Google wendet Milliardenklage gegen Inkognito-Modus per Einigung ab

Der Inkognito-Modus von Chrome verspricht "privates Surfen", doch wie strikt dieser aktivierbare Schnüffelschutz ist, darüber kann man dis­ku­tie­ren. Denn auch per Inkognito werden diverse Daten erfasst. Dazu gab es auch eine Klage, diese wurde nun außergerichtlich beigelegt.
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Inkognito ist alles andere als "privat"

Wenn Nutzer den Inkognito-Modus aktivieren, glauben die meisten, dass sie damit keine Daten ins Netz senden. Das ergibt sich alleine aus dem Namen, der mehr suggeriert, als er tatsächlich bietet - ähnlich, wie es beim Autopilot von Tesla der Fall ist. Doch in Wirklichkeit funkt Chrome auch im "Privatmodus" nach Hause und sendet Daten an Google Analytics, den Google Ad Manager und andere Dienste - so jedenfalls der Vorwurf.

Gegen diese Praxis wurde 2020 eine Sammelklage auf den Weg gebracht, in deren Mittelpunkt stand die Forderung eines Schadensersatzes in Höhe von fünf Milliarden Dollar. Google versuchte zunächst, dass die Klage abgewiesen wird, hatte dabei aber keinen Erfolg. Nun gab es eine außergerichtliche Einigung in diesem Fall, diese hat zur Folge, dass eine auf den 5. Februar 2024 angesetzte Verhandlung ausgesetzt wurde.


Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, handelt es sich bei der Einigung um eine vorläufige, da das Gericht dem Ganzen heute noch zustimmen muss. Das ist aber wohl nur eine Formalität und die Causa wird wohl schon bald auch offiziell Geschichte sein. Details sind keine bekannt, das ist aber im Fall solcher außergerichtlichen Einigungen üblich.

Dabei steht für Experten und auch versierte Nutzer eigentlich außer Frage, dass der Inkognito-Modus nicht ansatzweise den Schutz bietet, den der Name suggeriert. Die Frage in diesem Fall war aber vor allem, ob das seitens Google bzw. Konzernmutter Alphabet rechtlich bindend und von Nutzern einklagbar wäre.

Diese Frage wird nun ungeklärt bleiben, denn ein Schuldeingeständnis ist eine außergerichtliche Einigung wohlgemerkt nie. Wie viel Google an die Kläger zahlt, ist bisher nicht bekannt, es dürfte sich aber um eine Summe unter den geforderten fünf Milliarden Dollar handeln.

Zusammenfassung
  • Inkognito-Modus von Chrome nicht so privat wie von vielen gedacht
  • Klage wegen Datenerfassung im Privatmodus beigelegt
  • Nutzer glauben irrtümlich an vollständige Datenprivatsphäre
  • Sammelklage forderte fünf Milliarden Dollar Schadensersatz
  • Gericht muss außergerichtlicher Einigung noch zustimmen
  • Details der Einigung zwischen Google und Klägern unbekannt
  • Rechtliche Verbindlichkeit des Inkognito-Schutzes bleibt offen

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