Lange Verhandlungen: Unterseekabel-Reparatur im Roten Meer läuft

Im Roten Meer konnte endlich mit der Reparatur mehrerer wichtiger Un­ter­see-Datenkabel begonnen werden. Dem gingen seit Februar intensive Verhandlungen mit den Konfliktparteien in der Region voraus, die nun störungsfreie Arbeiten erlauben sollen.
Daten, Infrastruktur, Verkehr, Transport, Unterseekabel, Seekabel, Internet-Backbone, Tiefseekabel, Datenleitung

Schäden durch versenkten Frachter

Die Schäden an drei Kabeln, die durch das Rote Meer verlaufen, gingen auf den Angriff der Houthi-Milizen im Jemen auf ein Frachtschiff zurück. Als dieses Ende Februar sank, zog es seinen Anker durch die Kabel und beschädigte dadurch die im Inneren liegenden Glasfasern. Und obwohl die vom Iran unterstützten Milizen zuletzt wieder häufiger Ziele auf See angriffen, konnten nun die Reparaturen anlaufen.

Das AAE-1-Kabel, eine 25.000 Kilometer lange Glasfaserverbindung zwischen Asien und Europa, wurde von einem Schiff der E-Marine, einer Tochtergesellschaft der in Abu Dhabi ansässigen Emirates Telecommunications Group, repariert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Seit dieser Woche laufen wieder Daten über diese Verbindung.


Das gleiche Schiff, die Niwa, bleibt jetzt in den Gewässern des Jemen, um die beiden verbleibenden Kabel, Seacom und EIG, zu reparieren. Denn für diesen Einsatz konnte auf diplomatischer Ebene eine ungestörte Operation ausgehandelt werden.

Das große Schweigen

Die Arbeiten hingen davon ab, ob man überhaupt Zugang zur Infrastruktur in den Gewässern des Jemen erhalten würde. Hier hat man es mit einer recht instabilen Regierung zu tun, die sich im Bürgerkrieg mit einer anderen Fraktion befindet. Es waren entsprechend monatelange Verhandlungen zwischen den Kabelbetreibern und den Konfliktparteien nötig, um die Reparaturmission zu organisieren.

Die Regierung des Jemen genehmigte bereits im Mai die Reparatur von Seacom und EIG, wollte aber keine Erlaubnis für Arbeiten an AAE-1 erteilen. Denn am Konsortium hinter diesem Kabel ist auch die TeleYemen beteiligt, die Verbindungen zur Houthi-Miliz haben soll. Es sei nicht klar, wie das AAE-1-Kabelkonsortium dann doch eine Genehmigung erhalten konnte. Ein Regierungsvertreter lehnte es ab, weitere Kommentare abzugeben, so Bloomberg. Und auch der Kabelbetreiber sagte zu dem Thema lieber nichts. Das könnte letztlich darauf hindeuten, dass hier ordentlich Geld über inoffizielle Kanäle geflossen ist.

Zusammenfassung
  • Reparatur von Untersee-Datenkabeln im Roten Meer gestartet
  • Schäden durch Angriff der Houthi-Milizen verursacht
  • AAE-1-Kabel durch E-Marine-Schiff repariert
  • Niwa bleibt für Reparaturen von Seacom und EIG vor Ort
  • Zugang zur Infrastruktur durch monatelange Verhandlungen gesichert
  • Jemen genehmigte Reparatur von Seacom und EIG, nicht von AAE-1
  • Genehmigung für AAE-1 möglicherweise durch inoffizielle Zahlungen erreicht

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!