Intel: Krisen-Plan wird konkreter - deutscher Werksneubau auf Kippe
Das Management des Chipherstellers Intel arbeitet mit Hochdruck an einem Plan, die Krise des Unternehmens zu beenden. Es deutet sich inzwischen an, dass im Zuge dessen gravierende Einschnitte zu erwarten sind und auch Teile des Konzerns verkauft werden.
Aktuell deutet aber wenig darauf hin, dass die Maßnahmen so radikal sein werden, wie sie teils schon befürchtet wurden. Obwohl die Vorschläge bisher nicht finalisiert sind, umfassen sie derzeit keine Pläne, die Produktionsanlagen vollständig auszugliedern und zu verkaufen.
Intel hat bereits seine Foundry-Geschäfte von den Design-Aktivitäten getrennt und berichtet seit dem ersten Quartal 2024 separat über deren Finanzergebnisse. Dies wurde teils als Vorbereitung für einen möglichen Verkauf angesehen. Nach dem bisherigen Stand soll damit aber erst einmal nur sichergestellt werden, dass potenzielle Kunden keine Einblicke in die Technologiegeheimnisse anderer Kunden erhalten, die Intels Fabriken zur Chipproduktion nutzen.
Intel durchlebt derzeit eine schwierige Phase, da es versucht, im KI-Zeitalter mit Wettbewerbern wie Nvidia mitzuhalten, dessen Marktwert auf 3 Billionen Dollar gestiegen ist. Intel fiel hingegen auf unter 100 Milliarden Dollar, nachdem der Aktienkurs seit Monaten sinkt. Der Vorschlag von Gelsinger könnte auch Pläne zur Reduzierung der Ausgaben für den Ausbau der Produktionsstätten enthalten. Möglicherweise wird auch das bereits verzögerte 32-Milliarden-Dollar-Projekt in Deutschland ganz gestoppt.
Siehe auch:
- Intel-Management plant, die Unternehmenskrise zu beenden
- Mitte September wird ein Kostensenkungsplan vorgestellt
- Keine Pläne zum vollständigen Verkauf der Produktionsanlagen
- Foundry-Geschäfte wurden von Design-Aktivitäten getrennt
- Möglicher Verkauf der programmierbaren Chips Sparte
- Intel kämpft um Marktanteile im KI-Zeitalter
- Möglicher Stopp des 32-Milliarden-Dollar-Projekts in Deutschland
Große Einschnitte
Der CEO von Intel, Pat Gelsinger, und weitere Führungskräfte, werden voraussichtlich Mitte September dem Vorstand einen Plan zur Reduzierung von Kosten und Umstrukturierung der Kapitalinvestitionen präsentieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass das ehemals führende Halbleiterunternehmen aktuell Schwierigkeiten hat, sich in einer halbwegs annehmbaren Position auf dem Weltmarkt zu behaupten.Aktuell deutet aber wenig darauf hin, dass die Maßnahmen so radikal sein werden, wie sie teils schon befürchtet wurden. Obwohl die Vorschläge bisher nicht finalisiert sind, umfassen sie derzeit keine Pläne, die Produktionsanlagen vollständig auszugliedern und zu verkaufen.
Intel hat bereits seine Foundry-Geschäfte von den Design-Aktivitäten getrennt und berichtet seit dem ersten Quartal 2024 separat über deren Finanzergebnisse. Dies wurde teils als Vorbereitung für einen möglichen Verkauf angesehen. Nach dem bisherigen Stand soll damit aber erst einmal nur sichergestellt werden, dass potenzielle Kunden keine Einblicke in die Technologiegeheimnisse anderer Kunden erhalten, die Intels Fabriken zur Chipproduktion nutzen.
Altera wird fallen
Absehbar ist nun allerdings, dass einige kleinere Bereiche abgestoßen werden. Laut einer Quelle, die mit der Angelegenheit vertraut ist, soll der Management-Plan unter anderem den Verkauf der Sparte für programmierbare Chips (Altera), die Intel nicht mehr aus eigenen Gewinnen finanzieren kann, beinhalten. Konzernchef Pat Gelsinger erklärte letzte Woche auf einer Konferenz, dass man die Sorgen der Investoren ernst nehme und sich auf die zweite Phase des Unternehmensumbaus konzentriere.Intel durchlebt derzeit eine schwierige Phase, da es versucht, im KI-Zeitalter mit Wettbewerbern wie Nvidia mitzuhalten, dessen Marktwert auf 3 Billionen Dollar gestiegen ist. Intel fiel hingegen auf unter 100 Milliarden Dollar, nachdem der Aktienkurs seit Monaten sinkt. Der Vorschlag von Gelsinger könnte auch Pläne zur Reduzierung der Ausgaben für den Ausbau der Produktionsstätten enthalten. Möglicherweise wird auch das bereits verzögerte 32-Milliarden-Dollar-Projekt in Deutschland ganz gestoppt.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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