Google verkauft jetzt heiße Luft - im wahrsten Sinne des Wortes
Googles Rechenzentren produzieren viel Abwärme. In den meisten Fällen bleibt sie aber ungenutzt. Die finnische Kleinstadt Hamina nimmt jetzt Googles heiße Luft, um damit große Teile ihres Fernwärmebedarfs zu decken. Solche Projekte gibt es auch in Deutschland.
Laut Netzbetreiber spielt das Projekt eine große Rolle, um die CO₂-Neutralitätsziele der Stadt zu erreichen. "Das Projekt reduziert den Einsatz fossiler Energie erheblich und nutzt ansonsten verschwendete Energie. Wenn zudem klimaneutraler Strom, etwa Windkraft, als Primärenergie für die Wärmepumpenanlage genutzt wird, ist der gesamte Produktionsausstoß dieser Anlage klimaneutral", heißt es auf der städtischen Webseite.
Siehe auch:
Google verkauft Abwärme
Rechenzentren jeglicher Art produzieren eine Menge Abwärme. Oft müssen die Betreiber viel Geld in eine entsprechende Kühlung investieren, Google hingegen hat nun einen Weg gefunden, Kosten zu sparen, indem die heiße Luft zum Heizen von Gebäuden an Dritte weitergeleitet wird.Finnische Stadt deckt Fernwärmebedarf
Mithilfe von Google wird die finnische Gemeinde Hamina auf diesem Weg ab 2025 etwa 80 Prozent ihres Fernwärmebedarfs decken. In der 20.000-Einwohner-Stadt, die sich ungefähr 145 Kilometer östlich von Helsinki befindet, steht eines von Googles fünf europäischen Rechenzentren. Das soll mit einer neuen Leitung an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen werden. Das von Google erhaltene warme Kühlwasser wird dann zu einer Wärmepumpenanlage geleitet, die jährlich 40 Gigawattstunden Strom erzeugt.Laut Netzbetreiber spielt das Projekt eine große Rolle, um die CO₂-Neutralitätsziele der Stadt zu erreichen. "Das Projekt reduziert den Einsatz fossiler Energie erheblich und nutzt ansonsten verschwendete Energie. Wenn zudem klimaneutraler Strom, etwa Windkraft, als Primärenergie für die Wärmepumpenanlage genutzt wird, ist der gesamte Produktionsausstoß dieser Anlage klimaneutral", heißt es auf der städtischen Webseite.
Auch deutsche Städte wollen profitieren
Neu ist diese Idee aber nicht. Etliche andere Projekte in Europa, bei der die Abwärme von Rechenzentren weiterverwendet wird, laufen schon seit vielen Jahren. Auch die deutsche Kleinstadt Mittenwalde will etwa die Abwärme eines Rechenzentrums des US-Konzerns für sich nutzen. Vor knapp drei Monaten hatte der Stadtentwicklungsausschuss ein entsprechendes Konzept vorgestellt. In der brandenburgischen Gemeinde ist der amerikanische Konzern gerade dabei, ein neues Serverzentrum zu bauen. Da jedoch zuerst noch eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden muss, ist nicht vor 2027 mit einer tatsächlichen Umsetzung des Vorhabens zu rechnen.Vorteile für alle Beteiligten
Bei einer Weiterverwendung der in den Rechenzentren produzierten Wärme profitieren alle Beteiligten. Denn da auch Google Geld einspart, das sonst in die Kühlung investiert werden müsste, verkauft das Unternehmen die heiße Luft im Fall der finnischen Stadt Hamina für einen symbolischen Euro pro Jahr.
Zusammenfassung
- Rechenzentren erzeugen viel Abwärme, die oft teuer gekühlt werden muss
- Google leitet heiße Luft zum Heizen von Gebäuden weiter, um Kosten zu sparen
- Ab 2025 deckt die finnische Stadt Hamina 80 Prozent ihres Fernwärmebedarfs durch Google-Abwärme
- Haminas Fernwärmenetz wird an Googles Rechenzentrum angeschlossen
- Wärmepumpenanlage erzeugt jährlich 40 Gigawattstunden Strom aus Abwärme
- Projekt hilft Hamina, CO₂-Neutralitätsziele zu erreichen und fossile Energie zu reduzieren
- Google verkauft die heiße Luft für einen symbolischen Euro pro Jahr an Hamina
- Auch in Deutschland sind entsprechende neue Projekte in Planung
Siehe auch:
- Preissturz bei großen Batteriespeichern treibt Energiewende weltweit an
- Energieverband: Industrie soll aufhören, über Deutschland zu jammern
- Windkraft war im Jahr 2023 wichtigster Energieträger in Deutschland
- Habeck: Energiewende geht voran, Wasserstoffkraftwerke kommen
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