Krisen bei Intel und Boeing sind für die USA ein nationaler Notstand
Die Krisen bei Intel und Boeing sind nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten ein Symptom eines Notstands nationaler Tragweite. Denn die beiden Konzerne verweisen auf ein grundlegendes Problem in der Wirtschaft der Supermacht.
Im geopolitischen Wettstreit mit China, der sich nicht nur durch militärische Macht, sondern auch durch wirtschaftliche und technologische Stärke definiert, stehen die USA unter Druck. Zwar haben sowohl Republikaner als auch Demokraten Maßnahmen wie Zölle und Subventionen ergriffen, doch die Probleme bei Intel und Boeing zeigen, dass es an der eigentlichen Produktion hapert: Die USA entwickeln weiterhin innovative Produkte, verlieren aber zunehmend die Fähigkeit, sie effizient herzustellen.
Am Ende der 1990er Jahre gehörten noch vier der zehn wertvollsten US-Unternehmen dem produzierenden Gewerbe an - heute ist kein einziges mehr dabei. Intel und Boeing waren einst Vorreiter bei der Herstellung bahnbrechender Produkte mit höchster Qualität. Diese Zeiten sind jedoch vorbei - und das liegt vor allem auch an internen Fehlentscheidungen.
Intel verpasste es beispielsweise, frühzeitig auf moderne Chiptechnologien zu setzen. Den aufkommenden Mobile-Markt verschlief man im Vertrauen auf den klassischen Computer-Sektor komplett und konnte auch später keinen Fuß mehr fassen. Und Boeing entschied sich statt für die Entwicklung eines neuen Flugzeugs für ein kostengünstiges Update seiner 737-Modelle, was letztlich zu fatalen Problemen an den Flugzeugen führte.
Um dem entgegenzuwirken, müssen politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger handeln. Subventionen und strategische Partnerschaften, wie sie durch den Chips Act ermöglicht werden, sind ein Schritt in diese Richtung. Allerdings reicht es nicht aus, nur Arbeitsplätze zu schaffen - das Ziel muss sein, Produkte von Weltklasse zu entwickeln und zu produzieren. Nur so könne die USA langfristig in der globalen Wirtschaft bestehen und ihre technologische Unabhängigkeit bewahren, hieß es.
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High End-Produktion in Schwierigkeiten
Sowohl Intel als auch Boeing waren einst Aushängeschilder der US-amerikanischen Industrie. Heute stehen beide vor großen Herausforderungen. Intel hat seine Dividenden gestrichen, Stellen abgebaut und Investitionen gekürzt. Boeing hingegen kämpft mit den Folgen von Flugzeugabstürzen, Produktionsverzögerungen und Streiks. Beide Unternehmen haben in den letzten fünf Jahren zusammen die Hälfte ihres Marktwerts verloren, was nicht nur für Investoren problematisch ist, sondern auch für die gesamte US-Wirtschaft eine Gefahr darstellt, wie das Wall Street Journal berichtet.Im geopolitischen Wettstreit mit China, der sich nicht nur durch militärische Macht, sondern auch durch wirtschaftliche und technologische Stärke definiert, stehen die USA unter Druck. Zwar haben sowohl Republikaner als auch Demokraten Maßnahmen wie Zölle und Subventionen ergriffen, doch die Probleme bei Intel und Boeing zeigen, dass es an der eigentlichen Produktion hapert: Die USA entwickeln weiterhin innovative Produkte, verlieren aber zunehmend die Fähigkeit, sie effizient herzustellen.
Am Ende der 1990er Jahre gehörten noch vier der zehn wertvollsten US-Unternehmen dem produzierenden Gewerbe an - heute ist kein einziges mehr dabei. Intel und Boeing waren einst Vorreiter bei der Herstellung bahnbrechender Produkte mit höchster Qualität. Diese Zeiten sind jedoch vorbei - und das liegt vor allem auch an internen Fehlentscheidungen.
Intel verpasste es beispielsweise, frühzeitig auf moderne Chiptechnologien zu setzen. Den aufkommenden Mobile-Markt verschlief man im Vertrauen auf den klassischen Computer-Sektor komplett und konnte auch später keinen Fuß mehr fassen. Und Boeing entschied sich statt für die Entwicklung eines neuen Flugzeugs für ein kostengünstiges Update seiner 737-Modelle, was letztlich zu fatalen Problemen an den Flugzeugen führte.
Kraftakt nötig
Die Bedeutung dieser beiden Unternehmen für die USA ist jedoch enorm. Intel ist der einzige US-Konkurrent für den taiwanesischen Chiphersteller TSMC, und Boeing ist der größte Exporteur von Industriegütern in den USA. Ihr Verschwinden würde massive Auswirkungen auf das technologische und industrielle Ökosystem der USA haben, das schwer wieder aufzubauen wäre.Um dem entgegenzuwirken, müssen politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger handeln. Subventionen und strategische Partnerschaften, wie sie durch den Chips Act ermöglicht werden, sind ein Schritt in diese Richtung. Allerdings reicht es nicht aus, nur Arbeitsplätze zu schaffen - das Ziel muss sein, Produkte von Weltklasse zu entwickeln und zu produzieren. Nur so könne die USA langfristig in der globalen Wirtschaft bestehen und ihre technologische Unabhängigkeit bewahren, hieß es.
Zusammenfassung
- Intel und Boeing, einstige US-Vorzeigeunternehmen, in der Krise
- Marktwerteinbruch von 50 % in fünf Jahren gefährdet US-Wirtschaft
- USA verlieren Fähigkeit zur effizienten Herstellung innovativer Produkte
- Interne Fehlentscheidungen führten zu Rückschritten bei beiden Firmen
- Verschwinden hätte massive Auswirkungen auf US-Technologiesektor
- Politische und wirtschaftliche Maßnahmen zur Gegensteuerung nötig
- Ziel: Entwicklung und Produktion von Weltklasseprodukten in den USA
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