DEKRA-Test überrascht: E-Auto-Akkus altern viel langsamer als gedacht
Es gibt viele berechtigte, aber auch unberechtigte Vorbehalte gegenüber Elektroautos. Die DEKRA hat sich nun angeschaut, wie stark die Gesundheit der Batterien auf Dauer beeinträchtigt wird und kommt dabei zu einem überraschenden Ergebnis.
Die Prüfgesellschaft hat ihr eigenes Batterie-Schnelltestverfahren entwickelt und damit die Akkus von mittlerweile über 25.000 Fahrzeugen getestet. Selbst bei höheren Laufleistungen zeigen sich die allermeisten Antriebsbatterien immer noch in einem guten Zustand.
Dabei wurden die Fahrzeuge keineswegs selten oder schonend geladen, wie der Betreiber berichtet.
Siehe auch:
DEKRA testet Batteriegesundheit bei E-Autos
Für viele Fahrer sind Elektroautos keine ernst zu nehmende Alternative zum Verbrenner. Ein Grund unter vielen, der des Öfteren angeführt wird, ist der über die Zeit abnehmende Gesundheitszustand der Batterie. Durch das wiederholte Aufladen des Akkus nimmt dessen Kapazität immer weiter ab. Vor allem bei gebrauchten E-Autos ist die Skepsis daher besonders groß. Zu Unrecht, wie die DEKRA jetzt berichtet.Die Prüfgesellschaft hat ihr eigenes Batterie-Schnelltestverfahren entwickelt und damit die Akkus von mittlerweile über 25.000 Fahrzeugen getestet. Selbst bei höheren Laufleistungen zeigen sich die allermeisten Antriebsbatterien immer noch in einem guten Zustand.
Gute Gesundheit selbst nach starker Beanspruchung
So wurden unter anderem die E-Fahrzeuge eines Münchner Elektrotaxi-Unternehmens geprüft. Die Batterien der Jaguar I-Pace kamen in den vergangenen sechs Jahren auf Laufleistungen zwischen 180.000 und 260.000 Kilometer. Danach lag die Gesundheit der Akkus bei erstaunlichen 95 bis 97 Prozent.Dabei wurden die Fahrzeuge keineswegs selten oder schonend geladen, wie der Betreiber berichtet.
Wir haben die Fahrzeuge im Schnitt etwa eineinhalbmal pro Tag geladen, und zwar nicht besonders schonend, sondern immer ganz voll, um den Fahrern die entsprechende Sicherheit mit Blick auf die Reichweite zu geben.Infografik VW, Tesla & Co: Diese Hersteller führen Deutschlands E-Auto-Markt an
Akku ist nicht gleich Akku
Laut der DEKRA, sind viele Nutzer von den Erfahrungen mit Akkus aus anderen elektrischen Geräten geprägt. Doch Autobatterien seien deutlich langlebiger als andere Batterien.Viele Menschen übertragen zum Beispiel ihre Erfahrungen mit Smartphone-Akkus auf das Thema Elektromobilität. Sie haben bei mobilen Endgeräten erlebt, dass sie schon nach wenigen Jahren eine spürbar geringere Akku-Kapazität haben, und befürchten bei Elektrofahrzeugen den gleichen Effekt. Unsere Erfahrungen mit dem Batterie-Schnelltest belegen deutlich höhere Nutzungsdauern. Die Antriebsbatterien sind insgesamt sehr gut. Wir stellen auch bei höheren Laufleistungen in den meisten Fällen noch einen ‚State of Health‘ über 90 Prozent fest.Die individuelle Batteriegesundheit hängt natürlich von mehreren Faktoren wie Fahrstil, Ladeverhalten und auch dem Klima ab, die den Akku schneller oder langsamer altern lassen. Trotzdem bestätigen die Ergebnisse des Batterie-Schnelltestverfahrens der DEKRA, dass die meisten Batterien auch nach mehreren Jahren und unter anspruchsvollen Bedingungen noch eine Gesundheit von "über 90 Prozent" aufweisen. Für den E-Gebrauchtwagenmarkt ist das sicherlich eine gute Nachricht.
Zusammenfassung
- DEKRA hat Batterie-Schnelltestverfahren für Elektroautos entwickelt
- Über 25.000 E-Fahrzeuge getestet, Akkus meist in gutem Zustand
- Münchner E-Taxis: 95-97% Batteriegesundheit nach 180.000-260.000 km
- Autobatterien deutlich langlebiger als etwa Smartphone-Akkus
- Meiste getestete E-Auto-Batterien haben laut DEKRA über 90% Gesundheit
- Gute Nachrichten für den E-Gebrauchtwagenmarkt
- Konkrete Batteriealterung abhängig von Fahrstil, Ladeverhalten und Klima
Siehe auch:
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