Energieverband: Industrie soll aufhören, über Deutschland zu jammern
Die Warnungen der Industrie sind sehr laut zu vernehmen. Hohe Energiepreise würden den Standort Deutschland langsam aber sicher zerstören. Gegen diese Darstellung stemmt sich jetzt der Energieverband. Man spricht von teilweise "grotesken" Forderungen.
Wie steht es um den Wirtschaftsstandort Deutschland? Geht es nach sehr lauten Stimmen aus der Industrie, wird jüngst wieder von "alarmierenden Signalen" gesprochen. Viele Unternehmen stünden wegen hoher Energiepreise erneut vor der Frage, ob Abwanderung eine Lösung ist. Kurzum: Hier wird der nahende wirtschaftliche Niedergang besungen.
Gegen diese Darstellung stemmt sich jetzt mit klaren Worten und sichtlich genervt Marie-Luise Wolff, die Präsidentin des Energieverbands BDEW und damit selbst Teil der deutschen Wirtschaft und des Industrieverbands BDI. "Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Teile der deutschen Industrie den Standort schlechter reden, als er ist", sagt Wolff gegenüber der Süddeutschen Zeitung (Paywall).
Viele ihrer CEO und Funktionärs-Kollegen sind nach ihrer Ansicht hervorragend darin, Forderungen zu stellen, ohne selbst einen Beitrag zu leisten. Man mache es sich leicht damit, "der Politik alles in die Schuhe zu schieben und die vermeintlich schlechten Rahmenbedingungen zu bejammern". Das passiere vor allem auch gerne bei Unternehmen, die ohnehin abwandern wollen.
Ein Blackout, wie er von Stimmen aus der Wirtschaft heraufbeschworen wird, drohe nicht. Forderungen nach einem gedeckelten Strompreis für Unternehmen hält sie für "grotesk" - auch weil die Strompreise hierzulande wieder "europäisch und international absolut konkurrenzfähig" seien, wie auch die nachfolgende Grafik veranschaulicht. Infografik: Strompreise für Unternehmen in Europa
Siehe auch:
Gegen diese Darstellung stemmt sich jetzt mit klaren Worten und sichtlich genervt Marie-Luise Wolff, die Präsidentin des Energieverbands BDEW und damit selbst Teil der deutschen Wirtschaft und des Industrieverbands BDI. "Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Teile der deutschen Industrie den Standort schlechter reden, als er ist", sagt Wolff gegenüber der Süddeutschen Zeitung (Paywall).
Viele ihrer CEO und Funktionärs-Kollegen sind nach ihrer Ansicht hervorragend darin, Forderungen zu stellen, ohne selbst einen Beitrag zu leisten. Man mache es sich leicht damit, "der Politik alles in die Schuhe zu schieben und die vermeintlich schlechten Rahmenbedingungen zu bejammern". Das passiere vor allem auch gerne bei Unternehmen, die ohnehin abwandern wollen.
Andere Stärke
Wolff beklagt eine Tendenz ihrer Industriekollegen, "immer nur die schlechtesten aller Szenarien zu betonen". Das ist nach Ansicht der Energieverbands-Chefin vor allem im Bereich der Stromversorgung immer wieder zu beobachten.Ein Blackout, wie er von Stimmen aus der Wirtschaft heraufbeschworen wird, drohe nicht. Forderungen nach einem gedeckelten Strompreis für Unternehmen hält sie für "grotesk" - auch weil die Strompreise hierzulande wieder "europäisch und international absolut konkurrenzfähig" seien, wie auch die nachfolgende Grafik veranschaulicht. Infografik: Strompreise für Unternehmen in Europa
Zusammenfassung
- Industrie warnt vor hohen Energiepreisen in Deutschland
- Energieverband kritisiert "groteske" Forderungen der Industrie
- Marie-Luise Wolff widerspricht dem schlechten Standortbild
- Wolff: Industrie schiebt Politik ungerechte Schuld zu
- Industriekollegen betonen laut Wolff zu oft das Schlechteste
- Blackout in Deutschland laut Wolff nicht zu befürchten
Siehe auch:
- Geschafft: Strompreise kommen wieder auf Vorkrisen-Niveau an
- Zu hohe Strompreise: Volkswagen streicht Pläne für zweites Akkuwerk
- Senf dazu: Verbraucher müssen trotz niedriger Strompreise leiden
- 32% niedrigere Strompreise: Studie fordert europäisches Supernetz
- Strompreise sollen zukünftig zeitlich gestaffelt werden
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