Fatale Fehler stoppen Boeings Starliner-Raumkapsel-Flug zur ISS

Nach vielen Rückschlägen meisterte das Starliner-Projekt von Boeing im vergangenen Jahr endlich einen Erfolg. Der Raumkapsel gelang das erste Andockmanöver an die Internationalen Raumstation ISS. Doch jetzt gibt es wieder große Probleme.
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Boeing
Der Starliner von Boeing sollte eigentlich am 21. Juli seine erste Mission mit Besatzung zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen. Doch daraus wird nun wohl nichts.

Laut Medienberichten gibt es derzeit eine Reihe technischer Probleme, die das Unternehmen davon abhält, den Start im kommenden Monat durchzuführen. In einer gemeinsamen Erklärung mit der NASA hat der Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing daher jetzt bekannt gegeben, dass der Termin für den ersten Crew-Flight-Test des Raumschiffs CST-100 erneut verschoben wird. Es gibt laut der Erklärung zwei neue Probleme, die von den Boeing-Ingenieuren entdeckt wurden.

Start des Boeing Starliner CST-100 auf dem Weg zur ISS

Probleme mit den Fallschirmen

Das erste Problem betrifft das Fallschirmsystem. Boeing hat die Starliner-Kapsel so konstruiert, dass sie mithilfe von drei Fallschirmen zur Erde zurück schweben kann. Nun sollen Teile der Leitungen, die das System mit der Kapsel verbinden, nicht in der Lage sein, zuverlässig die Last des Raumschiffs zu tragen, falls nur zwei der drei Fallschirme korrekt ausgelöst werden.

Da die Kapsel menschliche Passagiere zurückbringen wird, ist das ein Risiko, das niemand eingehen will. Boeing beabsichtigt daher weitere Fallschirmtests durchzuführen. Neben dem Fallschirmproblem prüft Boeing auch die Verwendung eines bestimmten Klebebands, mit dem Hunderte von Metern Kabel umwickelt werden. Es gibt Hinweise darauf, dass das Klebeband unter Umständen entflammbar ist, sodass die Ingenieure für die Bereiche des Raumfahrzeugs mit dem größten Brandrisiko eine andere Art von Umhüllung verwenden wollen.

Der Crew-Flight-Test ist die letzte Hürde, die Boing nehmen muss, um regelmäßig Astronauten zur ISS zu befördern. Die NASA hat Boeing und SpaceX als einen ihrer kommerziellen Partner ausgewählt, um Transporte auszuführen. SpaceX hat bereits zehn bemannte Flüge absolviert, wobei der erste schon im Jahr 2020 stattfand. Boeing hängt also weit hinter SpaceX.

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Dennoch bleiben die NASA und Boeing optimistisch, was die Zukunft des Starliners angeht. In einer Erklärung sagte Steve Stich, Leiter des NASA-Commercial-Crew-Programms:

"Die Sicherheit der Besatzung bleibt die höchste Priorität für die NASA und ihre Industrieanbieter. Neue Probleme sind in der bemannten Raumfahrt nicht ungewöhnlich, besonders während der Entwicklung. Wenn man vor zwei Monaten auf die Arbeit zurückblickt, die wir vor uns hatten, so ist sie fast vollständig abgeschlossen. Das gemeinsame Team ist hartnäckig und entschlossen in seinem Ziel, die Besatzung des Starliner zu fliegen, sobald es sicher möglich ist. Sollte in Zukunft eine Flugplananpassung notwendig sein, werden wir das sicherlich tun, so wie wir es schon früher getan haben. Wir werden nur fliegen, wenn wir bereit sind."

Zusammenfassung
  • Start der ersten Starliner-Mission mit Besatzung verschoben
  • Fallschirmsystem nicht zuverlässig, Leitungen tragen Last nicht
  • Verwendung bestimmten Klebebands mit Brandrisiko
  • Crew-Flight-Test letzte Hürde für regelmäßige Astronauten-Transporte
  • NASA & Boeing optimistisch für Zukunft: Flug nur, wenn sicher möglich

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