Intels 18A-Rückschlag: Broadcom-Tests zeigen massive Probleme

Intels Pläne für seine fortschrittliche 18A-Chipfertigung geraten ins Stocken und die Krise des Halbleiterherstellers verschärft sich. Tests mit Broadcom zeigen Probleme bei der Massenproduktion. Ein Rückschlag für Intels Ambitionen als Auftragsfertiger.
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Intels 18A-Prozess stößt auf Schwierigkeiten

Intel, einst unangefochtener Marktführer in der Halbleiterindustrie, steht vor schwerwiegenden Herausforderungen - und das ist eine freundliche Interpretation. Wie Reuters berichtet, ist der Chipgigant bei der Entwicklung seines hochmodernen 18A-Fertigungsprozesses auf unerwartete Hindernisse gestoßen. Dieser Prozess sollte Intel eigentlich wieder an die Spitze der Halbleitertechnologie rücken.

Der 18A-Prozess, benannt nach seiner Strukturbreite von etwa 1,8 Nanometern, ist ein Schlüsselelement in Intels Strategie, sich als führender Auftragsfertiger neben TSMC zu etablieren. Doch jüngste Tests mit dem Chiphersteller Broadcom haben offenbar enttäuschende Ergebnisse geliefert.

Laut drei mit der Angelegenheit vertrauten Quellen sendete Intel laut der Nachrichtenagentur im vergangenen Monat Silizium-Wafer an Broadcom, die mit diesem Prozess gefertigt wurden. Nach eingehender Prüfung kamen Broadcom-Ingenieure jedoch zum Schluss, dass der Prozess weiterhin nicht reif für die Massenproduktion sei. Dies ist natürlich ein erheblicher Rückschlag für Intel.

Intels Ambitionen im Auftragsfertiger-Geschäft

Intel hat ehrgeizige Pläne, bis 2030 zum zweitgrößten Auftragsfertiger der Welt aufzusteigen. Das Unternehmen investiert hierfür auch massiv in neue Fabriken und Technologien. Allein in den USA plant Intel Investitionen von rund 100 Milliarden Dollar für den Ausbau und Neubau von Fertigungsstätten.

Der Erfolg von 18A ist entscheidend, um große Kunden wie Nvidia oder Apple zu gewinnen und die neuen Produktionskapazitäten auszulasten. Intel-CEO Pat Gelsinger hat wiederholt betont, dass der Prozess auf dem richtigen Weg sei und 2025 die Massenproduktion erreichen werde.


Intels taiwanischer Konkurrent TSMC plant, seine 2-Nanometer-Chips ebenfalls 2025 in die Massenproduktion zu bringen. Ein erfolgreicher Start des 18A-Prozesses hätte Intel einen signifikanten Vorsprung verschafft, und zwar gerade in einer Zeit, in der KI-Chips immer gefragter werden.

Zukunftsaussichten

Die Probleme mit dem 18A-Prozess kommen zu einem mehr als ungünstigen Zeitpunkt für Intel. Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal 2024 einen Verlust von 1,6 Milliarden Dollar und kündigte den Abbau von mehr als 15.000 Stellen an. Zudem kämpft Intel mit weitverbreiteten Problemen bei seinen aktuellen 13. und 14. Generation CPUs.

Trotz der Herausforderungen bleibt Intel optimistisch. Ein Unternehmenssprecher betonte gegenüber Reuters, dass "18A läuft, ist gesund und liefert gute Ergebnisse. Wir bleiben voll auf Kurs, um nächstes Jahr mit der Massenproduktion zu beginnen." Das klingt allerdings eher nach Durchhalteparole denn nach echtem Optimismus.

Zusammenfassung
  • Intels 18A-Chipfertigung zeigt Probleme in Tests mit Broadcom
  • Schwere Herausforderungen für Intel bei Entwicklung des 18A-Prozesses
  • Der 18A-Prozess ist zentral für Intels Aufstieg als Auftragsfertiger
  • Broadcom-Ingenieure: 18A bis jetzt nicht bereit für Massenproduktion
  • Intel plant massive Investitionen zur Erreichung der Marktführerschaft
  • Erfolg von 18A entscheidend für Gewinnung großer Kunden wie Nvidia
  • Intels Verlust im 2. Quartal 2024 beträgt 1,6 Milliarden Dollar

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