Trotz Embargo: Huawei will 5nm-Chips bauen - koste es, was es wolle

Huawei und seine Chipfertigungs-Partner SMIC wollen angeblich ihre vorhandenen Fertigungsanlagen aus westlicher Produktion nutzen, um trotz drastischer Sanktionen durch USA und andere Länder bald Prozessoren im 5-Nanometer-Maßstab zu produzieren.
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SMIC nutzt alte Anlagen aus dem Westen für neue Chips

SMIC hat laut mehrerer Quellen, die die Financial Times zitiert, jüngst neue Produktionsstraßen für hochmoderne Chips in der chinesischen Millionenmetropole Schanghai aufgebaut, wo man bald im Auftrag von Huawei die Fertigung neuer Prozessoren aufnehmen wird. Die Produktion basiert auf Anlagen, die man zuvor von Herstellern aus den USA und Europa eingekauft hat, bevor der Export derartiger Systeme durch die Herstellerländer eingeschränkt wurde.

Angeblich haben SMIC und Huawei einen neuen Fertigungsprozess entwickelt, dessen Strukturbreiten dem entsprechen, was von Konkurrenten wie TSMC aus Taiwan und Samsung aus Südkorea gemeinhin als 5-Nanometer-Maßstab vermarktet wird. Mit einem neuen 5nm-Node sei Huawei "auf einem guten Weg", seine Chips für Flaggschiff-Smartphones und Rechenzentren zu aktualisieren, hieß es von einer der Quellen.

Fertigung um jeden Preis - wirklich jeden Preis

Offenbar nehmen Huawei und SMIC bei der Entwicklung und Produktion ihrer "5-Nanometer-Chips" auch deutlich höhere Kosten in Kauf. So soll die Ausbeute nur einem Drittel dessen entsprechen, was etwa TSMC bei seiner 5nm-Fertigung erreicht. Dadurch entsteht sehr viel Abfall, weshalb fraglich sein soll, ob sich die Produktion mit einem solchen Aufwand überhaupt lohnt.

Beobachter, die die Financial Times zitiert, gehen deshalb davon aus, dass es Huawei, SMIC und letztlich der chinesischen Regierung nur darum gehe, mit einer Art Prestigeprojekt aus einem gewissen Trotz heraus weiteren technischen Fortschritt zu demonstrieren. Sofern Geld keine Rolle spiele, sei es durchaus denkbar, dass die chinesischen Hersteller ein solches Vorhaben verfolgen.

Zuletzt hatte Huawei mithilfe von SMIC den Kirin 9000S auf den Markt gebracht, bei dem es sich um einen relativ modernen Chip im 7-Nanometer-Maßstab handelt, der auf Technologie aus dem Jahr 2020 basiert. Die Fertigung modernerer Chips soll für Huawei und SMIC aktuell kaum möglich sein, weil die entsprechenden Anlagen von Zulieferern wie AMSL aus den Niederlanden nicht mehr verfügbar sind.

Damit können die Chinesen keine hochmodernen Chips mit Extrem Ultra Violet Lithografie (EUV) bauen. Ende 2023 wurde außerdem ein Exportverbot auf Deep Ultra Violet (DUV) Lithografie-Systeme von ASML verhängt, sodass auch diese nicht ganz so modernen Anlagen für die Belichtung von Siliziumwafern für die Chipfertigung jetzt außerhalb der Reichweite von SMIC und anderen chinesischen Herstellern sind.
Zusammenfassung
  • Huawei und SMIC planen 5nm-Chipproduktion trotz Sanktionen
  • Neue Produktionslinien für Chips in Schanghai errichtet
  • Vor Exportbeschränkungen Anlagen aus den USA und Europa erworben
  • Neuer Fertigungsprozess soll 5nm-Standard entsprechen
  • Produktionsertrag deutlich geringer als bei Konkurrenten
  • Möglicherweise Prestigeprojekt der chinesischen Regierung
  • Kirin 9000S zuletzt auf 7nm-Basis von SMIC gefertigt
  • EUV- und DUV-Lithografie für China derzeit unzugänglich

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