Flacherdler-Reise in die Antarktis sollte Form der Erde endgültig klären
Eine Gruppe sogenannter Flat-Earther hat sich in die Antarktis aufgemacht, um die Frage nach der Form der Erde endgültig zu klären. Ihre Expedition wurde als "The Final Experiment" bezeichnet und dürfte auf das aufgeklärte Publikum höchst kurios wirken.
Als endgültiger Beleg für oder gegen die flache Erde sollte die Mitternachtssonne dienen - 24 Stunden ununterbrochenes Tageslicht während des antarktischen Sommers. Dies kann nur auf einer geneigten, rotierenden Kugel auftreten, bei der die Erdachse so ausgerichtet ist, dass die Südhalbkugel zur Sonne zeigt. Auf einer flachen Erde wäre dies physikalisch unmöglich.
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Flat-Earther argumentieren oft, dass das Antarktis-Abkommen von 1959 Zivilisten daran hindern soll, die südlichste Region der Erde zu besuchen, um die wahre Form der Erde zu verbergen. Pastor Duffy wollte diese Theorie widerlegen und lud vier Flat-Earther und vier "Globe-Earther" ein, gemeinsam die Antarktis zu bereisen. Leichter und günstiger wäre sicherlich auch ein Ausflug ins norwegische Tromsø gewesen, das nördlich des Polarkreises der Nordhalbkugel liegt. Auch hier kann man also im Juni die Mitternachtssonne erleben.
Die Reise führte dazu, dass einige Flat-Earther die Existenz der Mitternachtssonne anerkannten, darunter Jeran Campanella, ein bekannter Verfechter der Flat-Earth-Theorie. "Ich dachte, es gäbe keine 24-Stunden-Sonne. Jetzt glaube ich, dass es sie gibt", erklärte er in einem Video. Dies stelle tatsächlich die Azimutal-Äquidistanten-Karte, eine der zentralen Karten der Flat-Earth-Bewegung, infrage.
Andere Teilnehmer blieben skeptisch. Austin Whitsitt, ein weiterer prominenter Flat-Earther, meinte: "Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Erde keine flache Scheibe ist. Es gibt physikalische Modelle, die das Phänomen auf einer flachen Erde erklären könnten." Welche dies aber konkret sein könnten, wurde nicht näher erläutert.
Die Expedition war alles andere als günstig: Jeder Teilnehmer zahlte rund 31.500 Dollar für die Reise. Doch auch ohne teure Antarktis-Flüge gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Kugelform der Erde zu beweisen - einige davon sind sogar kostenlos. Ob diese Expedition die Diskussion endgültig beendet, bleibt fraglich. Für viele bleibt die Form der Erde immerhin weniger eine wissenschaftliche Frage als eine ideologische.
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Suche nach der Mitternachtssonne
Flat-Earther sind bekanntlich fest davon überzeugt, dass die Erde tatsächlich eine Scheibe ist - was immer wieder mit diversen Denk-Verrenkungen "bewiesen" wird. Der Gruppe um Will Duffy, einem Pastor aus dem US-Bundesstaat Colorado, muss man aber zugutehalten, dass sie zumindest offen für wissenschaftliches Arbeiten war und ihre These im Experiment auf Richtigkeit überprüfen wollte.Als endgültiger Beleg für oder gegen die flache Erde sollte die Mitternachtssonne dienen - 24 Stunden ununterbrochenes Tageslicht während des antarktischen Sommers. Dies kann nur auf einer geneigten, rotierenden Kugel auftreten, bei der die Erdachse so ausgerichtet ist, dass die Südhalbkugel zur Sonne zeigt. Auf einer flachen Erde wäre dies physikalisch unmöglich.
Auf YouTube ansehenFlat-Earther argumentieren oft, dass das Antarktis-Abkommen von 1959 Zivilisten daran hindern soll, die südlichste Region der Erde zu besuchen, um die wahre Form der Erde zu verbergen. Pastor Duffy wollte diese Theorie widerlegen und lud vier Flat-Earther und vier "Globe-Earther" ein, gemeinsam die Antarktis zu bereisen. Leichter und günstiger wäre sicherlich auch ein Ausflug ins norwegische Tromsø gewesen, das nördlich des Polarkreises der Nordhalbkugel liegt. Auch hier kann man also im Juni die Mitternachtssonne erleben.
Und es ward Licht
Ein wichtiger Punkt des Experiments: Der Himmel musste sichtbar sein, sodass man die Sonne erkennen kann. Helligkeit bei Wolken hätte man sich nämlich auch so erklären können, dass sich das Licht der Sonne an der Sphäre über der Erdenscheibe bricht. Und tatsächlich hatten die Reisenden einen klaren Himmel und konnten um Mitternacht in einer sonnigen Schneelandschaft stehen.Die Reise führte dazu, dass einige Flat-Earther die Existenz der Mitternachtssonne anerkannten, darunter Jeran Campanella, ein bekannter Verfechter der Flat-Earth-Theorie. "Ich dachte, es gäbe keine 24-Stunden-Sonne. Jetzt glaube ich, dass es sie gibt", erklärte er in einem Video. Dies stelle tatsächlich die Azimutal-Äquidistanten-Karte, eine der zentralen Karten der Flat-Earth-Bewegung, infrage.
Andere Teilnehmer blieben skeptisch. Austin Whitsitt, ein weiterer prominenter Flat-Earther, meinte: "Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Erde keine flache Scheibe ist. Es gibt physikalische Modelle, die das Phänomen auf einer flachen Erde erklären könnten." Welche dies aber konkret sein könnten, wurde nicht näher erläutert.
Die Expedition war alles andere als günstig: Jeder Teilnehmer zahlte rund 31.500 Dollar für die Reise. Doch auch ohne teure Antarktis-Flüge gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Kugelform der Erde zu beweisen - einige davon sind sogar kostenlos. Ob diese Expedition die Diskussion endgültig beendet, bleibt fraglich. Für viele bleibt die Form der Erde immerhin weniger eine wissenschaftliche Frage als eine ideologische.
Zusammenfassung
- Gruppe von Flat-Earthern reiste in die Antarktis, um Erdform zu überprüfen
- Expedition sollte Mitternachtssonne als Beweis für Kugelform der Erde nutzen
- Pastor Will Duffy organisierte Reise mit je vier Flat und Globe-Earthern
- Teilnehmer zahlten je 31.500 Dollar für die aufwendige Antarktis-Expedition
- Einige Flat-Earther erkannten die Existenz der Mitternachtssonne tatsächlich an
- Andere Teilnehmer blieben trotz klarer Beweise bei ihrer Flat-Earth-Überzeugung
- Wissenschaftliche Beweise konnten ideologische Überzeugungen nicht völlig ändern
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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