Viel Platz und Solarstrom:
Rechenzentren auf dem Mond geplant
Was klingt wie Science-Fiction, wird zunehmend zur technologischen Vision: Das US-Unternehmen Lonestar Data Holdings plant, Rechenzentren im All - konkret auf dem Mond - zu betreiben. Ein erster Test im Mini-Format läuft bereits.
Lonestar-Präsident Stephen Eisele sieht darin vor allem einen Sicherheitsgewinn: "Ein Rechenzentrum im All bietet unvergleichliche Sicherheit", sagt er. Tatsächlich ließen sich mit der Platzierung im Weltraum nicht nur neue Maßstäbe im Datenschutz setzen, sondern auch ökologische Vorteile erzielen - etwa durch die Nutzung unbegrenzter Sonnenenergie.
Der Bedarf an neuen Rechenzentren ist enorm. Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) lässt die Datenmengen explodieren. Prognosen der Unternehmensberatung McKinsey zufolge wird die weltweite Nachfrage nach Rechenzentren bis 2030 jährlich um bis zu 22 Prozent steigen. Doch auf der Erde werden Bauflächen, an denen sich solche Einrichtungen gut hinstellen lassen, knapp. Zudem stoßen die energie- und wasserintensiven Anlagen zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung.
Auch in Europa wird an Rechenzentren im All gearbeitet. Die Thales Alenia Space, ein Gemeinschaftsunternehmen aus Frankreich und Italien, untersuchte im Rahmen des EU-finanzierten Projekts ASCEND die Machbarkeit von orbitalen Datenstationen. Ihr Konzept: eine Satellitenkonstellation mit einer Leistung von rund 10 Megawatt - vergleichbar mit einem mittelgroßen Rechenzentrum auf der Erde.
Dennoch zeigt sich Lonestar optimistisch: Für 2027 ist ein erstes orbitales Rechenzentrum rund um den Mond geplant. Die Konkurrenz schläft nicht - das US-Unternehmen Starcloud will bereits 2026 mit dem kommerziellen Betrieb beginnen. Für Lonestar-Chef Chris Stott ist die Datenverarbeitung im All nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der digitalen Souveränität. Unter dem Weltraumrecht gilt das Rechenzentrum als "Botschaft im All" - es unterliegt dem Recht des Startstaates.
Siehe auch:
Erste Tests erfolgreich
Konkret testete die Firma erfolgreich ein erstes Mikro-Rechenzentrum, nicht größer als ein gebundenes Buch, das mit dem Athena-Lander der Raumfahrtfirma Intuitive Machines auf die Mondoberfläche gelangte. Aufbauend auf den hierbei erprobten Technologien sollen zukünftig leistungsfähigere Systeme auf den Mond gebracht werden, berichtet die BBC.Lonestar-Präsident Stephen Eisele sieht darin vor allem einen Sicherheitsgewinn: "Ein Rechenzentrum im All bietet unvergleichliche Sicherheit", sagt er. Tatsächlich ließen sich mit der Platzierung im Weltraum nicht nur neue Maßstäbe im Datenschutz setzen, sondern auch ökologische Vorteile erzielen - etwa durch die Nutzung unbegrenzter Sonnenenergie.
Der Bedarf an neuen Rechenzentren ist enorm. Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) lässt die Datenmengen explodieren. Prognosen der Unternehmensberatung McKinsey zufolge wird die weltweite Nachfrage nach Rechenzentren bis 2030 jährlich um bis zu 22 Prozent steigen. Doch auf der Erde werden Bauflächen, an denen sich solche Einrichtungen gut hinstellen lassen, knapp. Zudem stoßen die energie- und wasserintensiven Anlagen zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung.
Auch in Europa wird an Rechenzentren im All gearbeitet. Die Thales Alenia Space, ein Gemeinschaftsunternehmen aus Frankreich und Italien, untersuchte im Rahmen des EU-finanzierten Projekts ASCEND die Machbarkeit von orbitalen Datenstationen. Ihr Konzept: eine Satellitenkonstellation mit einer Leistung von rund 10 Megawatt - vergleichbar mit einem mittelgroßen Rechenzentrum auf der Erde.
Nicht einfach
Doch der Weg ins All ist teuer und technisch anspruchsvoll. Kritiker wie der britische Informatikprofessor Domenico Vicinanza verweisen auf hohe Kosten, Herausforderungen bei Kühlungssystemen und Risiken durch Weltraumschrott oder Sonnenstürme. "Große Hardwarefehler könnten nur durch aufwendige bemannte Missionen behoben werden", so Vicinanza.Dennoch zeigt sich Lonestar optimistisch: Für 2027 ist ein erstes orbitales Rechenzentrum rund um den Mond geplant. Die Konkurrenz schläft nicht - das US-Unternehmen Starcloud will bereits 2026 mit dem kommerziellen Betrieb beginnen. Für Lonestar-Chef Chris Stott ist die Datenverarbeitung im All nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der digitalen Souveränität. Unter dem Weltraumrecht gilt das Rechenzentrum als "Botschaft im All" - es unterliegt dem Recht des Startstaates.
Zusammenfassung
- US-Firma plant Rechenzentren auf dem Mond für mehr Sicherheit
- Erfolgreiches Mikro-Rechenzentrum bereits auf Mondoberfläche getestet
- Vorteile: Datenschutz und Nutzung unbegrenzter Sonnenenergie im All
- Steigender Bedarf an Rechenzentren durch KI und wachsende Datenmengen
- Europäisches Projekt ASCEND erforscht orbitale Datenstationen
- Herausforderungen: hohe Kosten und technische Schwierigkeiten im All
- Erste kommerzielle Mondrechenzentren für 2026 und 2027 geplant
Siehe auch:
Thema:
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