US-Flughäfen droht wegen des Shutdowns eine "Ausfalls-Apokalypse"

US-Verkehrsminister Sean Duffy kündigte drastische Maßnahmen an: Ab Freitag sollen an 40 großen Flughäfen im ganzen Land zehn Prozent aller Flüge gestrichen werden. Der Grund ist der Regierungs-Shutdown, der Fluglotsen ohne Gehalt arbeiten lässt.
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US-Flugverkehr steht vor Chaostagen

Der seit über einem Monat andauernde Regierungs-Shutdown in den Vereinigten Staaten führt nun zu drastischen Konsequenzen für den Luftverkehr. Verkehrsminister Sean Duffy bestätigte am Mittwoch, dass ab Freitag, dem 7. November, an 40 Flughäfen mit hohem Verkehrsaufkommen zehn Prozent aller Flüge gestrichen werden sollen. Die Maßnahme soll zunächst so lange gelten, bis der Shutdown beendet wird.

Die Entscheidung sei nach einer "Bauchentscheidung" getroffen worden, erklärte Duffy auf einer Pressekonferenz. Damit könnten sich die Auswirkungen des Shutdowns auf den Flugverkehr zu einer regelrechten Krise ausweiten, Gizmodo bezeichnet das Ganze sogar als "Flugstreichungs-Apokalypse". Die Ausfälle am Freitag könnten dabei erst der Anfang einer logistischen Katastrophe historischen Ausmaßes sein.

Fluglotsen arbeiten ohne Bezahlung

Im Zentrum des Problems stehen die Fluglotsen, also jene Bundesbediensteten, die für das Tracking von Objekten in der Nähe eines Flughafens zuständig sind. Derzeit verrichten Fluglotsen diese Arbeit jedoch ohne jede Bezahlung. Wer Geld für grundlegende Dinge wie Essen oder Miete benötige, müsse sich anderweitig etwas einfallen lassen, berichtete ein anonymer Fluglotse gegenüber der Nachrichtenagentur AP.


Das führe dazu, dass sich viele Fluglotsen krankmelden müssten, um anderswo Geld zu verdienen. Es sei schwierig, mehrere Jobs gleichzeitig auszuüben, besonders in einem Bereich, der bereits vor dem Shutdown massiv unterbesetzt war. Hinzu kommt, dass die Controller am heutigen Tag ihren zweiten Gehaltsscheck erhalten sollten - wieder ohne Geld darauf. Die FAA spricht von "immensem Stress und Erschöpfung" bei den Mitarbeitern. Duffy warnte bereits zu Beginn der Woche vor möglichem "Massenchaos".

Entlastung statt Koordination

Der Plan basiere laut Duffy nicht darauf, welche Fluggesellschaft mehr Flüge an welchem Standort habe, sondern darauf, wo der Druck am größten sei und wie man diesen lindern könne. Mit anderen Worten: Die Streichungen würden nicht koordiniert, um die Auswirkungen auf Reisende zu minimieren, sondern um die maximale Entlastung für die Bundesbediensteten zu erreichen.

Die Vernetzung von Flügen und die Koordination von Flugzeugbewegungen bedeuten, dass die Verkehrsreduzierung an ausgewählten Flughäfen einen Dominoeffekt haben wird. Weitere Streichungen, Verspätungen und verpasste Anschlussflüge dürften folgen. "Jeder einzelne Tag, den das weitergeht, ist morgen weniger sicher als heute", warnte Nick Daniels, Präsident der National Air Traffic Controllers Association, gegenüber CNN.

Die Gehaltssituation betrifft auch TSA-Mitarbeiter, die sich ebenfalls krankmelden, was zu extrem langen Warteschlangen an den Sicherheitskontrollpunkten der Flughäfen führt. In mindestens einem Fall wurden Wartezeiten von bis zu viereinhalb Stunden gemeldet.

Die 40 von der FAA ausgewählten Flughäfen erstrecken sich über mehr als zwei Dutzend Bundesstaaten und umfassen Drehkreuze wie Atlanta, Dallas, Denver, Los Angeles und Charlotte in North Carolina. In einigen Metropolregionen, darunter New York, Houston, Chicago und Washington, seien mehrere Flughäfen betroffen.

Die FAA teilte in der Anordnung mit, dass die Reduzierungen am Freitag bei vier Prozent beginnen und bis zum 14. November auf zehn Prozent ansteigen würden. Sie sollen zwischen sechs Uhr morgens und 22 Uhr Ortszeit gelten und alle kommerziellen Fluggesellschaften betreffen.

Große Netzwerk-Fluggesellschaften gaben an, dass die Störungen hauptsächlich auf Regionalflüge konzentriert seien, die kleinere Städte anfliegen. American Airlines strich am Freitag 221 Flüge, wie CEO Robert Isom mitteilte, der sich über die Reduzierung "frustriert" zeigte. "Dieses Niveau an Streichungen wird mit der Zeit zunehmen, und das wird problematisch werden", sagte Isom.

Die Fluggesellschaften boten Reisenden alternative Flüge an und verzichteten auf Umbuchungsgebühren für betroffene Kunden. Ihnen wird zudem empfohlen, zwei Stunden früher am Flughafen anzukommen und möglichst kein Gepäck aufzugeben.

Zusammenfassung
  • US-Minister kündigt Streichung von zehn Prozent aller Flüge an 40 Flughäfen an
  • Regierungs-Shutdown zwingt Fluglotsen zu unbezahlter Arbeit seit über einem Monat
  • Viele Fluglotsen melden sich krank, um anderweitig Geld zu verdienen
  • Flugstreichungen beginnen mit vier Prozent und steigen bis zum 14. November an
  • Große Fluggesellschaften konzentrieren Störungen hauptsächlich auf Regionalflüge
  • American Airlines streicht am Freitag 221 Flüge und zeigt sich frustriert
  • Passagieren wird empfohlen, zwei Stunden früher am Flughafen zu erscheinen

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