TSMC im Verdacht: wird Huawei trotz Embargo mit Top-Chips beliefert?

Der weltweit größte Vertragsfertiger für Chips ist ins Visier der US-Behörden geraten, die nun untersuchen will, ob TSMC eventuell Prozessoren für den mit einem Embargo belegten chinesischen Hersteller Huawei fertigen könnte.
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US-Regierung untersucht mögliche Embargo-Verstöße

Laut einem Bericht des US-Magazins The Information besteht beim US Department of Commerce der Verdacht, dass die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) doch noch Chips für Huawei produzieren könnte. Eigentlich hat TSMC im Zuge der bereits 2019 gegen Huawei verhängten Handelsbeschränkungen der US-Regierung sämtliche Beziehungen zu Huawei abgebrochen.

Kürzlich sei TSMC vom Commerce Department, das für den Erlass und die Überwachung der Handelsverbote gegen Huawei verantwortlich ist, auf den Chipfertiger zugegangen, um Informationen einzuholen, so der Bericht. Es werde überprüft, ob Huawei nicht unter Umständen Wege gefunden habe, Chips aus der Fertigung von TSMC über zwischengeschaltete Drittfirmen anzukaufen.


TSMC muss theoretisch Verbleib von Chips überwachen

TSMC ist laut den Vorgaben der US-Behörden verpflichtet, auch bei seinen Kunden dafür zu sorgen, dass diese die Produkte des Vertragsfertigers nicht an Unternehmen weiterreichen, welche mit einem Handelsverbot belegt wurden. Bei Huawei ist dies der Fall, so dass TSMC dafür sorgen muss, dass niemand seine Produkte an den chinesischen Giganten liefert.

Bei TSMC reagierte man umgehend und erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass man keinen Grund zu der Annahme sehe, dass es Probleme bei der Einhaltung des US-Embargos gebe. Man will nun untersuchen, ob es tatsächlich Abnehmer gibt, die Huawei beliefern. Huawei steht seit 2019 auf der sogenannten "Entity List" des Commerce Departments, weil die US-Regierung auch schon unter Ex-Präsident Trump der Meinung war, dass die Produkte der Chinesen die Nationale Sicherheit der USA bedrohen.

2020 wurde das Handelsverbot ausgeweitet, so dass Huawei nun im Grunde keine Produkte mehr von US-Herstellern beziehen darf. Das Gleiche gilt auch für Produkte, die mit Hilfe von Technologien von US-Herstellern gefertigt oder entwickelt werden. Konnt Huawei zuvor High-End-Chips bei TSMC fertigen lassen, muss man mittlerweile auf die unterlegene Fertigung beim chinesischen Staatskonzern SMIC setzen und kann im Hinblick auf Leistung nicht mehr mithalten. Um welche Art von Chips es bei der Untersuchung des US Commerce Department geht, ist unklar.

Zusammenfassung
  • TSMC von US-Behörden verdächtigt, möglicherweise Chips für Huawei zu fertigen
  • US-Handelsministerium untersucht mögliche Umgehung des Huawei-Embargos
  • Verdacht: Huawei könnte TSMC-Chips über Drittfirmen beziehen
  • TSMC bestreitet Vorwürfe und will mögliche Verstöße untersuchen
  • Huawei seit 2019 auf der 'Entity List' der USA wegen Sicherheitsbedenken
  • Handelsverbot 2020 ausgeweitet: Huawei von US-Technologie abgeschnitten
  • Unklar, um welche Art von Chips es bei der Untersuchung geht

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