Amazon: Diskriminierungs-Prozess kann zur juristischen Lawine werden
Die fragwürdige Behandlung einer KI-Forscherin könnte Amazon deutlich mehr Probleme bringen, als "nur" ein Gerichtsurteil in Personalsachen. Denn in dem Prozess um die Rechtmäßigkeit einer Entlassung kamen auch klar illegale Arbeitsanweisungen zur Sprache.
Wie das britische Magazin The Register, das den Fall verfolgt, berichtete, änderte die Situation sich erst Anfang letzten Jahres. Damals brachte die Forscherin ein Kind zur Welt. In der darauffolgenden Zeit sollen ihre direkten Vorgesetzten ihr Steine in den Weg gelegt haben. Trotz guter Leistungen wurde sie degradiert und sie erhielt völlig unrealistische Entwicklungsziele - wohl um sie komplett aus dem Job drängen zu können.
Aufgrund dessen wirft Ghaderi dem Konzern nun Diskriminierung vor, allerdings würde diese Auseinandersetzung letztlich wohl auf eine kleine Abteilung und die zuständigen Stellen im Management beschränkt bleiben. Im Zuge des Verfahrens kamen aber auch andere Dinge zur Sprache, die der Rechtsabteilung größere Bauchschmerzen bereiten dürften.
Solche Arbeitsanweisungen von Managern an ihre Angestellten kommen für einen großen Tech-Konzern aktuell sicher zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt zur Sprache - und dann auch noch in einer Aussage unter Eid. Denn es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Urhebern, die sich dagegen wehren, dass Technologie-Unternehmen ihre Werke ohne Genehmigungen für das Training ihrer KI-Modelle nutzen.
Diesbezüglich wurden bereits mehrere Klagen eingereicht. In diesen dürfte es auch darum gehen, ob geschützte Werke teilweise mitgenutzt wurden und die Sache über Fair-Use-Bestimmungen geregelt werden kann. Dies dürfte kaum der Fall sein, wenn sich herausstellt, dass Manager ihren Untergebenen direkte Arbeitsanweisungen geben, den rechtlichen Schutz zu ignorieren.
Siehe auch:
Diskriminierung und KI-Kontroversen
In dem Rechtsstreit stehen sich das Unternehmen und Viviane Ghaderi gegenüber. Ghaderi ist eine Expertin im KI-Bereich, die vor ihrer Anstellung bei Amazon unter anderem auch an mehreren Universitäten tätig war. Auch bei Amazon war man von ihren Fähigkeiten zumindest so überzeugt, dass man ihr einen vorübergehenden Ausflug in einen anderen Job bei einem Startup im Jahr 2021 nicht übel nahm. Als erkennbar wurde, dass sie gern zurückkommen würde, erhielt sie sogar direkt eine höhergestellte Position als zuvor.Wie das britische Magazin The Register, das den Fall verfolgt, berichtete, änderte die Situation sich erst Anfang letzten Jahres. Damals brachte die Forscherin ein Kind zur Welt. In der darauffolgenden Zeit sollen ihre direkten Vorgesetzten ihr Steine in den Weg gelegt haben. Trotz guter Leistungen wurde sie degradiert und sie erhielt völlig unrealistische Entwicklungsziele - wohl um sie komplett aus dem Job drängen zu können.
Aufgrund dessen wirft Ghaderi dem Konzern nun Diskriminierung vor, allerdings würde diese Auseinandersetzung letztlich wohl auf eine kleine Abteilung und die zuständigen Stellen im Management beschränkt bleiben. Im Zuge des Verfahrens kamen aber auch andere Dinge zur Sprache, die der Rechtsabteilung größere Bauchschmerzen bereiten dürften.
Komplexe Vorwürfe
Denn Ghaderi führte in Befragungen vor Gericht unter anderem auch aus, dass sie ins Visier ihrer direkten Vorgesetzten geriet, weil sie sich über Verstöße gegen interne Rechtsvorgaben beschwert habe. Demnach habe ihr Chef ihr geraten, beim Urheberrecht "gegen die Anweisung der Rechtsabteilung zu verstoßen", um die Ziele bei der KI-Entwicklung zu erreichen. Unter Verweis auf konkurrierende KI-Unternehmen soll er gesagt haben: "Das machen alle anderen auch."Solche Arbeitsanweisungen von Managern an ihre Angestellten kommen für einen großen Tech-Konzern aktuell sicher zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt zur Sprache - und dann auch noch in einer Aussage unter Eid. Denn es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Urhebern, die sich dagegen wehren, dass Technologie-Unternehmen ihre Werke ohne Genehmigungen für das Training ihrer KI-Modelle nutzen.
Diesbezüglich wurden bereits mehrere Klagen eingereicht. In diesen dürfte es auch darum gehen, ob geschützte Werke teilweise mitgenutzt wurden und die Sache über Fair-Use-Bestimmungen geregelt werden kann. Dies dürfte kaum der Fall sein, wenn sich herausstellt, dass Manager ihren Untergebenen direkte Arbeitsanweisungen geben, den rechtlichen Schutz zu ignorieren.
Zusammenfassung
- Amazon droht mehr Ärger als nur ein Gerichtsurteil in Personalsachen
- KI-Forscherin Viviane Ghaderi klagt gegen Amazon wegen Diskriminierung
- Ghaderi wurde nach Elternzeit degradiert und erhielt unrealistische Ziele
- Illegale Arbeitsanweisungen wurden im Prozess thematisiert
- Manager riet Ghaderi, Urheberrechte zu missachten für KI-Entwicklung
- Verstöße gegen interne Rechtsvorgaben wurden von Ghaderi angeprangert
- Klagen gegen Tech-Unternehmen wegen Nutzung fremder Werke häufen sich
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Thema:
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