Android-Backdoor jahrelang unentdeckt, Xamalicious täuscht Google
Eine bisher unbekannte Android-Backdoor namens Xamalicious hat mehr als 300.000 Smartphones über bösartige Apps aus dem Google Play Store infiziert. Eigentlich sind die Vorkehrungen von Google gegen infizierte Apps gut, dennoch schafften diese es fast drei Jahre, unentdeckt zu bleiben.
Die Malware ist in der Lage, diverse Befehle auszuführen und so beispielsweise Geräte- und Hardware-Informationen zu sammeln und den geografischen Standort des Geräts anhand der IP-Adresse zu übermitteln.
Nach der Installation fordert er Zugriff auf den Eingabehilfen-Dienst an, um privilegierte Aktionen wie Navigationsgesten durchzuführen, Bildschirmelemente auszublenden und sich selbst zusätzliche Berechtigungen zu erteilen.
Laut McAfee gibt es Verbindungen zwischen Xamalicious und einer Werbebetrugs-App namens "Cash Magnet", die automatisch auf Werbung klickt und Adware auf dem Gerät des Opfers installiert, um Einnahmen für ihre Betreiber zu generieren. Daher ist es durch die Nutzung im Hintergrund möglich, dass Xamalicious die Prozessorleistung und Netzwerkbandbreite beeinträchtigt. Infografik Sicherheit im Netz: Deutsche fürchten sich vor Datenmissbrauch
Weitere bösartige Anwendungen, die Xamalicious enthalten, sind noch über diverse Drittanbieter erhältlich und infizieren Nutzer daher weiter über herunterladbare APK-Dateien.
Siehe auch:
- "Xamalicious" infizierte über 300.000 Android-Smartphones
- Sicherheitslücken bei Google Play Store von McAfee aufgedeckt
- 14 Apps seit 2020 mit Malware im Store, einige 100.000-fach installiert
- Malware sammelt Geräteinfos und übermittelt Standort
- Erteilt sich selbst Zugriff auf Eingabehilfen-Dienst
- Verbindungen zu betrügerischer Werbe-App "Cash Magnet"
- Infizierte Apps weiterhin über Drittanbieter verfügbar
- Betroffen sind vor allem Geräte in USA und Deutschland
App fordert sich zusätzliche Berechtigungen an
Das melden die Sicherheitsexperten von McAfee, die insgesamt 14 infizierte Apps im Google Play Store gefunden haben. Einige der Anwendungen sind seit dem Jahr 2020 im Store verfügbar gewesen. Drei Apps wurden jeweils rund 100.000 Mal installiert.Die Malware ist in der Lage, diverse Befehle auszuführen und so beispielsweise Geräte- und Hardware-Informationen zu sammeln und den geografischen Standort des Geräts anhand der IP-Adresse zu übermitteln.
Die Xamalicious Android-Backdoor
Xamalicious ist eine .NET-basierte Android-Backdoor, die in Anwendungen eingebettet ist, die mit dem Open-Source-Framework Xamarin entwickelt wurden - daher der Name. Durch die Nutzung des Open-Source-Frameworks Xamarin wird die Analyse des Codes erschwert, was die Malware schwerer auffindbar macht.Nach der Installation fordert er Zugriff auf den Eingabehilfen-Dienst an, um privilegierte Aktionen wie Navigationsgesten durchzuführen, Bildschirmelemente auszublenden und sich selbst zusätzliche Berechtigungen zu erteilen.
Laut McAfee gibt es Verbindungen zwischen Xamalicious und einer Werbebetrugs-App namens "Cash Magnet", die automatisch auf Werbung klickt und Adware auf dem Gerät des Opfers installiert, um Einnahmen für ihre Betreiber zu generieren. Daher ist es durch die Nutzung im Hintergrund möglich, dass Xamalicious die Prozessorleistung und Netzwerkbandbreite beeinträchtigt. Infografik Sicherheit im Netz: Deutsche fürchten sich vor Datenmissbrauch
Die beliebtesten Xamalicious-Apps:
- Essential Horoscope für Android - 100.000 Installationen
- 3D Skin Editor für PE Minecraft - 100.000 Installationen
- Logo Maker Pro - 100.000 Installationen
- Auto Click Repeater - 10.000 Installationen
- Count Easy Kalorienrechner - 10.000 Installationen
- Dots: Ein Linienverbinder - 10.000 Installationen
- Sound Volume Extender - 5.000 Installationen
Weitere bösartige Anwendungen, die Xamalicious enthalten, sind noch über diverse Drittanbieter erhältlich und infizieren Nutzer daher weiter über herunterladbare APK-Dateien.
Xamalicious-Infektionen auch in Deutschland
Den Telemetriedaten von McAfee zufolge wurden die meisten Infektionen auf Geräten in den USA und Deutschland, sowie in Spanien, Großbritannien, Australien, Brasilien, Mexiko und Argentinien entdeckt. Obwohl die Apps inzwischen aus Google Play entfernt wurden, könnten Nutzer immer noch aktive Xamalicious-Infektionen auf ihren Telefonen haben. Um die Malware zu finden, müssen nun manuelle Scans und Bereinigungen durchgeführt werden, mahnt McAfee.Siehe auch:
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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