Amazon verschob Microsoft-365-Einführung wegen Sicherheitsbedenken
Der Handelskonzern Amazon hat die Einführung von Microsofts cloudbasierter Office-Software um ein Jahr verschoben. Grund dafür sind Sicherheitsbedenken. Man verweist auf die Hacks, von denen Microsoft in der letzten Zeit betroffen war.
Im vergangenen Jahr vereinbarten Amazon und Microsoft einen Vertrag über fünf Jahre im Wert von einer Milliarde Dollar. Ziel war die Bereitstellung von Microsoft 365, das Programme wie Word, Outlook und Windows umfasst. Bislang setzte Amazon auf lokal installierte Versionen von Microsoft Office. Amazon forderte von Microsoft dann aber zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, bevor das Softwarepaket für die rund 1,5 Millionen Mitarbeiter des Unternehmens ausgerollt wird, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Der ursprüngliche Migrations-Plan geriet ins Stocken, als bekannt wurde, dass die russische Hackergruppe "Midnight Blizzard" in einige E-Mail-Konten von Microsoft-Mitarbeitern eingedrungen war. Betroffen waren auch hochrangige Führungskräfte sowie Experten für Cybersicherheit und Recht. Amazon führte daraufhin eigene Sicherheitsanalysen durch und verlangte von Microsoft Änderungen, um den Schutz vor unbefugtem Zugriff zu erhöhen und die Protokollierung von Nutzeraktivitäten zu verbessern.
"Wir haben bei Microsoft dieselben strengen Maßstäbe angelegt wie unseren internen Teams", sagte CJ Moses, bei Amazon für die IT-Sicherheit zuständig. Gemeinsam mit Microsofts Sicherheitschef Charlie Bell, einem ehemaligen Amazon-Manager, erarbeitete man eine Liste von Verbesserungen.
Moses lobte die Arbeit von Microsoft: "Sie haben große Fortschritte gemacht. Unsere Anforderungen waren hoch, aber sie haben sie erfüllt." Die neuen Sicherheitsfunktionen sollen laut Bell auch anderen Kunden zur Verfügung stehen und könnten die Standards für die weltweit meistgenutzte Office-Software weiter anheben.
Siehe auch:
- Amazon verschiebt Microsoft 365-Einführung wegen Sicherheitsbedenken
- Milliarden-Dollar-Vertrag für cloudbasierte Office-Software vereinbart
- Russische Hacker drangen in E-Mail-Konten von Microsoft-Mitarbeitern ein
- Amazon forderte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen von Microsoft
- Verbesserte Protokollierung und Echtzeitüberwachung wurden implementiert
- Sicherheitsprobleme weitgehend behoben, Einführung für nächstes Jahr geplant
- Neue Sicherheitsfunktionen sollen auch anderen Kunden zur Verfügung stehen
Lange Verzögerung
Für Microsoft ist es im Grunde ein hervorragendes Geschäft, wenn ein ganzes Unternehmen der Größe Amazons auf ein bestimmtes Produkt umsteigt. Im aktuellen Fall wäre es auch ein ordentlicher Schub für die Cloud-Strategie der Redmonder. Insofern ist die aktuelle Meldung durchaus ein Rückschlag.Im vergangenen Jahr vereinbarten Amazon und Microsoft einen Vertrag über fünf Jahre im Wert von einer Milliarde Dollar. Ziel war die Bereitstellung von Microsoft 365, das Programme wie Word, Outlook und Windows umfasst. Bislang setzte Amazon auf lokal installierte Versionen von Microsoft Office. Amazon forderte von Microsoft dann aber zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, bevor das Softwarepaket für die rund 1,5 Millionen Mitarbeiter des Unternehmens ausgerollt wird, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Der ursprüngliche Migrations-Plan geriet ins Stocken, als bekannt wurde, dass die russische Hackergruppe "Midnight Blizzard" in einige E-Mail-Konten von Microsoft-Mitarbeitern eingedrungen war. Betroffen waren auch hochrangige Führungskräfte sowie Experten für Cybersicherheit und Recht. Amazon führte daraufhin eigene Sicherheitsanalysen durch und verlangte von Microsoft Änderungen, um den Schutz vor unbefugtem Zugriff zu erhöhen und die Protokollierung von Nutzeraktivitäten zu verbessern.
"Wir haben bei Microsoft dieselben strengen Maßstäbe angelegt wie unseren internen Teams", sagte CJ Moses, bei Amazon für die IT-Sicherheit zuständig. Gemeinsam mit Microsofts Sicherheitschef Charlie Bell, einem ehemaligen Amazon-Manager, erarbeitete man eine Liste von Verbesserungen.
Microsoft liefert ab
Zu den Forderungen gehörten unter anderem eine detaillierte Nachverfolgbarkeit von Nutzeraktivitäten und eine Echtzeit-Protokollierung, die Amazons automatisierte Systeme auf potenzielle Risiken überwachen können. "Die Protokollierung und der Zugriff darauf in nahezu Echtzeit waren Teil der Verzögerung", so Moses. Nach monatelanger Zusammenarbeit seien die Sicherheitsprobleme nun aber weitgehend behoben, und Amazon plant die Einführung von Microsoft 365 für das kommende Jahr.Moses lobte die Arbeit von Microsoft: "Sie haben große Fortschritte gemacht. Unsere Anforderungen waren hoch, aber sie haben sie erfüllt." Die neuen Sicherheitsfunktionen sollen laut Bell auch anderen Kunden zur Verfügung stehen und könnten die Standards für die weltweit meistgenutzte Office-Software weiter anheben.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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