Forscher finden schlaue Lösung, die alle Rechenzentren schneller macht

Forscher haben einen photonischen Schalter entwickelt, der kleiner als ein Salz­körn­chen ist und Lichtsignale in Billionstel Sekunden umleiten kann. Diese In­no­va­tion könnte die Datenübertragung in Rechenzentren erheblich beschleunigen.
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Salzkörnchen-Schalter im Datencenter

Der neuartige Schalter, entwickelt von Ingenieuren der University of Pennsylvania, ist kleiner als ein Salzkörnchen und misst nur 85 x 85 Mikrometer. Trotz seiner geringen Größe kann er Lichtsignale in sehr kurzer Zeit umleiten - in Billionstel Sekunden. Zum Vergleich: Diese Schaltzeit ist etwa eine Milliarde Mal schneller als ein Augenzwinkern. "Bisherige Schalter waren entweder klein oder schnell, aber es ist sehr, sehr schwierig, diese beiden Eigenschaften zu verbinden", so das Team.

Die Besonderheit des Schalters liegt in der Anwendung der nicht hermiteschen Physik, einem komplexen Zweig der Quantenmechanik. Diese ermöglicht es, Licht auf Nanoebene präzise zu steuern. In der Praxis bedeutet das, dass Daten in Form von Lichtsignalen schnell und effizient durch winzige optische Schaltkreise geleitet werden können. Ähnlich wie Ampeln den Verkehr regeln, steuern diese Schalter in Rechenzentren den Datenfluss und sorgen dafür, dass die Informationen geordnet ihre Ziele erreichen.


"Dies hat das Potenzial, alles zu beschleunigen, vom Streaming von Filmen bis zum Training von künstlicher Intelligenz"
Liang Feng, Erstautor der Studie

Schwer zu bauen

Der Schalter besteht aus einer Kombination von Materialien, die ihn besonders Vielversprechend machen: Dank einer Schicht aus Silizium, eine kostengünstige Basis, ist er kompatibel mit bestehenden Herstellungsprozessen. Eine zusätzliche Schicht aus Indiumgalliumarsenidphosphid (InGaAsP) macht die effektive Manipulation von Infrarotlicht möglich. Dieses Infrarotlicht wird häufig in der optischen Datenübertragung verwendet.

Wie die Forscher in der Studie in Nature Photonics berichten, war es dabei eine besondere Herausforderung, die beiden Materialschichten miteinander zu verbinden. Demnach konnte erst nach unzähligen Versuchen ein funktionierender Prototyp produziert werden.

Was ist ein optischer Switch?
Ein optischer Switch ist ein Netzwerkgerät, das Lichtsignale verarbeitet und weiterleitet. Er empfängt Daten über Glasfaserkabel in Form von Lichtpulsen.

Das Besondere an optischen Switches ist ihre Fähigkeit, die Signale mit extrem geringer Latenz zu verarbeiten - der gesamte Vorgang findet in Nanosekunden statt.
Wie funktioniert die Signalwandlung?
Die Signalwandlung erfolgt im SFP (Small Form-factor Pluggable) Transceiver. Eine Photodiode wandelt dabei die eingehenden Lichtpulse in elektrische Signale um.

Diese Wandlung ist notwendig, da die eigentliche Datenverarbeitung elektronisch stattfindet. Die elektrischen Signale werden anschließend für die weitere Verarbeitung aufbereitet.
Welche Wellenlängen werden genutzt?
In optischen Netzwerken werden typischerweise drei verschiedene Wellenlängen verwendet: 850 Nanometer, 1310 Nanometer und 1550 Nanometer.

Diese spezifischen Wellenlängen wurden gewählt, da sie besonders gut für die Übertragung in Glasfasern geeignet sind und minimale Verluste aufweisen.
Wie läuft die Verarbeitung ab?
Der Switch-ASIC (Application-Specific Integrated Circuit) verarbeitet die eingehenden Datenpakete und analysiert deren Header. Anhand der MAC-Adressen-Tabelle wird der Zielport bestimmt.

Währenddessen werden die Pakete in internen Puffern zwischengespeichert, bevor sie über den entsprechenden Ausgangsport weitergeleitet werden.

Zusammenfassung
  • Photonischer Schalter kleiner als Salzkörnchen für Datenübertragung
  • Umleitung von Lichtsignalen in Billionstel Sekunden möglich
  • Potenzial zur Beschleunigung von Streaming und KI-Training
  • Kombination aus Silizium und Indiumgalliumarsenidphosphid als Basis
  • Herausforderung bei der Verbindung der zwei Materialschichten
  • Studie in Nature Photonics veröffentlicht

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