Schwarzes Loch "funkt" mit Überresten eines zerstörten Sterns

Wissenschaftler haben kürzlich eine bedeutende Entdeckung gemacht, die dabei helfen könnte, das Rätsel zu den sogenannten quasi-periodischen Eruptionen (QPEs) zu lösen. Alles beginnt damit, dass ein Schwarzes Loch einen Stern zerrissen hat.
Weltall, Schwarzes Loch, Stern, Spaghettisierung
ESO

Bahnbrechende Beobachtung

Diese gesuchten Phänomene, bei denen weiche Röntgenstrahlen in Abständen von Stunden bis Wochen aus den Zentren von Galaxien ausgesandt werden, sind bislang nur schwer zu erforschen gewesen. Jetzt haben Astronomen einen Durchbruch erzielt, indem sie eine Verbindung zwischen QPEs und einem sogenannten "Tidal Disruption Event" (TDE) herstellen konnten - einem Prozess, bei dem ein supermassereiches Schwarzes Loch einen Stern zerreißt.

Die Geschichte begann im Jahr 2019, als die Zwicky Transient Facility (ZTF) eine optische Eruption beobachtete, die die charakteristischen Merkmale eines TDE aufwies. Dieses Ereignis, als AT2019qiz bekannt, zeigte, wie ein Stern durch die gewaltigen Gravitationskräfte eines Schwarzen Lochs auseinandergerissen wurde. Dabei formt das zerrissene Material eine Akkretionsscheibe um das Schwarze Loch, was ideale Bedingungen für die Entstehung von QPEs schafft, wenn sich in der Nähe ein Begleitobjekt befindet.


Die Hypothese besagt, dass ein Stern oder ein kleineres Schwarzes Loch das supermassereiche Schwarze Loch in einer sehr engen Umlaufbahn umkreist. Jedes Mal, wenn dieses Begleitobjekt die Akkretionsscheibe durchquert, entsteht eine Röntgenstrahlung, die als QPE wahrgenommen wird. Die Umlaufbahnen sind allerdings extrem instabil und führen dazu, dass das Begleitobjekt irgendwann von der Gravitationskraft des Schwarzen Lochs erfasst und zerstört wird. Dies könnte erklären, warum QPEs so selten sind.

Suche beginnt erst

Im Jahr 2023 richteten die Forscher das Chandra-Röntgenobservatorium auf AT2019qiz, um nach Anzeichen von QPEs zu suchen - und tatsächlich beobachteten sie regelmäßig alle 48 Stunden Röntgenblitze. Zusätzliche Bestätigungen durch die Teleskope Swift und AstroSAT untermauerten diese Ergebnisse.

Ob das Begleitobjekt ein Stern oder ein kleines Schwarzes Loch ist, bleibt noch unklar. Die Forscher hoffen, in Zukunft weitere QPEs nach TDEs zu entdecken, um diese neue Theorie weiter zu untermauern. Die bisherigen Beobachtungen legen jedoch nahe, dass das Modell zutrifft und QPEs durch enge, instabile Umlaufbahnen um supermassereiche Schwarze Löcher entstehen. Diese Entdeckung könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um besser zu verstehen, wie Schwarze Löcher mit ihrer Umgebung interagieren und welche Mechanismen hinter diesen seltenen, aber faszinierenden Eruptionen stecken.

Zusammenfassung
  • Schwarzes Loch zerreißt einen Stern, löst quasi-periodische Eruptionen aus
  • Wissenschaftler verknüpfen QPEs mit Tidal Disruption Events
  • Zwicky Transient Facility beobachtete 2019 eine optische Eruption
  • AT2019qiz zeigt Bildung einer Akkretionsscheibe um Schwarzes Loch
  • Begleitobjekt könnte Stern oder kleines Schwarzes Loch sein
  • Chandra-Röntgenobservatorium beobachtet regelmäßige Röntgenblitze
  • Forschung könnte Interaktion von Schwarzen Löchern klären

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