Geschafft: Strompreise kommen wieder auf Vorkrisen-Niveau an

Auf dem Privatkundenmarkt für Strom sind die Auswirkungen der Energiekrise nun endgültig beendet. Die Preise beim Abschluss neuer Verträge liegen inzwischen wieder in einem Bereich, wie man ihn aus dem Herbst 2021 kannte.
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Damals - noch vor dem großangelegten Einmarsch in die Ukraine - begann Russland bereits die Gaslieferungen zu drosseln. In Moskau spekulierte man darauf, dass Deutschland und andere europäische Länder dadurch nicht in der Lage wären, nach dem Beginn der Invasion ein möglichst umfassendes Embargo gegen Russland durchzuhalten. Allerdings reagierte die Bundesregierung mit der zügigen Erschließung alternativer Quellen und dem beschleunigten Umbau hin zu erneuerbaren Energieträgern, was sich nun bezahlt macht.

Im Oktober 2021 kostete die Kilowattstunde Strom beim Abschluss eines neuen Vertrages 28,04 Cent. Zwischenzeitlich schnellten die Kosten auf weit mehr das Doppelte dessen hoch. Aktuell liegt der Durchschnitt wieder bei 28,28 Cent pro Kilowattstunde, wie aus einer Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox, die dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorliegt, zu entnehmen ist.


Grundversorger hinken hinterher

Teuer ist es aktuell noch bei den Grundversorgern, die im Durchschnitt bei 48,67 Cent liegen. Bei diesen zeigen sich die Entwicklungen in der Regel etwas zeitversetzt und die Anbieter konnten zum Beginn der Krise lange billigere Preise halten als die freien Konkurrenten.

Grund für die inzwischen wieder deutlich gesunkenen Preise ist die Situation an den Strombörsen. Dort sind die Preise schon längere Zeit im Keller und die Versorger konnten billigere Kontingente im Voraus buchen, die nun abgerechnet und geliefert werden - was dann auf die Kundenpreise durchgereicht wird. Hintergrund dessen ist einerseits eine geschickte Bewältigung der Krise durch Politik und Wirtschaft und eben auch der stärkere Zubau von Erneuerbaren. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres kamen Wind- und Solaranlagen mit einer Kapazität von 8 Gigawatt neu hinzu, die nun Strom zu den günstigsten Erzeugungskosten liefern.

Zusammenfassung
  • Preise bei neuen Stromverträgen liegen wieder auf Herbst 2021-Niveau.
  • Energiekrise durch Einmarsch in der Ukraine ausgelöst.
  • Bundesregierung reagierte mit Erschließung & Umbau zu Erneuerbaren.
  • Grundversorgerkosten noch höher als Marktdurchschnitt.
  • Günstige Preise durch niedrige Börsenpreise & Zubau Erneuerbarer.
  • Politik & Wirtschaft handelten geschickt, 8 GW Erneuerbare hinzugekommen.

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