Starliner patzt, NASA stützt:
Boeing darf an Pannenkapsel weiterbasteln

Heliumlecks, ausgefallene Triebwerke und deformierte Dichtungen - die erste bemannte Starliner-Mission zur ISS häufte kritische Pro­ble­me an. Doch die NASA will an der Raumkapsel Boeings festhalten und ordnet weitere unbemannte Testflüge an.
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NASA

Neue Hürden für Boeings Raumfahrtambitionen

Der erste bemannte Testflug des Boeing Starliner zur Internationalen Raumstation (ISS) entwickelte sich zu einer technischen Herausforderung mit weitreichenden Konsequenzen. Die NASA-Astronauten Sunita Williams und Butch Wilmore starteten im Juni 2024 zu einer geplanten achttägigen Mission. Daraus wurde ein unfreiwilliger neunmonatiger ISS-Aufenthalt. Die Rückkehr zur Erde erfolgte erst in den vergangenen Tagen - allerdings nicht im Starliner, sondern in einer Dragon-Kapsel von SpaceX.

Während des Fluges traten mehrere schwerwiegende technische Probleme auf. Die Kapsel entwickelte Heliumlecks, die die Treibstoffversorgung beeinträchtigten. Beim Andockmanöver an die ISS fielen zudem fünf der 28 Steuerungstriebwerke (RCS-Thruster) aus. Zwar gelang es den Technikern, vier der ausgefallenen Triebwerke zu reaktivieren, doch die Häufung der Probleme veranlasste die NASA, die Kapsel im September 2024 ohne Besatzung zur Erde zurückzuschicken.


Umfangreiche Untersuchungen geplant

Steve Stich, der Leiter vom NASA Commercial Crew Program, kündigte für den Sommer 2025 detaillierte Bodentests an. Im Fokus stehen die als "Doghouses" bezeichneten Triebwerksbehälter des Starliner, die im White-Sands-Testgelände untersucht werden sollen. Erste Analysen zeigen, dass wiederholte Triebwerkszündungen zu einer Überhitzung führten. Diese verursachte Verformungen an den Teflondichtungen, was den Treibstofffluss beeinträchtigte.

Die Entwicklung des Starliner belastet auch Boeings Bilanz erheblich. Bisher entstanden Kosten von mehr als zwei Milliarden Dollar (etwa 1,85 Milliarden Euro). Der ursprüngliche NASA-Vertrag über 4,2 Milliarden Dollar wurde bereits um 326 Millionen Dollar erweitert. Zum Vergleich: SpaceX hat mit seiner Dragon-Kapsel bereits elf erfolgreiche Astronautenmissionen zur ISS durchgeführt und dominiert den kommerziellen Raumtransport. Boeing plant dennoch, den Starliner nach erfolgreicher Zertifizierung auch für Flüge zu privaten Raumstationen anzubieten.

Was denkt ihr über die Entwicklung des Starliner-Programms? Sollte die NASA weiterhin zwei verschiedene Transportsysteme fördern oder wäre eine Konzentration auf ein System sinnvoller? Teilt eure Einschätzungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Erste bemannte Starliner-Mission zur ISS mit schweren Problemen
  • Neunmonatiger ISS-Aufenthalt statt geplanter achttägiger Mission
  • Heliumlecks und ausgefallene Triebwerke zwangen zur vorzeitigen Rückkehr
  • NASA plant weitere Tests der Triebwerksbehälter für Sommer 2025
  • Überhitzung führte zu Verformungen an Teflondichtungen der Triebwerke
  • Starliner-Entwicklung verursachte bereits Kosten von über 2 Mrd. Dollar
  • Boeing plant Starliner-Einsatz für Flüge zu privaten Raumstationen

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