Kunde bekam aus Versehen 81 Billionen Dollar gutgeschrieben

Aus 280 Dollar wurden plötzlich 81 Billionen - mehr als der gesamte US-Aktienmarkt wert ist. Dahinter steckt ein banaler Fehler bei der Citigroup, der zwei Kontrollinstanzen passierte. Besonders brisant: Es war nicht der erste vermeintliche Milliarden-Patzer der Bank.
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Milliardenüberweisung aus Versehen

Wie nun bekannt wurde, unterlief der US-Großbank Citigroup im April des vergangenen Jahres ein beinahe folgenschwerer Fehler: Statt 280 Dollar wurden einem Kundenkonto irrtümlich 81 Billionen Dollar gutgeschrieben. Diese astronomische Summe entspricht mehr als dem Gesamtwert des US-Aktienmarktes und übersteigt das Vermögen des wohlhabendsten Menschen der Welt, Elon Musk, um das 200-fache.

Der Vorfall ereignete sich, als ein Mitarbeiter eine Überweisung von 280 Dollar auf ein Treuhandkonto in Brasilien vornehmen wollte. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände und menschlicher Fehler wurde daraus eine Transaktion in Billionenhöhe. Kurios bis bedenklich ist, dass zwei Kontrollinstanzen den Fehler zunächst übersahen, bevor ein dritter Mitarbeiter die Diskrepanz 90 Minuten nach der Buchung bemerkte.

Wie die Financial Times (FT) berichtet, dauerte es mehrere Stunden, bis die Fehlbuchung rückgängig gemacht wurde. Citigroup betont, dass zu keinem Zeitpunkt Gelder die Bank verlassen und weder das Institut noch der Kunde Schaden genommen hätten. Dennoch meldete die Bank den Vorfall als "Beinahe-Unfall" an die zuständigen US-Aufsichtsbehörden.


Einzelfall oder Symptom?

Es ist nicht der erste "Unfall" bei der Citigroup, ganz im Gegenteil: Laut internen Berichten, die der FT vorliegen, verzeichnete die Bank im vergangenen Jahr zehn "Beinahe-Unfälle" mit Beträgen von über einer Milliarde Dollar. Zwar ist diese Zahl rückläufig - im Vorjahr waren es noch 13 solcher Vorfälle - doch Experten zufolge sind Fehler dieser Größenordnung in der US-Bankenbranche ungewöhnlich.

Die Ursache für den 81-Billionen-Dollar-Fehler lag offenbar in einer Kombination aus manueller Eingabe und einer unübersichtlichen Benutzeroberfläche. Ein Zahlungsfeld war standardmäßig mit 15 Nullen vorausgefüllt, welche der Mitarbeiter hätte löschen müssen. Das wurde vergessen, was zur gigantischen Fehlbuchung führte.

Citigroup steht bereits seit Jahren wegen Mängeln in ihren Kontrollsystemen in der Kritik. 2020 überwies die Bank versehentlich 900 Millionen Dollar an Gläubiger des Kosmetikunternehmens Revlon - ein Fehler, der zum Rücktritt des damaligen CEO Michael Corbat beitrug. Seine Nachfolgerin Jane Fraser hat die Behebung der regulatorischen Probleme zur obersten Priorität erklärt.

Trotz rechtlicher Bemühungen konnte Citigroup einen Großteil des Geldes aus dem Revlon-Fall nicht zurückerhalten. Im selben Jahr verhängten US-Bankenregulatoren eine Geldstrafe von 400 Millionen Dollar gegen die Bank wegen Mängeln in ihren Risikokontrollsystemen und ordneten eine Modernisierung ihrer Technologie an.

Zusammenfassung
  • Citigroup schrieb Kundenkonto irrtümlich 81 Billionen Dollar gut
  • Fehler passierte zwei Kontrollinstanzen, wurde nach 90 Minuten entdeckt
  • Der Vorfall wurde als 'Beinahe-Unfall' an US-Aufsichtsbehörden gemeldet
  • Bank verzeichnete 2024 zehn 'Beinahe-Unfälle' über einer Milliarde Dollar
  • Ursache war eine Kombination aus manueller Eingabe und unübersichtlicher UI
  • Citigroup steht seit Jahren wegen Mängeln in Kontrollsystemen in Kritik
  • 2020 überwies die Bank versehentlich 900 Millionen Dollar an Revlon-Gläubiger

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