Senf dazu: Verbraucher müssen trotz niedriger Strompreise leiden
Wer in der letzten Zeit Post vom Stromversorger bekam, hatte keine gute Zeit. Noch weniger erfreulich war dann ein Blick auf die Preisentwicklung an den Strombörsen. Denn dort lassen sich sehr niedrige Preise bestaunen, von denen Stromkunden nur träumen können.
Wieder einmal war Deutschland bei den Strompreisen ganz weit im Billig-Bereich dabei, teils drehten die Kosten pro Megawattstunde sogar in den negativen Bereich - man konnte also Geld bekommen, wenn man den Erzeugern garantierte, ihnen am nächsten Tag eine bestimmte Menge Strom abzunehmen. Für den Verbraucher, der sich aktuell fragt, wie er die neuen Abschlagszahlungen und Kilowattstunden-Preise bewältigen soll, ergeben sich entsprechend Fragen.
Das Problem ist hier die Trägheit des Marktes. Es dauert lange, bis die Entwicklungen im Großhandel bei den Verbrauchern ankommen. Insbesondere die tagesaktuellen Preise spielen hier nur eine sehr begrenzte Rolle, da die Verträge meist über ein Jahr stabil sind. Der Vorteil dessen ließ sich im letzten Jahr erleben, als die Verbraucher noch ihren alten Preis zahlten, während die Börsenpreise vorübergehend durch die Decke schossen. Diese dämpfende Wirkung wirkt nun aber eben genau so in die andere Richtung. Und es könnte noch schlimmer kommen: Die langfristigen Einkäufe der Stromanbieter, mit denen im letzten Jahr Kontingente für dieses Jahr erworben werden mussten, sind mit ihren hohen Preisen noch gar nicht beim Verbraucher angekommen.
Das passiert, wenn der Wind im milden Winter weht.
Damals schlug natürlich hauptsächlich die unsichere Situation auf dem gesamten Energiemarkt zu Buche. Durch den Überfall Russlands auf die Ukraine war lange unklar, wie gut die europäischen Länder ihre Energieversorgung absichern können. Das trieb die Preise hoch. Jetzt ist klar: Die Regierungen und Unternehmen haben die Situation gut gemeistert, die Gas-Lager sind voll, der Winter eher mild und die Windkraftanlagen lieferten im Januar auch ordentlich, sodass von den befürchteten Engpässen nichts zu sehen ist und eher Überschüsse vorhanden sind.
Richtig ist daher der Plan, Deutschland in verschiedene Preiszonen aufzuteilen. Wenn sich bestimmte süddeutsche Bundesländer beharrlich dem Ausbau der Windkraft verweigern, sollten andere Regionen dies nicht mitbezahlen müssen. Und auch an flexibleren Tarifen, beispielsweise nach Tageszeiten, wird mittelfristig kein Weg vorbeigehen, wenn man die Nachfrage ein Stück weit nach dem Angebot steuern will, statt weitgehend nur andersherum.
Siehe auch:
Das Problem ist hier die Trägheit des Marktes. Es dauert lange, bis die Entwicklungen im Großhandel bei den Verbrauchern ankommen. Insbesondere die tagesaktuellen Preise spielen hier nur eine sehr begrenzte Rolle, da die Verträge meist über ein Jahr stabil sind. Der Vorteil dessen ließ sich im letzten Jahr erleben, als die Verbraucher noch ihren alten Preis zahlten, während die Börsenpreise vorübergehend durch die Decke schossen. Diese dämpfende Wirkung wirkt nun aber eben genau so in die andere Richtung. Und es könnte noch schlimmer kommen: Die langfristigen Einkäufe der Stromanbieter, mit denen im letzten Jahr Kontingente für dieses Jahr erworben werden mussten, sind mit ihren hohen Preisen noch gar nicht beim Verbraucher angekommen.
Das passiert, wenn der Wind im milden Winter weht.
Damals schlug natürlich hauptsächlich die unsichere Situation auf dem gesamten Energiemarkt zu Buche. Durch den Überfall Russlands auf die Ukraine war lange unklar, wie gut die europäischen Länder ihre Energieversorgung absichern können. Das trieb die Preise hoch. Jetzt ist klar: Die Regierungen und Unternehmen haben die Situation gut gemeistert, die Gas-Lager sind voll, der Winter eher mild und die Windkraftanlagen lieferten im Januar auch ordentlich, sodass von den befürchteten Engpässen nichts zu sehen ist und eher Überschüsse vorhanden sind.
Etwas flexibler, bitte!
Der Strommarkt ist letztlich zu komplex, als dass man fordern könnte, die aktuellen Niedrigpreise direkt an die Verbraucher weiterzugeben. Allerdings ist auch klar, dass die bisherige träge Struktur auch nicht dauerhaft zu halten ist. Immerhin gelten für ganz Deutschland derzeit einheitliche und schwerfällige Preisstrukturen. Weiterhin lässt sich auch kaum erklären, warum jene, die schon früh aus Gewissensgründen mehr Geld für Ökostrom bezahlten, jetzt - da Wind und Sonne zu den billigsten Quellen gehören - die hohen Preise der nuklearen und fossilen Erzeuger mittragen sollten.Richtig ist daher der Plan, Deutschland in verschiedene Preiszonen aufzuteilen. Wenn sich bestimmte süddeutsche Bundesländer beharrlich dem Ausbau der Windkraft verweigern, sollten andere Regionen dies nicht mitbezahlen müssen. Und auch an flexibleren Tarifen, beispielsweise nach Tageszeiten, wird mittelfristig kein Weg vorbeigehen, wenn man die Nachfrage ein Stück weit nach dem Angebot steuern will, statt weitgehend nur andersherum.
Zusammenfassung
- Strompreise an Börsen sehr niedrig, Verbraucher können nur träumen
- Deutschland im Billig-Bereich, teils sogar negative Kosten pro MWh
- Trägheit des Marktes: lange, bis Entwicklungen bei Verbrauchern ankommen
- Kontingente für dieses Jahr teuer erworben, noch nicht beim Verbraucher angekommen
- Flexible Tarife nach Tageszeiten, um Nachfrage nach Angebot zu steuern
- Hohe Preise für Ökostrom-Frühstarter nicht gerechtfertigt
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