Amazon-Kartellklage: Jeff Bezos vernichtet vorsätzlich Beweise
Um eventuell belastende Unterhaltungen zu vernichten, haben hochrangige Amazon-Mitarbeiter auf eine Funktion in der von ihnen verwendeten Nachrichten-App zurückgegriffen. Diese Praxis ist auch bei anderen großen amerikanischen Tech-Unternehmen verbreitet.
"Jahrelang besprachen Amazons Top-Führungskräfte, darunter auch der Gründer und ehemalige CEO Jeff Bezos, sensible Geschäftsangelegenheiten, einschließlich kartellrechtlicher Fragen, über die verschlüsselte Nachrichten-App Signal statt über E-Mail", schreibt die FTC in einem Dokument, das der Washington Post vorliegt. Beteiligte hätten dabei die Funktion zum automatischen Löschen von Nachrichten auch noch genutzt, nachdem die Kommission mitgeteilt hatte, dass der Konzern unter Beobachtung steht.
"Obwohl der Inhalt gelöschter Nachrichten nicht wiederhergestellt werden kann, zeigt die App an, wenn ein Nutzer die Funktion zum Verschwinden lassen von Nachrichten ein- oder ausschaltet oder den Timer für das Löschen ändert, und hinterlässt Brotkrumen, die zeigen, dass die Löschungen der Amazon-Führungskräfte weitverbreitet waren", so die FTC weiter.
Jetzt möchte die Kommission, dass ein Bundesrichter Amazon dazu zwingt, Dokumente über seinen Umgang mit Daten vorzulegen.
Siehe auch:
Kartellverfahren gegen Amazon
Die Federal Trade Comission (FTC) hat letztes Jahr ein Kartellverfahren gegen Amazon eingeleitet, in dem es dem Konzern rechtswidrige monopolistische Praktiken zum Vorwurf macht. Dazu gehört unter anderem, dass Händler daran gehindert werden, auf anderen Plattformen niedrigere Preise anzubieten, und dass sie gezwungen werden, den Logistikdienst von Amazon zu nutzen, wenn sie das Prime-Versandlabel verwenden wollen.Führungskräfte vernichten Beweismaterial
Die FTC beschuldigt Amazon jetzt, die Funktion zum Verschwinden lassen von Nachrichten in der App Signal genutzt zu haben, um die Unternehmenskommunikation zu verschleiern. Auf diesem Weg sei wichtiges Beweismaterial zerstört worden."Jahrelang besprachen Amazons Top-Führungskräfte, darunter auch der Gründer und ehemalige CEO Jeff Bezos, sensible Geschäftsangelegenheiten, einschließlich kartellrechtlicher Fragen, über die verschlüsselte Nachrichten-App Signal statt über E-Mail", schreibt die FTC in einem Dokument, das der Washington Post vorliegt. Beteiligte hätten dabei die Funktion zum automatischen Löschen von Nachrichten auch noch genutzt, nachdem die Kommission mitgeteilt hatte, dass der Konzern unter Beobachtung steht.
"Obwohl der Inhalt gelöschter Nachrichten nicht wiederhergestellt werden kann, zeigt die App an, wenn ein Nutzer die Funktion zum Verschwinden lassen von Nachrichten ein- oder ausschaltet oder den Timer für das Löschen ändert, und hinterlässt Brotkrumen, die zeigen, dass die Löschungen der Amazon-Führungskräfte weitverbreitet waren", so die FTC weiter.
Jetzt möchte die Kommission, dass ein Bundesrichter Amazon dazu zwingt, Dokumente über seinen Umgang mit Daten vorzulegen.
Eine gängige Praxis
Diese Art der Kommunikation scheint eine zunehmend übliche Geschäftspraxis zu sein. Letztes Jahr beschuldigte das US-Justizministerium Google, seine internen Chatverläufe routinemäßig zu löschen. Nach Bundesrecht ist das Unternehmen aber eigentlich zu deren Aufbewahrung verpflichtet. Auch Elon Musk nutzte die automatische Löschung von Nachrichten in Signal während seines Kaufes von Twitter, um Unterhaltungen die Übernahme betreffend zu vernichten.
Zusammenfassung
- FTC führt Kartellverfahren gegen Amazon wegen monopolistischer Praktiken
- Amazon soll Signal zur Verschleierung von Kommunikation genutzt haben
- Top-Führungskräfte diskutierten sensible Themen über Signal
- FTC entdeckt Hinweise auf weitverbreitete Nachrichtenlöschungen
- FTC fordert von Amazon die Vorlage von Dokumenten
- Löschpraxis bei Geschäftskommunikation wird üblicher
- Auch Google und Elon Musk beschuldigt, Nachrichten zu löschen
Siehe auch:
- Amazon: Diskriminierungs-Prozess kann zur juristischen Lawine werden
- Schnellzustellung per Drohne: Amazon stellt erstes Prime Air-Gebiet ein
- Patent auf Speicher: Amazon muss sehr viel Schadensersatz zahlen
- "Dreiecksbetrug": Ehrlichen Amazon-Kunden drohen Strafanzeigen
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Thema:
Amazons Aktienkurs in Euro
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