NATO will künftig Unterwasser-Drohnen gegen Kabelsabotage einsetzen
Die NATO testet den Einsatz von Unterwasser-Drohnen zum Schutz kritischer Infrastruktur in der Ostsee. Das Bündnis reagiert damit auf potenzielle Bedrohungen für Seekabel und Pipelines. Einfach ist das aber nicht, denn die Herausforderungen sind vielfältig.
Im November 2024 fand in der Ostsee eine der größten Marineübungen Nordeuropas statt. An der zwölftägigen "Freezing Winds"-Übung nahmen 30 NATO-Schiffe und 4000 Militärangehörige teil. Ziel war es, die Fähigkeiten zum Schutz der kritischen Infrastruktur in einem Gewässer zu verbessern, das 15 Prozent des globalen Schiffsverkehrs abwickelt.
Wie The Register und Reuters berichten, gilt die Ostsee, umgeben von acht NATO-Ländern und Russland, als zunehmend verwundbar für Angriffe. Seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 hat es mindestens drei Vorfälle möglicher Sabotage an den etwa 40 Telekommunikationskabeln und wichtigen Gaspipelines gegeben, die auf dem relativ flachen Meeresboden verlaufen. Infografik Infrastruktur: Diese Seekabel verbinden Deutschland mit dem Internet
Ferner plant die NATO den Aufbau einer Flotte unbemannter Überwasserfahrzeuge (Unmanned Surface Vessels; USVs). Diese sollen die Küstengewässer der Mitgliedsstaaten patrouillieren und beim Schutz von Unterwasserkabeln helfen. Admiral Pierre Vandier, NATO-Oberbefehlshaber für Transformation, kündigte an, dass erste Elemente dieser Roboterflotte bereits zum nächsten NATO-Gipfel im Juni 2025 einsatzbereit sein könnten.
Trotz des technologischen Fortschritts bleibt die Prävention von Angriffen auf Unterwasser-Infrastruktur eine Herausforderung. Die Leichtigkeit, mit der ein Schiffsanker ein Kabel durchtrennen kann, sowie die oft tückischen Seebedingungen machen eine vollständige Absicherung nahezu unmöglich.
Siehe auch:
NATO rüstet auf: Drohnen sollen Ostsee sichern
Die NATO verstärkt ihre Bemühungen zum Schutz kritischer Unterwasser-Infrastruktur in der Ostsee. Angesichts möglicher Sabotageakte an Seekabeln und Pipelines in den vergangenen Monaten und Jahren setzt das Militärbündnis verstärkt auf den Einsatz von Drohnentechnologie. Das klingt aber einfacher als es in der Praxis ist.Im November 2024 fand in der Ostsee eine der größten Marineübungen Nordeuropas statt. An der zwölftägigen "Freezing Winds"-Übung nahmen 30 NATO-Schiffe und 4000 Militärangehörige teil. Ziel war es, die Fähigkeiten zum Schutz der kritischen Infrastruktur in einem Gewässer zu verbessern, das 15 Prozent des globalen Schiffsverkehrs abwickelt.
Wie The Register und Reuters berichten, gilt die Ostsee, umgeben von acht NATO-Ländern und Russland, als zunehmend verwundbar für Angriffe. Seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 hat es mindestens drei Vorfälle möglicher Sabotage an den etwa 40 Telekommunikationskabeln und wichtigen Gaspipelines gegeben, die auf dem relativ flachen Meeresboden verlaufen. Infografik Infrastruktur: Diese Seekabel verbinden Deutschland mit dem Internet
Test neuer Technologien
Die NATO setzt bei ihren Bemühungen auf innovative Technologien. Unterwasserdrohnen sollen den Meeresboden inspizieren und verdächtige Aktivitäten aufspüren. Doch die rauen Wetterbedingungen in der Ostsee stellen eine große Herausforderung dar. Bei der "Freezing Winds"-Übung, die damit ihrem Namen gerecht wurde, musste der Einsatz einer Drohne wegen eingefrorener Batterien verschoben werden.Ferner plant die NATO den Aufbau einer Flotte unbemannter Überwasserfahrzeuge (Unmanned Surface Vessels; USVs). Diese sollen die Küstengewässer der Mitgliedsstaaten patrouillieren und beim Schutz von Unterwasserkabeln helfen. Admiral Pierre Vandier, NATO-Oberbefehlshaber für Transformation, kündigte an, dass erste Elemente dieser Roboterflotte bereits zum nächsten NATO-Gipfel im Juni 2025 einsatzbereit sein könnten.
Trotz des technologischen Fortschritts bleibt die Prävention von Angriffen auf Unterwasser-Infrastruktur eine Herausforderung. Die Leichtigkeit, mit der ein Schiffsanker ein Kabel durchtrennen kann, sowie die oft tückischen Seebedingungen machen eine vollständige Absicherung nahezu unmöglich.
Redundanz als eine Lösung
Experten sehen in der Erhöhung der Redundanz eine mögliche Lösung. Paul Brodsky, leitender Forscher beim US-amerikanischen Telekommunikationsforschungsunternehmen TeleGeography, betont die Bedeutung zusätzlicher Kabelkapazitäten, um Serviceunterbrechungen zu vermeiden. Unternehmen legen bereits Kabel, um Redundanzen zu schaffen - Ersatzrouten, die es kritischen Infrastrukturelementen ermöglichen, auch bei Beschädigung eines Kabels weiter zu funktionieren.
Zusammenfassung
- NATO testet Unterwasser-Drohnen zum Schutz kritischer Infrastruktur
- 'Freezing Winds'-Übung in der Ostsee mit 30 Schiffen und 4000 Soldaten
- Ostsee gilt als zunehmend verwundbar für Angriffe auf Seekabel
- Raue Wetterbedingungen erschweren den Einsatz von Unterwasserdrohnen
- Aufbau einer Flotte unbemannter Überwasserfahrzeuge (USVs) geplant
- Vollständige Absicherung der Unterwasser-Infrastruktur bleibt schwierig
- Erhöhung der Redundanz als mögliche Lösung für Serviceunterbrechungen
Siehe auch:
- Sabotage wahrscheinlich: Wichtige Unterseekabel in der Ostsee gekappt
- Lange Verhandlungen: Unterseekabel-Reparatur im Roten Meer läuft
- NATO arbeitet sicherheitshalber an Alternativrouten zu Unterseekabeln
- Google: 1 Mrd. Dollar für strategische Unterseekabel gegen China
- Noch mehr Unterseekabel kaputt: Teile Afrikas sind komplett offline
Thema:
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