Volkswagen: Ausschreitungen bei Protesten zu Audi-Werksschließung

Nach dem Scheitern der Investorensuche für das Audi-Werk in Brüssel eskalieren die Proteste der Beschäftigten. Bei Verhandlungen über einen Sozialplan kam es zu Tumulten, die von der Polizei aufgelöst werden mussten. Die Zukunft der 3.000 Mitarbeiter bleibt ungewiss.
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Proteste und Tumulte in Brüssel

Die Stimmung im Audi-Werk Brüssel ist und bleibt angespannt. Nachdem kein Käufer für den Standort gefunden werden konnte, droht den rund 3.000 Beschäftigten der Jobverlust. Bei Verhandlungen über einen Sozialplan kam es nun zu heftigen Protesten. Rund 150 teilweise vermummte Personen verschafften sich Zugang zu den Verhandlungsräumen. Sie hinderten die Teilnehmer am Verlassen des Saals.

Die aufgebrachten Demonstranten zündeten laut dem Spiegel auch Feuerwerkskörper, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Daraufhin wurde die Polizei zu Hilfe gerufen. Bei dem Einsatz wurde ein Gewerkschaftsmitglied leicht verletzt. Nun will die Unternehmensleitung über das weitere Vorgehen in den Verhandlungen beraten, denn natürlich will man eine weitere Eskalation verhindern.

Bereits seit einigen Tagen ist bekannt, dass die Suche nach einem Käufer für das Werk gescheitert ist. Das bedeutet, dass die Fahrzeugproduktion Ende März 2025 eingestellt werden soll. Eine Audi-Sprecherin erklärte: "Es gibt keinen potenziellen Investor für den Standort, daher ist die aktive Suche nach einem Investor beendet." Das Werk gilt aufgrund seiner Lage im Stadtgebiet als kostspielig und logistisch herausfordernd. Bahnanlagen und Wohngebiete begrenzen die Expansionsmöglichkeiten, zudem fehlt ein eigenes Presswerk.


Schwache Nachfrage, hohe Kosten

Die geplante Schließung ist nicht nur auf die Standortnachteile zurückzuführen. Auch die schwache Nachfrage nach dem dort produzierten Elektro-SUV Audi Q8 e-tron spielt eine Rolle. Die Verkaufszahlen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. 2022 wurden lediglich 47.900 Fahrzeuge produziert, obwohl das Werk eine Kapazität von 120.000 Einheiten pro Jahr hat.

Die Probleme in Brüssel sind symptomatisch für die aktuelle Situation bei Audi und damit auch der Mutter Volkswagen. Der Betriebsgewinn des Unternehmens ist zuletzt um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Als Reaktion darauf plant Audi einen umfangreichen Stellenabbau, der auch die deutschen Standorte betreffen wird. In der Entwicklungsabteilung sollen über 2.000 Arbeitsplätze wegfallen, insgesamt könnte der Abbau in Deutschland etwa 4.500 Jobs umfassen.

Volkswagen-Krise

Auch der Mutterkonzern Volkswagen steht vor großen Herausforderungen. Das Management fordert in der laufenden Tarifrunde eine zehnprozentige Gehaltskürzung und den Verzicht auf Sonderzahlungen. Die langjährige Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung wurde bereits aufgekündigt. VW droht sogar mit der Schließung von drei Werken in Deutschland, was den Verlust zehntausender Arbeitsplätze bedeuten würde.

Zusammenfassung
  • Proteste eskalieren nach gescheiterter Investorensuche für Audi-Werk
  • 150 Demonstranten stürmen Verhandlungsräume für Sozialplan
  • Polizei muss eingreifen, ein Gewerkschaftsmitglied leicht verletzt
  • Fahrzeugproduktion soll Ende März 2025 eingestellt werden
  • Standort gilt als kostspielig und logistisch herausfordernd
  • Schwache Nachfrage nach Elektro-SUV Audi Q8 e-tron
  • Audi plant umfangreichen Stellenabbau, auch in Deutschland

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