugang zu vermuteten Wasserschichten stellt eine enorme technische Herausforderung dar
- Die Studie gibt Hoffnung auf aktuell existierendes flüssiges Wasser auf Mars
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