Überwiegend im Drogenmilieu:
Amazon stellt Krypto-Messenger ein
Für einen Krypto-Messenger ist es nicht gerade einfach, sich eine ordentliche Zielgruppe zu erschließen. Das zeigt nun das Beispiel der App "Wickr Me", die seit einiger Zeit zu Amazon gehört und der nun die Infrastruktur abgestellt wurde.
Nutzer der Messenger-App bekamen in den letzten Tagen allerdings keine Verbindung mehr, berichtet 404media. "Wir haben Probleme bei der Verbindung mit dem Wickr-Me-Netzwerk. Wenn das Problem weiterhin besteht, versuchen Sie, Ihre App neu zu starten oder den Support zu kontaktieren", heißt es in einer aufpoppenden Fehlermeldung. Allerdings hilft das alles nichts.
Denn ohne weitere Vorwarnung wurde die Infrastruktur im Hintergrund abgeschaltet. Allerdings kommt dies auch nicht völlig unerwartet, denn seit einiger Zeit konnten sich schon keine neuen Nutzer mehr registrieren. Die iOS- und Android-Versionen der App wurden parallel zum Jahreswechsel auch aus den jeweiligen Stores zurückgezogen.
Warum Wickr aufgegeben und nicht eher mit den Amazon zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu mehr Reichweite gebracht wurde, ist unklar. Möglicherweise liegt das letztlich aber an einer Image-Abwägung. Da die Plattform aufgrund ihrer geringen Verbreitung weitgehend unter dem Radar flog, wurde sie häufig von Drogendealern und diversen anderen Kriminellen genutzt. Es kann gut sein, dass Amazon es als zu riskant ansah, auf dieser Basis nun noch eine größere Community aufbauen zu wollen.
Siehe auch:
- Krypto-Messenger "Wickr Me" verliert Amazon-Infrastruktur
- Start von Wickr vor 10 Jahren wegen Bedarf an Verschlüsselung
- Amazon übernahm Wickr 2021 und integrierte es in Cloud-Sparte
- Nutzer von "Wickr Me" können keine Verbindung mehr herstellen
- Keine Neuregistrierung möglich, App aus Stores entfernt
- Wickr spielte Rolle bei Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
- Plattformnutzung durch Kriminelle könnte Image-Risiko für Amazon sein
Plötzlich still
Das Startup Wickr hatte vor rund zehn Jahren mit der Entwicklung seiner Plattform begonnen, nachdem der Bedarf an verschlüsselten Kommunikationswegen aufgrund der Snowden-Enthüllungen schnell gestiegen war. Im Jahr 2021 wurde das Startup durch den Handelskonzern Amazon übernommen und an dessen Cloud-Sparte angegliedert.Nutzer der Messenger-App bekamen in den letzten Tagen allerdings keine Verbindung mehr, berichtet 404media. "Wir haben Probleme bei der Verbindung mit dem Wickr-Me-Netzwerk. Wenn das Problem weiterhin besteht, versuchen Sie, Ihre App neu zu starten oder den Support zu kontaktieren", heißt es in einer aufpoppenden Fehlermeldung. Allerdings hilft das alles nichts.
Denn ohne weitere Vorwarnung wurde die Infrastruktur im Hintergrund abgeschaltet. Allerdings kommt dies auch nicht völlig unerwartet, denn seit einiger Zeit konnten sich schon keine neuen Nutzer mehr registrieren. Die iOS- und Android-Versionen der App wurden parallel zum Jahreswechsel auch aus den jeweiligen Stores zurückgezogen.
Nicht unbedeutend
So endet die Geschichte einer App, die zwar nie die Popularität anderer verschlüsselter Messaging-Apps wie Signal erreichte, aber dennoch eine wichtige Rolle bei der Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen in dem Bereich und in der Debatte über sichere Kommunikation spielte.Warum Wickr aufgegeben und nicht eher mit den Amazon zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu mehr Reichweite gebracht wurde, ist unklar. Möglicherweise liegt das letztlich aber an einer Image-Abwägung. Da die Plattform aufgrund ihrer geringen Verbreitung weitgehend unter dem Radar flog, wurde sie häufig von Drogendealern und diversen anderen Kriminellen genutzt. Es kann gut sein, dass Amazon es als zu riskant ansah, auf dieser Basis nun noch eine größere Community aufbauen zu wollen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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