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Kosmische Störung lässt düstere Prognosen für die Milchstraße zu

Eine ferne Spiralgalaxie beherbergt ein extrem aktives Schwarzes Loch, das gewaltige Energiestrahlen ins All schleudert - ein Phäno­men, das bislang nur in alternden, elliptischen Galaxien beobachtet wurde. Das deutet auf Risiken für die Milchstraße hin.
Weltraum, Sterne, Schwarzes Loch, blackhole
Alain r (CC BY-SA 2.5)

Astronomen entdecken Gefahr für unsere Milchstraße

Die Galaxie J23453268−0449256, etwa eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt, überrascht Astronomen mit ihren 6 Millionen Lichtjahre langen Radiojets. Diese Jets sind Ströme hochenergetischer Teilchen, die mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aus der Umgebung des zentralen Schwarzen Lochs geschleudert werden. Bisher nahmen Wissenschaftler an, dass solche Jets die empfindliche Spiralstruktur einer Galaxie zerstören würden - doch die neu entdeckte Galaxie bleibt trotz Jets intakt.

Für die Milchstraße bedeutet diese Entdeckung ein potenzielles Risiko. Unser eigenes supermassives Schwarzes Loch, Sagittarius A*, könnte theoretisch ähnliche Jets entwickeln. "Wenn eine Spiralgalaxie unter solch extremen Bedingungen nicht nur überleben, sondern auch gedeihen kann, was bedeutet das dann für die Zukunft von Galaxien wie unserer eigenen Milchstraße?", fragt Studienleiter Joydeep Bagchi. Die Studie, veröffentlicht im Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, nutzte Daten verschiedener Teleskope wie Hubble und ALMA.


Diese Entdeckung ist mehr als nur ein Kuriosum - sie zwingt uns dazu, die Entwicklung von Galaxien zu überdenken.
Joydeep Bagchi, Studienleiter
Sollten sich in der Milchstraße Jets bilden, könnten die Folgen - aus Sicht der Menschen - gravierend sein: Gamma- und Röntgenstrahlung könnten die Erdatmosphäre schädigen, DNA zerstören und möglicherweise ein Massenaussterben auslösen - vorausgesetzt der Jet trifft das Sonnensystem direkt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein intensiver Jet das interstellare Medium verändert und so die Sternentstehung in bestimmten Regionen beeinflusst - ein Effekt, der genau in der Galaxie beobachtet wurde, auf den sich die neue Studie konzentriert.
J23453268-0449256-Galaxie und Milchstraße (Royal Society)Große Jets auch in ... J23453268-0449256-Galaxie und Milchstraße (Royal Society)... der Milchstraße möglich

Filigraner Tanz

Allerdings stabilisiert die Dunkle Materie - eine unsichtbare, nur durch Gravitation nachweisbare Substanz - die Struktur von J23453268−0449256. Sie enthält zehnmal mehr davon als die Milchstraße, was ihre Widerstandsfähigkeit erklären könnte. Jetzt gilt es nach Ansicht der Studienmacher, den filigranen Tanz zwischen dunkler Materie und der Aktivität des schwarzen Lochs zu verstehen.

Doch was könnte einen solchen dramatischen Jet-Event in der Milchstraße überhaupt auslösen? Sagittarius A* hat zwar eine Masse von 4 Millionen Sonnen, befindet sich aber derzeit in einem extrem ruhigen und inaktiven Zustand. Diese Ruhe könnte jedoch gestört werden, wenn eine Gaswolke, ein Stern oder sogar eine kleine Zwerggalaxie von Sagittarius A* verschlungen würde. Solche Ereignisse, bekannt als Gezeitenstörungen (Tidal Disruption Events, TDE), könnten eine große Jet-Aktivität auslösen. TDEs wurden bereits in anderen Galaxien beobachtet, bisher jedoch nicht in der Milchstraße.

Zusammenfassung
  • Spiralgalaxie mit aktivem Schwarzen Loch und Energiestrahlen entdeckt
  • Jets von 6 Millionen Lichtjahren Länge überraschen Wissenschaftler
  • Entdeckung deutet auf mögliches Risiko für die Milchstraße hin
  • Sagittarius A* könnte theoretisch ähnliche Jets entwickeln
  • Folgen für die Erde könnten Massenaussterben und DNA-Schäden sein
  • Dunkle Materie stabilisiert möglicherweise die entdeckte Galaxie
  • Verschlungene Objekte könnten Jet-Aktivität in der Milchstraße auslösen

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